LCC-Vollversammlung auf Malta09.11.25, 14:46 Uhr
Wenn KI zuhört, versteht und bucht
Amadeus-Manager Oliver Rengelshausen zeigt, wie KI im Reisebüro zum Produktivitäts-Booster wird. Mit klaren Anwendungsbeispielen und ethischem Rahmen macht er deutlich: Die Technologie ist da – jetzt kommt es auf die kluge Nutzung an.

Für Oliver Rengelshausen ist KI kein Selbstzweck, sondern Werkzeug für mehr Qualität im Reisevertrieb. Foto: LCC/Sebastian Kirchner
Wenn Oliver Rengelshausen, Managing Director von Amadeus Germany, über Künstliche Intelligenz (KI) spricht, tut er das mit der Gelassenheit eines Technikers und der Weitsicht eines Strategen. Auf der LCC-Vollversammlung in Malta hält er keinen futuristischen Vortrag über Maschinen, die Menschen ersetzen. Stattdessen erklärt er, wie KI bereits heute Prozesse verändert, Kommunikation beschleunigt und neue Geschäftsfelder für Reisebüros eröffnet.
Rengelshausen erinnert an den Beginn des KI-Hypes: „Vor einem Jahr war unsere Vorstellung davon, was KI leisten kann, größer als das, was sie tatsächlich konnte. Heute hat sich das Verhältnis umgedreht.“
Was früher Wunschdenken war, ist nun Realität – von generativen Bild- und Videomodellen bis hin zu Sprachanwendungen, die in natürlicher Sprache kommunizieren können. „Selbst die Darstellung von Händen galt vor zwei Jahren noch als unlösbares Problem für Bildgeneratoren. Heute sind sie täuschend echt. Das zeigt, wie schnell die Technologie lernt“, sagt Rengelshausen.
Doch für ihn ist der technische Fortschritt nur der Anfang. Die entscheidende Frage sei: Was wollen wir, dass diese Technologie tut – und wie kann sie echten Mehrwert schaffen? „Wert entsteht dort, wo drei Dinge zusammenkommen: technologische Machbarkeit, menschlicher Nutzen und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit.“
KI als Werkzeug – nicht als Selbstzweck
Bei Amadeus ist KI längst kein Experiment mehr, sondern Teil des operativen Geschäfts. Rengelshausen unterscheidet drei Ebenen:
KI im Reisebüro – vom Assistenten zum Partner
Auch für den stationären Reisevertrieb ist der Einsatz von KI längst kein Zukunftsthema mehr. Rengelshausen zeigt anhand konkreter Beispiele, wie smarte Tools die Arbeit von Reiseprofis verändern:
Vertrauen und Verantwortung
So viel Potenzial die Technologie bietet – Rengelshausen mahnt zur Besonnenheit. „Natürlich reden viele von einer möglichen KI-Blase“, sagt er. „Aber selbst wenn die Bewertungen und Erwartungen korrigiert werden – die Technologie bleibt. Sie wird die Art, wie wir arbeiten, dauerhaft verändern.“
Amadeus setzt deshalb auf klare Regeln für den Einsatz von KI. Jede neue Entwicklung durchläuft einen internen Ethik- und Compliance-Prozess – von Datenschutz über Transparenz bis hin zu Energieverbrauch. „KI darf nicht auf Kosten von Vertrauen gehen“, sagt Rengelshausen.
Vom Datenlieferanten zum Impulsgeber
Was Amadeus als Technologiekonzern auszeichnet, ist die Fähigkeit, Daten sinnvoll zu interpretieren. Rengelshausen beschreibt KI als „eine Brücke zwischen Wissen und Anwendung“. Sie ermögliche es, Reisetrends zu erkennen, Preisentwicklungen zu prognostizieren oder Störungen frühzeitig zu kompensieren.
„Wir haben Millionen von Datenpunkten aus globalen Buchungssystemen. Mit KI können wir daraus nicht nur Erkenntnisse ziehen, sondern konkrete Handlungsoptionen generieren – in Echtzeit“, erklärt er.
So wird aus einem Datendienstleister ein Partner, der strategische Impulse für die gesamte Reisebranche liefert.
Balance zwischen Mensch und Maschine
Bei aller Begeisterung für Technologie bleibt Rengelshausen ein klarer Verfechter der menschlichen Komponente. „KI kann viel – aber Empathie, Vertrauen und Erfahrung bleiben unersetzlich.“ Gerade im Reisevertrieb, wo Entscheidungen emotional geprägt seien, brauche es Menschen, die zuhören, verstehen und mitdenken. Er vergleicht KI mit einem Werkzeugkasten: „Es kommt darauf an, wer ihn nutzt. Die Technologie ist nicht der Unterschied – die Anwendung ist es.“
Ein Blick nach vorn
Zum Abschluss richtet Rengelshausen den Blick in die Zukunft. In den nächsten Jahren, so seine Prognose, werde KI alle Phasen des Reisens durchdringen – von Inspiration und Buchung bis zum Erlebnis am Zielort. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die den Reisevertrieb neu definieren wird: schneller, persönlicher, effizienter – aber auch verantwortungsvoller.“
Seine Schlussbotschaft an die LCC-Partner ist klar: Er sieht in Künstlicher Intelligenz kein Bedrohungsszenario, sondern ein Werkzeug, das Freiraum schafft. „KI ersetzt keine Menschen – sie befreit sie von Routine“, sagt er. „Das Ziel ist nicht Automatisierung um jeden Preis, sondern ein intelligentes Zusammenspiel von Mensch, Technologie und Vertrauen.“
Mit Beispielen wie automatischem Sitzplatz-Check-in oder digitalem Assistenten zeigt Amadeus, dass Zukunft längst Gegenwart ist – und dass sich die Branche mitten in einem Wandel befindet, der Reisen persönlicher, effizienter und menschlicher zugleich machen könnte.
Rengelshausen erinnert an den Beginn des KI-Hypes: „Vor einem Jahr war unsere Vorstellung davon, was KI leisten kann, größer als das, was sie tatsächlich konnte. Heute hat sich das Verhältnis umgedreht.“
Was früher Wunschdenken war, ist nun Realität – von generativen Bild- und Videomodellen bis hin zu Sprachanwendungen, die in natürlicher Sprache kommunizieren können. „Selbst die Darstellung von Händen galt vor zwei Jahren noch als unlösbares Problem für Bildgeneratoren. Heute sind sie täuschend echt. Das zeigt, wie schnell die Technologie lernt“, sagt Rengelshausen.
Doch für ihn ist der technische Fortschritt nur der Anfang. Die entscheidende Frage sei: Was wollen wir, dass diese Technologie tut – und wie kann sie echten Mehrwert schaffen? „Wert entsteht dort, wo drei Dinge zusammenkommen: technologische Machbarkeit, menschlicher Nutzen und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit.“
KI als Werkzeug – nicht als Selbstzweck
Bei Amadeus ist KI längst kein Experiment mehr, sondern Teil des operativen Geschäfts. Rengelshausen unterscheidet drei Ebenen:
- Verbesserung bestehender Produkte durch KI, etwa durch Prognosen und automatisierte Analysen.
- Optimierung interner Abläufe, von Softwareentwicklung bis Kundenservice.
- Entwicklung neuer Anwendungen gemeinsam mit Technologiepartnern wie Microsoft, IBM und Accenture.
Ein Beispiel: Die Integration des Geschäftsreise-Tools Citric Easy in Microsoft Teams. „Ein Nutzer sagt einfach: Ich muss Montag um zwölf in London sein – und das System erstellt automatisch Vorschläge auf Basis der Reiserichtlinien, Kundenprofile und Verfügbarkeiten“, erklärt er.
Das Ergebnis: weniger Aufwand für den Reisenden, weniger Komplexität für den Buchungsprozess. „Das ist kein futuristisches Szenario – das ist live, produktiv, und spart bereits heute Zeit und Geld.“

KI im Reisebüro – vom Assistenten zum Partner
Auch für den stationären Reisevertrieb ist der Einsatz von KI längst kein Zukunftsthema mehr. Rengelshausen zeigt anhand konkreter Beispiele, wie smarte Tools die Arbeit von Reiseprofis verändern:
- Chatbots für Kundenkommunikation: Das neue System Hey interagiert mit Kunden über Text oder Sprache, beantwortet Fragen, schlägt Aktivitäten vor oder informiert über Verspätungen. Bald soll es sogar automatisch Check-ins durchführen und Entschädigungen beantragen, wenn Flüge ausfallen.
- Automatisierte Beratungsunterstützung: In der Buchungsplattform Selling Platform Connect können Agenten künftig Fragen zu Tarifen oder Buchungshistorien direkt an ein KI-System stellen – und erhalten binnen Sekunden verständliche Antworten.
- Personalisierte Empfehlungen: Mit der Plattform Discover bietet Amadeus Reisebüros die Möglichkeit, tausende Aktivitäten und Erlebnisse KI-basiert zu filtern und Kunden individuell vorzuschlagen – basierend auf Reisedaten, Interessen und Aufenthaltsort.
Vertrauen und Verantwortung
So viel Potenzial die Technologie bietet – Rengelshausen mahnt zur Besonnenheit. „Natürlich reden viele von einer möglichen KI-Blase“, sagt er. „Aber selbst wenn die Bewertungen und Erwartungen korrigiert werden – die Technologie bleibt. Sie wird die Art, wie wir arbeiten, dauerhaft verändern.“
Amadeus setzt deshalb auf klare Regeln für den Einsatz von KI. Jede neue Entwicklung durchläuft einen internen Ethik- und Compliance-Prozess – von Datenschutz über Transparenz bis hin zu Energieverbrauch. „KI darf nicht auf Kosten von Vertrauen gehen“, sagt Rengelshausen.
Vom Datenlieferanten zum Impulsgeber
Was Amadeus als Technologiekonzern auszeichnet, ist die Fähigkeit, Daten sinnvoll zu interpretieren. Rengelshausen beschreibt KI als „eine Brücke zwischen Wissen und Anwendung“. Sie ermögliche es, Reisetrends zu erkennen, Preisentwicklungen zu prognostizieren oder Störungen frühzeitig zu kompensieren.
„Wir haben Millionen von Datenpunkten aus globalen Buchungssystemen. Mit KI können wir daraus nicht nur Erkenntnisse ziehen, sondern konkrete Handlungsoptionen generieren – in Echtzeit“, erklärt er.
So wird aus einem Datendienstleister ein Partner, der strategische Impulse für die gesamte Reisebranche liefert.
Balance zwischen Mensch und Maschine
Bei aller Begeisterung für Technologie bleibt Rengelshausen ein klarer Verfechter der menschlichen Komponente. „KI kann viel – aber Empathie, Vertrauen und Erfahrung bleiben unersetzlich.“ Gerade im Reisevertrieb, wo Entscheidungen emotional geprägt seien, brauche es Menschen, die zuhören, verstehen und mitdenken. Er vergleicht KI mit einem Werkzeugkasten: „Es kommt darauf an, wer ihn nutzt. Die Technologie ist nicht der Unterschied – die Anwendung ist es.“
Ein Blick nach vorn
Zum Abschluss richtet Rengelshausen den Blick in die Zukunft. In den nächsten Jahren, so seine Prognose, werde KI alle Phasen des Reisens durchdringen – von Inspiration und Buchung bis zum Erlebnis am Zielort. „Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die den Reisevertrieb neu definieren wird: schneller, persönlicher, effizienter – aber auch verantwortungsvoller.“
Seine Schlussbotschaft an die LCC-Partner ist klar: Er sieht in Künstlicher Intelligenz kein Bedrohungsszenario, sondern ein Werkzeug, das Freiraum schafft. „KI ersetzt keine Menschen – sie befreit sie von Routine“, sagt er. „Das Ziel ist nicht Automatisierung um jeden Preis, sondern ein intelligentes Zusammenspiel von Mensch, Technologie und Vertrauen.“
Mit Beispielen wie automatischem Sitzplatz-Check-in oder digitalem Assistenten zeigt Amadeus, dass Zukunft längst Gegenwart ist – und dass sich die Branche mitten in einem Wandel befindet, der Reisen persönlicher, effizienter und menschlicher zugleich machen könnte.

