Anzeige
Umweltbewusstsein im Onlinevertrieb
28.10.25, 10:38 Uhr

So setzen VIR-Mitglieder Nachhaltigkeit in der Praxis um

Die im Verband Internet Reisevertrieb organisierten Unternehmen setzen auf unterschiedliche Maßnahmen: Klimaziele, Softwareentwicklung, Bildungsprogramme oder nachhaltige Unternehmensstandorte. Entscheidend ist laut VIR die Breite des Engagements. Ein Überblick.

Nachhaltigkeit zeigt sich im digitalen Reisevertrieb auf vielen Ebenen. Foto: iStock/boonstudio
Die Mitgliedsunternehmen des Verbands Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) verfolgen unterschiedliche Ansätze für mehr Nachhaltigkeit im digitalen Reisevertrieb. Einige setzen auf Klimaziele, andere auf Bildungsinitiativen oder betriebliche Maßnahmen.

Klimaziele und CO₂-Reduktion

Expedia Group, Booking.com, Mastercard, Amadeus und die Dertour Group zählen laut VIR zu den Unternehmen mit ambitionierten Klimazielen. Invia habe sich beispielsweise vorgenommen, die Emissionen bis 2030 um 58 Prozent gegenüber 2021 zu senken. Expedia biete auf ihren Plattformen mehr als 10.000 Hotels mit anerkannten Nachhaltigkeitszertifikaten an. Booking.com wolle die direkten Emissionen (Scope 1 und 2) um 95 Prozent und die indirekten (Scope 3) um 50 Prozent reduzieren. Dies solle unter anderem durch energieeffiziente Rechenzentren und Büros sowie Unterstützung der Partner gelingen.

Auch Mastercard nutze seit 2020 vollständig erneuerbare Energien und stelle einen CO₂-Rechner für Reisende bereit. Die Ergo Reiseversicherung verfolge gemeinsam mit der Konzernmutter Munich Re Klimaziele in der Kapitalanlage und im Geschäftsbetrieb. Aerticket engagiere sich für die Entwicklung von Sustainable Aviation Fuel (SAF) und sei an der Brancheninitiative Klimalink beteiligt, die einheitliche CO₂e-Berechnungen für die Touristik ermöglichen soll.

Ganzheitliche Programme und Kooperationen

Amadeus habe seit 2009 seinen Energieverbrauch pro Mitarbeitenden halbiert und entwickle Software zur Reduktion von Treibstoffverbrauch. Die Dertour Group bündele ihre Klimaschutzmaßnahmen im Programm „One Climate“. Expedia arbeite mit Destinationen zusammen, um den nachhaltigen Tourismus vor Ort zu fördern, und habe unter anderem die „World Academy“ für Schulungen in der Hotellerie mit aufgebaut. Zudem investiere das Unternehmen in Naturschutzprojekte in Belize, Guatemala, Kambodscha und Bolivien. Mastercard kooperiere mit internationalen Organisationen zum Schutz und zur Wiederherstellung von Ökosystemen.

Maßnahmen für sozial und ökologisch verantwortliches Reisen

Evaneos habe mit dem „Better Trips Fonds“ ein eigenes Programm zur Förderung von Klimaschutzprojekten und zur Unterstützung lokaler Agenturen aufgelegt. Seit Januar 2024 seien Kurzreisen mit Flugdauer unter fünf Tagen nicht mehr buchbar. Außerdem würden in der Hauptsaison keine Reisen mehr nach Mykonos und Santorini angeboten. Auch empfehle Evaneos mittlerweile eine Mindestaufenthaltsdauer bei Flugreisen.

Berge & Meer unterstütze lokale Initiativen in Zielgebieten, fördere nachhaltige Unterkünfte und arbeite mit Myclimate beim CO₂-Ausgleich zusammen.

Nachhaltigkeit am Unternehmensstandort

Verschiedene Unternehmen setzen laut VIR auch auf betriebliche Maßnahmen. Sunny Cars sei mit dem Green Sign Office-Siegel zertifiziert worden. Schauinsland-Reisen betreibe Photovoltaik-Anlagen und setze auf E-Mobilität. Team Neusta fördere Jobrad und Carsharing. Aerticket nutze bereits seit 2011 Solarstrom und verfüge seit 2018 über eine komplett elektrische Dienstwagenflotte. Midoco beziehe Ökostrom und betreibe IT-Systeme in Rechenzentren mit erneuerbarer Energie. OBS verwende für die Büroausstattung recycelte Materialien, darunter auch Meeresplastik.

Kompensation und Bildungsinitiativen

Journaway kompensiere die Emissionen aller Landleistungen und unterstütze soziale Projekte in über 50 Ländern. Evaneos sei nach eigenen Angaben B Corp- und Travelife-zertifiziert und Unterzeichner der Glasgow Declaration. Juvigo informiere Kinder in Umweltcamps über Plastikvermeidung und Klimaschutz. HanseMerkur verankere Nachhaltigkeit in Produkten und Kapitalanlagen.

Orientierung für Reisende

Informationsplattformen wie Weg.de, Holidayheroes und HolidayCheck wollten laut VIR nachhaltige Optionen sichtbarer machen. Booking-Portale wie die von Invia und Expedia böten Filterfunktionen und Informationen zu Emissionen. HolidayCheck stelle authentische Bewertungen zur Verfügung, die Hinweise zur gelebten Nachhaltigkeit in Unterkünften geben. Auch die Plattform Fewo-direkt ermögliche gezielte Suchen nach Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge.

VIR: Vielfalt der Maßnahmen entscheidend

„Die Beispiele der VIR-Mitglieder zeigen, wie unterschiedlich Nachhaltigkeit im Unternehmen umgesetzt werden kann – vom klaren Klimaneutralitätsziel bis hin zu Bildungsprojekten“, erklärt VIR-Vorstand Michael Buller. Entscheidend sei, „dass die Reisebranche schon seit Langem Verantwortung übernimmt und sich mit vielfältigen Maßnahmen auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit befindet, – auch wenn der Weg noch nicht abgeschlossen ist und weiterhin gemeinsame Anstrengungen gefragt sind“, so Buller.