Gespräch mit Bundestagspräsidentin

ASR fordert bessere Abwicklung der Corona-Hilfen

Der ASR hat eine Bilanz zu den staatlichen Corona- und Überbrückungshilfen gezogen und kritisiert bürokratische Hürden und intransparente Rückforderungen.

ASR fordert bessere Abwicklung der Corona-Hilfen
Fotos: ASR
Der ASR hat eine Bilanz zu den staatlichen Corona- und Überbrückungshilfen gezogen. Während die Unterstützung vielen Unternehmen das Überleben gesichert habe, belasteten bürokratische Hürden und intransparente Rückforderungen die Branche weiterhin. Präsidentin Anke Budde appelliert an die Politik, die Prozesse effizienter und planbarer zu gestalten.

Besonders kritisch werden die Schlussabrechnungen bewertet. Viele Unternehmen sehen sich mit Rückforderungen konfrontiert, deren Zustandekommen nicht immer nachvollziehbar ist. „Verzögerte Rückmeldungen, im laufenden Prozess geänderte Vorgaben und uneinheitliche Bewertungsmaßstäbe führen zu zusätzlichem Aufwand und steigenden Kosten, insbesondere bei hybriden Geschäftsmodellen, die sowohl Vermittler- als auch Veranstalterrollen umfassen“, erklärt Budde.



Die ASR-Präsidentin hat mit Bundestagspräsidentin Julia Klöckner in einem persönlichen Gespräch am 2. April die Herausforderungen bei der Abwicklung der Corona-Hilfen sowie weitere aktuelle Themen des touristischen Mittelstands erörtert. In dem konstruktiven Austausch seien die Anliegen der Branche ausführlich diskutiert und mögliche Lösungsansätze beleuchtet worden.

Der ASR fordert vier konkrete Maßnahmen, um die Abwicklung künftiger Krisenhilfen zu verbessern:
• Verbindliche Fristen für Rückmeldungen zu Schlussabrechnungen, um Planungssicherheit zu gewährleisten.
• Vereinfachung der Prüfverfahren und Bündelung von Rückfragen durch Behörden, um bürokratische Hürden abzubauen.
• Transparenz bei Rückforderungen, insbesondere bei nachträglichen Änderungen von Bewertungsmaßstäben.
• Klärung hybrider Geschäftsmodelle, um Unsicherheiten bei der Antragsstellung zu vermeiden.

„Die Unternehmen brauchen dringend Planungssicherheit und eine kulante Rückzahlungsmöglichkeit für den Fall, dass Rückforderungen notwendig sind“, so Budde. „Gerade die mittelständischen Reisebüros und Reiseveranstalter haben in der Corona-Pandemie ihre Rücklagen und Altersvorsorge aufgebraucht, um die größte Krise der Branche zu bewältigen. Es ist essenziell, ihnen die Chance zu geben, diese Reserven wieder aufzubauen. Gleichzeitig müssen wir ihnen ermöglichen, zu viel erhaltene Hilfeleistungen in fairen und tragbaren Raten zurückzuzahlen.“