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DRV-Prognose 2023
06.03.23, 10:08 Uhr

Branche peilt Vor-Corona-Umsatz an

DRV-Präsident Norbert Fiebig blickt zum Auftakt der ITB optimistisch auf das Reisejahr 2023 und sieht eine Trendwende im Buchungsverhalten.

Foto: DRV
Heute Abend wird in Berlin die ITB feierlich eröffnet. DRV-Präsident Norbert Fiebig blickt zum Auftakt der Messe optimistisch auf das Reisejahr 2023. „Deutschland will verreisen. Die Frühbucher sind zurück und die Reisebüros und Veranstalter sind mit Volldampf in dieses Jahr gestartet.“ Für den Sommerurlaub sind bei den Veranstaltern die Länder am östlichen Mittelmeer besonders stark nachgefragt, Kreuzfahrten verzeichnen ein deutliches Comeback, und Fernreisen legen auch erneut erheblich zu. „Wir sehen das große Bedürfnis nach Urlaub nicht nur für den Sommer. Urlaub hat insgesamt für die Menschen hohe Priorität. Das stimmt uns trotz der bekannten Unwägbarkeiten der weltpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen optimistisch, was das gesamte Reisejahr 2023 betrifft. Unsere Erwartung ist, auf dem Umsatzniveau des Rekordjahres 2019, also Vor-Corona, abzuschließen.“

Rund 40 Prozent des gesamten Buchungsumsatzes für den kommenden Sommer entfallen auf die Reiseziele im östlichen Mittelmeer, und damit an den Spitzenpositionen auf die Türkei, Griechenland und Ägypten. Beliebt bleibt aber auch Spanien, das Ziel annähernd gleichauf mit der Türkei liegt. Das ergeben die Auswertungen von Travel Data + Analytics (TDA) für den DRV. Demnach haben sich die Türkei-Umsätze bei den Veranstalterreisen kumuliert zum Vorjahr verdoppelt und weisen auch im Vor-Corona-Vergleich ein Wachstum von 25 Prozent auf.

Auch Ägypten und Tunesien sind wieder weit stärker nachgefragt und haben das jeweilige Umsatzniveau von 2019 bereits deutlich übertroffen. Tunesien und die Vereinigten Arabischen Emirate sind im Vergleich zum Vorjahr in die Top-15 vorgerückt. In dieser Rangliste finden sich auch die Fernreiseziele USA, Malediven und Mauritius – allesamt mit kräftigen Umsatzsteigerungen zum Vorjahr. Die Fernreise setzt damit im Sommer den Aufwärtstrend fort. Das Umsatzplus liegt bei 80 Prozent gegenüber dem Vorjahressommer.

Die Urlauber buchen wiedr deutlich früher

Dass die Deutschen trotz Ukraine-Krieg und hoher Inflation reisefreudig sind, zeigen die Buchungsumsätze in den Reisebüros und auf den Online-Reiseportalen. Schon seit Dezember übertreffen laut TDA-Auswertungen die Neubuchungseingänge fast durchgängig die Vergleichswochen des Vor-Corona-Jahres. Insbesondere der Januar war extrem buchungsstark. Die Umsatzeingänge haben sich gegenüber Januar 2022 verdoppelt, gegenüber Januar 2019 liegen sie zwölf Prozent im Plus. Und dieser Trend hält auch in den ersten zwei Wochen des Februars an. Die Zahl der gebuchten Gäste bleibt jedoch für den Sommer noch hinter der guten Umsatzentwicklung zurück.

Der größte Teil der Buchungen seit Jahresanfang – rund zwei Drittel – entfällt auf die Sommermonate zwischen Mai und Oktober. Fiebig sieht darin eine Trendumkehr: „Die Urlaubswilligen buchen wieder deutlich früher und nutzen die aktuellen Frühbucherermäßigungen der Reiseanbieter.“ Auch die Kreuzfahrtbuchungen steigen in diesem Jahr deutlich an. So beträgt der Umsatzzuwachs in diesem Sommer laut TDA-Analysen bislang 46 Prozent gegenüber dem Vorjahressommer, zu 2019 fehlt aktuell noch ein Viertel des Umsatzes.

Laut Fiebig sind die Vorzeichen für das gesamte Urlaubsjahr sind gut. Die meisten Länder seien geöffnet, es gebe so gut wie keine Reisebeschränkungen mehr. „Die Reisewirtschaft ist bereit, 2023 durchzustarten. Für die steigende Nachfrage brauchen wir einen stabilen, störungsfreien Flugverkehr.“ Die verschiedenen Akteure hätten schon Vieles auf den Weg gebracht, aber es gebe auch noch viel zu tun, um das zu erwartende hohe Aufkommen in den Haupturlaubszeiten zu bewältigen.