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Eckpunkte
06.07.22, 15:33 Uhr

DRV kritisiert Nationale Tourismusstrategie

Das Bundeskabinett hat die Eckpunkte der Nationalen Tourismusstrategie beschlossen. Laut DRV wird sie der Bedeutung des Auslandsgeschäfts nicht gerecht.

Foto: DRV
Heute hat das Bundeskabinett die Eckpunkte der neuen Nationalen Tourismusstrategie beschlossen. Laut DRV klingt die Bedeutung des Auslandsgeschäfts darin nur an. Die Bundesregierung und die Länder hätten den Inlandstourismus deutlich stärker im Blick. Gleichwohl sei der Auslandstourismus von gleich hoher Bedeutung, da zwei Drittel aller Reisen der Deutschen ins Ausland gehen.

„Tourismus ist nicht nur Deutschlandtourismus. Dem muss die Tourismusstrategie Rechnung tragen“, fordert DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Mit Auslandsreisen generiert die Reisewirtschaft Jahr für Jahr Umsätze von hohen zweistelligen Milliarden-Euro-Beträgen. Damit sichern die Anbieter tausende von Arbeitsplätzen in Deutschland und leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit Schwellen- und Entwicklungsländern.“

Laut DRV sollten die Besonderheiten des Auslandstourismus in der Nationalen Tourismusstrategie stärker Beachtung finden, zum Beispiel hinsichtlich der Regelungen von Grenzverkehren sowie der touristischen Entwicklung von Zielgebieten. Darüber hinaus sei ein enger Schulterschluss zwischen Tourismus und staatlicher Entwicklungszusammenarbeit notwendig. Gerade der Beitrag von deutschen Reisenden zur wirtschaftlichen Situation in Schwellen- und Entwicklungsländern übersteige den Entwicklungsetat der Bundesregierung deutlich.

Insgesamt bemängelt der DRV das die Bundesregierung hinsichtlich der Lösungsansätze und Maßnahmen sehr unkonkret bleibe. Aus den Eckpunkten könne die Reisewirtschaft bislang nicht genau erkennen, welchen Kurs die Regierung verfolge. Dazu müsse sie ihre konkreten Schritte, Initiativen und Maßnahmen vorlegen. Die Branche reiche dafür die Hand. Fiebig: „Wir brauchen, wie in der Pandemie auch, weiterhin eine starke und enge Zusammenarbeit zwischen Politik und Reisewirtschaft. Viele der Herausforderungen betreffen den innerdeutschen Tourismus ebenso wie den Auslandstourismus. Ob Fachkräftemangel, Digitalisierung, Mobilität und Fragen der Nachhaltigkeit, die Lösungen für diese Megathemen lassen sich nur im intensiven Austausch mit den Branchenakteuren erarbeiten.“