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Prognose
27.10.21, 12:26 Uhr

DRV erwartet ein weiteres schwieriges Jahr

Der DRV zieht eine ernüchternde Bilanz für das auslaufende Touristikjahr. Die Prognose für die neue Saison ist verhalten optimistisch.

Foto: iStock
Der DRV zieht im Vorfeld seiner Jahrestagung in Griechenland eine ernüchternde Bilanz für das auslaufende Touristikjahr. Zum Buchungsstand Ende September 2021 zeigen sich mit 69 Prozent Umsatzrückgang gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 erneut dramatische Einbrüche. Das entspricht einem Umsatzrückgang von fast zwölf Milliarden Euro bei den Veranstalterreisen. Vor allem der annähernde Totalausfall der Wintersaison zwischen November 2020 und April 2021 schlägt mit einem Umsatzrückgang von 94 Prozent gegenüber dem Winter 19/20 zu Buche. „Ein erneut schwieriges Jahr liegt hinter uns, nach einem Lockdown-Winter gab es erst im Sommer endlich Auftrieb “, resümiert DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Im Sommer 2021 ist die Urlaubsnachfrage angestiegen. Einige Wochen lang lag das Buchungsaufkommen deutlich über dem Niveau von 2019. Dabei haben die Urlauber so kurzfristig gebucht wie nie zuvor. Im Juli wurden 55 Prozent und im August 61 Prozent aller Reisen weniger als vier Wochen vor Abreise gebucht. Das starke Kurzfristgeschäft konnte die bis April aufgelaufenen Verluste allerdings nicht wettmachen. Die Sommersaison 2021 weist zum aktuellen Buchungsstand kumuliert einen Umsatzrückgang von 56 Prozent gegenüber dem Vor-Corona-Sommer 2019 auf. Die stärksten Umsatzverluste gab es mit 73 Prozent bei Fernreisen und mit 67 Prozent bei Kreuzfahrten.



Beim Vergleich zum Corona-Sommer 2020 wurde in den zurückliegenden Sommermonaten allerdings wieder deutlich mehr gereist. Besonders groß war die Nachfrage für Spanien, Griechenland und die Türkei. Auch die Vorausbuchungen für die Wintersaison ziehen seit September sichtlich an. Die Kanaren vereinen dabei rund ein Drittel des gesamten Umsatzes bei den Veranstalterreisen. Die Malediven und die Dominikanische Republik haben das Vor-Corona-Niveau fast erreicht. Ägypten ist trotz der Einstufung als Hochrisikogebiet gut gebucht, von alter Größe beim Umsatzvolumen allerdings weit entfernt (minus 53 Prozent im Vergleich zum Winter 19/20). Da weiterhin sehr kurzfristig gebucht wird, zeigt die anstehende Wintersaison noch einen hohen Rückstand von minus 50 Prozent im Vergleich zum Winter 2019/20.

Verhaltener Optimismus für 2021/22

„Es zeigt sich auch für den Winter, dass die Menschen verreisen wollen und die Möglichkeit ergreifen, wenn sich die Chance dazu bietet“, sagt Fiebig. „Allerdings besteht nach wie vor Unsicherheit durch sich zum Teil schnell ändernde Einreisebestimmungen. Aktuell gibt es noch immer keine wirkliche Planungssicherheit, weder für die Urlauber noch für die Reisewirtschaft.“

Der Blick des DRV auf das gesamte nächste Touristikjahr 2021/22 fällt verhalten optimistisch aus. Zwar steigen nach Angaben der Anbieter auch die Buchungen für Kreuzfahrten wieder sichtlich an, dennoch wird die vollständige Erholung nach Einschätzung von Fiebig noch dauern: „Wir stellen uns auf ein weiteres schwieriges Jahr ein. Eine Belebung erwarten wir erst ab dem zweiten Quartal. Ein Umsatzniveau annähernd wie vor der Pandemie wird sich wohl frühestens 2023 einstellen.“