12.11.20, 08:00 Uhr
Ferienhausanbieter prangern Google an
Insgesamt 165 internationale Online-Dienstleister, Unternehmen und Verbände haben sich in einem
Insgesamt 165 internationale Online-Dienstleister, Unternehmen und Verbände haben sich in einem offenen Brief an EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager gewandt. Der Vorwurf: Google nutzt als führende Internet-Suchmaschine die eigene Marktmacht aus und begünstigt sich selbst durch eine bevorzugte Darstellung und Platzierung in den Suchergebnissen. Bereits im Februar hatten sich Tourismusakteure zusammengeschlossen und eine Untersuchung durch die EU-Kommission gefordert.
„Während die einzelnen Anbieter im fairen Wettbewerb zueinander stehen, gibt es mit Google einen Marktteilnehmer, der mit Macht auf den Markt für Ferienwohnungen drängt und dabei mit unfairen Mitteln kämpft“, sagt Michelle Schwefel, Geschäftsstellenleiterin beim Deutschen Ferienhausverband. Der Vacation Rental Finder von Google sei nicht nur prominent in den Suchergebnissen platziert. Er sei auch so gestaltet, dass er sofort ins Auge falle und die Nutzer von den deutlich weniger attraktiv dargestellten Suchergebnissen der Wettbewerber ablenke. "Wir haben es mit einem übermächtigen Konkurrenten zu tun, der seine unangreifbare Dominanz ausnutzt, um einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen und schnell Marktanteile zu gewinnen", so Schwefel.
Der Deutsche Ferienhausverband begrüßt zwar, dass die EU das Problem im „Digital Services Act“ und in einer Gesetzesinitiative zur Regulierung von marktbeherrschenden Online-Unternehmen angehen will. Jedoch geht es dem Verband nicht schnell genug. „Die Corona-Krise hat die Tourismusbranche bereits schwer getroffen. In dieser unsicheren Situation wiegen die Regelverstöße Googles umso schwerer. Wir können nicht warten, bis die Direktive in Kraft tritt.“ Die Unterzeichner des Briefes fordern von der EU konsequentes Handeln und erinnern an das Jahr 2017. Damals wurde Google wegen eines Kartellrechts-Verstoßes mit einer Strafe von 2,42 Milliarden Euro belegt.

