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28.09.20, 08:00 Uhr

Paketer geraten in Bedrängnis

Die Coronakrise bringt die Paket-Reiseveranstalter zunehmend in Bedrängnis. Am vergangenen Freitag

Die Coronakrise bringt die Paket-Reiseveranstalter zunehmend in Bedrängnis. Am vergangenen Freitag musste Grimm Touristik nach 41 Betriebsjahren beim Amtsgericht Wetzlar die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (Az. 3 IN 91/29) beantragen. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Frankfurter Rechtsanwalt Thomas Rittmeister bestellt. Mit TP Tour Project und Unique North hatten bereits vorher zwei weitere Gruppenreisen-Spezialisten Insolvenzverfahren beantragen müssen. Beim Internationalen Verband der Paketer VPR versucht man, den Ball flach zu halten. „Es wäre in dieser Situation falsch, von den aktuellen Fällen auf die gesamte Branche zu schließen“, sagt Präsident Adriano Matera. „Jede eingeleitete Insolvenz hat ihre individuelle Geschichte und ist nach vielen gesunden Jahren mit gutem Wachstum vor allem auf die Verkettung der Umstände zurückzuführen.“ Vize-Präsident Christoph Knobloch, Geschäftsführer beim Paketer CTS Gruppen- und Studienreisen, weiß, wie dünn die Luft durch die Coronakrise geworden ist. „Wenn durch die europaweiten Absagen eine Vielzahl nicht eingelöster Deposit-Zahlungen von den Leistungsgebern nicht schnell genug zurückgezahlt werden und man zudem große Verpflichtungen durch eigene Garantieabnahmen hat, ist die Situation eines Liquiditätsengpasses in kritischer Größe schnell gegeben.“ Beide hoffen allerdings, dass die betroffenen Unternehmen die Geschäfte weiterführen können. Die Einleitung eines Insolvenzverfahrens gebe allen Unternehmen die Möglichkeit einer Bewertung gesunder Geschäftsbereiche, um die entstandene Schieflage zu korrigieren und die Fortführung zu sichern.