26.08.20, 08:00 Uhr
Bund verlängert Reisewarnung für 160 Länder
Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für 160 Staaten außerhalb Europas um zwei Wochen bis 14.
Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für 160 Staaten außerhalb Europas um zwei Wochen bis 14. September verlängert. Gewarnt wird vor nicht notwendigen, touristischen Reisen. Davon betroffen sind Urlaubsländer wie Ägypten, Tunesien und die Dominikanische Republik. Der DRV kritisiert die Entscheidung als „falsches Signal“. „Die Bundesregierung vernachlässigt Fakten und verengt ein komplexes Problem auf Reiserückkehrer“, zeigt sich DRV-Präsident Norbert Fiebig besorgt. Mit der erneut verlängerten Reisewarnung untersage die Bundesregierung de facto Reiseveranstaltern, Reisebüros und vielen touristischen Dienstleistern die Berufsausübung.
Laut DRV sind nicht die klassischen Pauschalurlauber für den aktuellen Anstieg der Coronainfektionen verantwortlich, sondern Reisende, die in diesen Gebieten in der Regel Familie, Verwandte und Freunde in osteuropäischen Ländern wie Serbien, Bosnien und Kosovo besuchen. Die Bundesregierung lasse aber den Eindruck zu, der Finca-Urlaub auf Mallorca sei höchst gefährlich und Reisen ins Ausland könnten moralisch verwerflich sein. Dies reduziere ein komplexes Problem pauschal auf Reiserückkehrer aus dem Ausland. Pauschalreisen stellten aber keine größere Gefahr dar als Bus- oder Bahnfahrten in deutschen Großstädten. „Die pauschale Verlängerung der weltweiten Reisewarnung lässt den differenzierten Blick auf ein komplexes Problem vermissen. Sie schadet damit auch der Reisewirtschaft in Deutschland, Europa und weltweit“, so Fiebig. Der DRV fordert deshalb erneut differenzierte Reisehinweise, die das Covid-Geschehen in den einzelnen Staaten und in deren Regionen angemessen beurteilt.
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