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03.06.20, 08:00 Uhr

Milliardenverlust im ersten Quartal

Die Corona-Pandemie macht Lufthansa schwer zu schaffen. In den ersten drei Monaten muss die Airline

Foto: Lufthansa
Die Corona-Pandemie macht Lufthansa schwer zu schaffen. In den ersten drei Monaten muss die Airline einen operativen Verlust von 1,2 Milliarden Euro verkraften. Im Vorjahr waren es minus 336 Millionen Euro. Das Konzernergebnis liegt bei minus 2,1 Milliarden Euro. Der Konzernumsatz ist um 18 Pro­zent auf 6,4 Milliarden Euro gesunken. Ursache der Entwicklung ist zum einen der Nachfragerückgang durch die Coronakrise. So sind im ersten Quartal 21,8 Millionen Passagiere mit der Lufthansa Group geflogen, rund ein Viertel weniger als im Vorjahr. Die Auslastung der Maschinen ist um 4,7 Punkte auf 73,3 Prozent gesunken. Gleichzeitig belasten höhere Kosten etwa durch stillgelegte Flugzeuge und die Treibstoffabsicherung das Quartalsergebnis. „Es ist uns gelungen, die Fixkosten innerhalb kurzer Zeit um ein Drittel zu senken. Dennoch verbrauchen wir im operativen Geschäft derzeit rund 800 Millionen Euro unserer Liquiditätsreserve pro Monat. Darüber hinaus werden vor allem Erstattun­gen von stornierten Flugtickets und die Rückzahlung von fälligen Finanzverbind­lichkeiten unsere Liquiditätsentwicklung absehbar belasten“, sagt Finanz-Vorstand Thorsten Dirks. Die Liquidität der Lufthansa Group betrug am Stichtag 31. März rund 4,3 Milliarden Euro. Stückkosten müssen sinken Trotz der zu erwartenden Milliardenhilfe durch den Staat müssen die Stückkosten weiter sinken. Dafür sollen unter anderem die laufenden Restrukturierungsprogramme bei Austrian Airlines und Brussels Airlines weiter verschärft werden. AUA hat eine langfristige Verringerung der Kapazität um 20 Prozent beschlossen und sich mit den Gewerkschaften auf eine Verringerung der Personalkosten um ebenfalls 20 Prozent verständigt. Brussels Airlines plant eine Verkleinerung der Flotte um 30 Prozent und eine Reduzierung der Belegschaft um 25 Prozent. Keine schnelle Erholung Zwar will Lufthansa ab Mitte Juni die Flugpläne der Konzern-Airlines auf rund 2.000 wöchentliche Verbindungen zu rund 130 Zielen weltweit ausbauen. Mit einer schnellen Erholung der Nachfrage rechnet der Vorstand jedoch nicht. Im September sollen bis zu 40 Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität angeboten werden. Die Zahl der Destinationen soll auf 70 Prozent des ursprünglichen Plans bei den Langstrecken und 90 Prozent auf der Kurzstrecke steigen. Ziel sei es, möglichst viele Destinationen für Urlauber und Geschäftsreisende wieder erreichbar zu machen. Trotzdem rechnet Lufthansa damit dass im nächsten Jahr immer noch 300 und im Jahr 2022 noch 200 der insgesamt 763 Flugzeuge geparkt sein werden. Selbst nach Beendigung der Krise, die für das Jahr 2023 erwartet wird, geht der Konzern von einer immer noch um 100 Flug­zeuge kleineren Flotte aus.