04.05.20, 08:00 Uhr
Streit um kostenlose Stornierungen
Zwischen dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und dem DRV ist ein Streit um die Frage

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Zwischen dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) und dem DRV ist ein Streit um die Frage entbrannt, ob Reisen nach dem 14. Juni von den Kunden bereits jetzt kostenlos storniert werden können. Die Verbraucherschützer sagen ja und argumentieren mit einem Gutachten des renommierten Reiserechtlers Klaus Tonner. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Umstände der Covid-19-Pandemie zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Reise führen. Das legten die bisherigen Pressemeldungen und Aussagen von hochrangigen Politikern wie etwa Bundesaußenminister Heiko Maaß oder dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder nahe. Mit einer Änderung dieser Umstände sei bis Ende August nicht zu rechnen.
Der DRV bangt um die Buchungen für die Sommersaison und hält mit einem Gutachten des Reiserechtsexperten Hans-Josef Vogel von der Kanzlei Beiten Burkhardt dagegen. Eine Prognoseentscheidung darüber, ob Reisen nach dem 14. Juni möglich oder nur mit erheblichen Einschränkungen möglich sind, könne zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgegeben werden. Wenn Virologen es nicht wissen, wie sollten es Juristen beurteilen können, heißt es beim DRV. Nach Auffassung des Verbands gelten bei jetzigen Stornierungen von Reisen nach dem 14. Juni die jeweiligen Stornobedingungen der Veranstalter.
„Es ist unverantwortlich vom VZBV, Verbrauchern hier eine Sicherheit zu suggerieren, die es nicht gibt und derzeit auch nicht geben kann“, sagt DRV-Präsident Norbert Fiebig. „Warum sollte es nicht möglich sein, in Länder zu reisen, die mit Deutschland vergleichbare oder bessere Bedingungen haben. Wir brauchen unbedingt wieder differenzierte Reisehinweise.“

