09.04.20, 08:00 Uhr
„Die Reisebranche steht vor dem Kollaps“
Der Deutsche Ferienhausverband, der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und der Bundesverband der

Foto: CDC/ Alissa Eckert MS, Dan Higgins MAM
Der Deutsche Ferienhausverband, der Verband Internet Reisevertrieb (VIR) und der Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD) befürchten einen Kollaps der Reisebranche. Auf ihrer gestrigen Kabinettssitzung wollte die Bundesregierung eigentlich die Gutscheinlösung für Pauschal- und Flugreisen verabschieden. Wegen der fehlenden Zustimmung aus Brüssel wurde das Thema aber wieder von der Agenda gestrichen. Die drei Verbände sehen keine Möglichkeit, noch länger zu warten und fordert eine Sofortlösung für vier Probleme.
Die Verbände fordern die Bundesregierung auf, es anderen EU-Mitgliedsstaaten gleichzutun und umgehend eine verpflichtende Gutscheinlösung einzuführen. Zwar begrüßen sie das Anliegen, eine gesamteuropäische Lösung zu finden. Aber wenn diese für einen Großteil der Tourismusunternehmen zu spät komme, sei niemandem geholfen. Außerdem müssten Einzelreiseleistungen in die Gutscheinlösung integriert werden. Der Individualtourismus stehe vor einer vergleichbaren Problematik wie der Pauschaltourismus. Auch lösten Gutscheine nicht alle Probleme. Insbesondere im B2B-Bereich könnten Gutscheine keine Lösung sein.
Die Verbände erneuern ihre Forderung nach einem Fonds, in den die Tourismusunternehmen die Rückzahlungen an ihre Kunden auslagern und gleichzeitig die Forderungen gegenüber den Leistungsträgern abtreten. Die Leistungsträger und Reisevermittler könnten ebenfalls ihre Rückzahlungsverpflichtungen auslagern. Die Bundesregierung soll als Schuldner fungieren. Den Unternehmen soll ein angemessen langes Zahlungsziel und Zahlungskonditionen eingeräumt, um die ausgelagerte Summe zurückzuzahlen.

