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01.11.18, 08:00 Uhr

Ägypten-Comeback

Etliche Besuchergruppen sind an diesem Tag im Hatschepsut-Tempel in Theben-West unterwegs. Ein Bild,

Foto: Travel One/Petra Hirschel
Etliche Besuchergruppen sind an diesem Tag im Hatschepsut-Tempel in Theben-West unterwegs. Ein Bild, wie man es in den vergangenen Jahren nicht mehr kannte. Lange hat Ägyptens Tourismus darauf gewartet, dass wieder Normalität eintritt. Doch die Krise, in der das Land als Reisedestination seit dem Beginn des Arabischen Frühlings im Januar 2011 gesteckt hat, ist offenbar vorbei. Selbst an den Nil, wo der Tourismus fast gänzlich zum Erliegen gekommen war, kehren die Besucher zurück. Und in den Badedestinationen am Roten Meer, die vom Gästeschwund nicht so extrem betroffen waren wie Oberägypten, sind die Hotels wieder gut ausgelastet. „Den sieben mageren Jahren folgen nun sieben fette Jahre“, meint Samih Sawiris, Gründer des Ferienstädtchens El Gouna am Roten Meer, Präsident der Orascom Development Holding Gruppe und Gesellschafter der Münchener Unternehmensgruppe FTI. Die Hotels in El Gouna sind derzeit zu 85 Prozent belegt. Sorgenkind bleibt allerdings Taba Hights. Der zweite ägyptische Ferienort von Orascom liegt auf dem Sinai, südlich der israelischen Stadt Eilat, und damit in einer Region, vor deren Besuch das Auswärtige Amt der Bundesrepublik weiterhin warnt. Sawiris hofft, dass die Behörde ihre Einschätzung bald revidiert – damit sich der Tourismus im gesamten Land erholen könne. FTI: Nachfrage steigt Sein Mitstreiter, FTI-Chef Dietmar Gunz, baut unterdessen das Ägypten-Programm des Veranstalters weiter aus. Denn die Unternehmensgruppe blickt auf ein nach eigenen Angaben erfolgreiches Ägypten-Jahr zurück. Rund 820.000 Kunden aus verschiedenen europäischen Märkten reisten im vergangenen Jahr mit FTI in das nordafrikanische Land, was einem Plus von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Mehrzahl der Gäste stammte aus Deutschland: Rund 680.000 Bundesbürger buchten bei den Marken FTI, 5vorFlug und Big Extra einen Ägyptenurlaub. Der Aufwärtstrend setze sich weiter fort, so der FTI-Ägyptenverantwortliche Elia Gad. Die Vorausbuchungen für Reisen im neuen Geschäftsjahr beziffert das Unternehmen mit 172.000. Erstmals können Urlauber bei FTI verschiedene Hotels an der ägyptischen Mittelmeerküste buchen. Das Unternehmen bietet in der kommenden Sommersaison die Region zwischen Marsa Matruh und Alexandria an. Der Küstenstreifen ist bislang vor allem ein Urlaubsziel für Ägypter und Besucher aus dem arabischen Markt. Versuche von Veranstaltern, auch Deutsche dorthin zu locken, waren bislang weniger erfolgreich. Inlandsflüge ab El Gouna geplant Eine neue Note sollen dem Ägypten-Tourismus außerdem die geplanten Inlandsflüge ab El Gouna geben. Auf dem kleinen Flugplatz der Ferienstadt nördlich von Hurghada starten bislang ausschließlich Privatjets. FTI baut darauf, dass Anfang nächsten Jahres dort auch Propellermaschinen mit 80 Sitzen abheben. Die Startbahn wurde deshalb bereits verlängert. Doch es fehlt noch das Okay der ägyptischen Behörden. Geben diese dem Vorhaben ihren Segen, will FTI von El Gouna aus Gäste zweimal täglich nach Luxor sowie nach Kairo fliegen. Mit dem Ziel, den Kunden mehr Möglichkeiten bei der individuellen Gestaltung des Urlaubs zu geben. Das heißt zum Beispiel: Sie können dann sowohl kürzere als auch längere Nilkreuzfahrten mit einem Strandurlaub am Roten Meer verbinden und sind nicht mehr gezwungen, sich an Wochenrhythmen zu halten. „Rund 80 Prozent der Kunden kombinieren Kreuzfahrt und Badeaufenthalt“, so Gad. Die kurzen Flüge sollen außerdem für Tagesausflügler eine Alternative zu den langen Busfahrten sein. Petra Hirschel