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12.10.18, 08:00 Uhr

DRV fordert „globales Denken“ der Branche

DRV-Präsident Norbert Fiebig fordert von der Touristik ein globales Denken. Europa solle eine

Foto: DRV
DRV-Präsident Norbert Fiebig fordert von der Touristik ein globales Denken. Europa solle eine gemeinsame Position gegen eine Einschränkung einnehmen. Gefahr sieht er besonders durch die Populisten, die national denken und sich dafür Ressentiments bedienen. So stehe nun bald die Umsetzung des Brexit bevor. Daher habe der Verband die Tagung unter das Motto „Think global“ gestellt, Probleme könnten nur zusammen gelöst werden. Auch bei einer nationalen Tourismusstrategie, die kommen solle, müsse international gehandelt werden. Dazu gehöre auch die Entwicklungszusammenarbeit, die auch für den Tourismus eine große Bedeutung habe. Damit unterstütze er die Prämisse des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Gerd Müller, der als Gastredner ebenfalls auf der Tagung ist. Große Probleme sieht Fiebig auf Europa und die Reisewirtschaft durch den bevorstehenden Brexit zukommen. Die Luftverkehrsabkommen werden ihre Gültigkeit verlieren, aber auch die Arbeite für die Reisebüros werde erschwert: „Können Reisen nach Großbritannien nach einem Brexit ohne Probleme durchgeführt werden? Was ist mit der Einreise? Gibt es neue Regelungen?“ Eine weitere Gefahr drohe aus Europa mit der Einführung einer kollektiven Sammeklage. „Das letzte, was wir brauchen, ist eine Klageindustrie nach amerikanischem Vorbild!“ In der Touristik liege die Zahl der Reklamationen unter zwei Prozent. Das Thema, das die Branche am stärksten beschäftige, sei aber das neue Reiserecht, das sich durch die Komplexität zu einem Bürokratiemonster entwickelt habe. Am stärksten betroffen sei der stationäre Vertrieb, der Online-Vertrieb sei durch die Möglichkeit des Klicks auf „OK“ im Vorteil. Auf keinen Fall dürfe es dazu kommen, dass die Reisebüros beim Verkauf von Einzelleistungen in die Veranstalterhaftung geraten. Erneut bekräftigt Fiebig seine Forderung, dass die Urlaubssteuer abgeschafft werden müsse. Rückenwind gebe es durch die jüngste Entscheidung des Finanzgerichts Düsseldorf. Auch ökologische und soziale Verantwortung seien unverzichtbare Grundlagen des weltweiten Tourismus, so Fiebig weiter. So gehöre ein Unternehmen, das sich dem Thema plastikfreies Reisen widme, zu den Finalisten um den Eco Trophea in diesem Jahr. Auch die Preisteile in den Katalogen sind nach Einschätzung von Fiebig nicht mehr erforderlich, weder für Verbraucher noch Reisebüros. Die für den Wegfall der gedruckten Preisteile erforderlichen Gesetzesänderungen sollten dann eben vorgenommen werden.