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18.05.18, 08:00 Uhr

Kandas Osten mit Potenzial

Wieder einmal herrscht in der kanadischen Touristik durchweg Zufriedenheit. Nach einem Jahr mit

Wieder einmal herrscht in der kanadischen Touristik durchweg Zufriedenheit. Nach einem Jahr mit besten Besucherzahlen blicken die Verantwortlichen von Destination Canada mit Zuversicht in die Zukunft. Zu spüren war dies auf dem Rendez-Vous Canada. Die Reisemesse fand in diesem Jahr in Halifax statt, mit rund 1.900 Teilnehmer wurde eine neue Bestmarke erreicht. Beste Zahlen gab es 2017 auch aus Deutschland: 388.000 Reisende kamen ins Land, ein Plus von rund fünf Prozent. Für dieses Jahr rechnen die deutschen und kanadischen Touristiker mit einem weiteren Zuwachs auf rund 399.000 Gäste, ein weiterer Schritt in Richtung Rekordmarke. Diese liegt seit 1996 bei 446.000 Besuchern. Der Optimismus zeigt sich auch bei den deutschen Veranstaltern, denn erstmals kamen 36 Vertreter deutscher Unternehmen zum Rendez-Vous. Per Illian, Leiter für Nordamerika bei der DER Touristik, erwartet nach den Top-Werten 2017 für 2018 einen weiteren Zuwachs. „Es gibt keine negativen Trends, eine größere Rolle wird nur die Preisfrage einnehmen.“ Für den Westen des Landes müsse mit höheren Preisen gerechnet werden, besonders für Vancouver sei dies eine Herausforderung, mit der entsprechend gearbeitet werden müsse. Ein besonders Potenzial sieht er aber, wie auch Canusa Geschäftsführer Tilo Krause-Dünow, im Osten des Landes. „Wir arbeiten an einer Verlängerung der Saison, die Campingplätze müssen länger geöffnet sein. Wir müssen die Nachfrage wecken“, meint dieser. „In den am Atlantik liegenden Provinzen herrscht ein großer Enthusiasmus“, sieht Barbara Ackermann, Leiterin der Vertretung von Destination Canada in Deutschland, gute Bedingungen. Die stärkere Nutzung der Nebensaison wünscht sich auch Rupert Peters, dem von London aus die europäischen Märkte und Indien unterstehen. „Wir müssen stärker in diese Saisonphasen und die weniger nachgefragten Destinationen einsteigen. Die deutschen Gäste haben mit 19 Tagen im Durchschnitt die längste Aufenthaltsdauer. Es gibt gute Grundlagen, diese außerhalb der Hauptsaison auszudehnen.“ Einen weiteren Pluspunkt sehen sowohl die Verantwortlichen in Kanada als auch in Deutschland in der Veränderung der Darstellung Kanadas in den vergangenen Jahren. „Früher standen bestimmte Benutzergruppen im Mittelpunkt, nun sind es Altersgruppen. Kanada ist jetzt eine junge und frische Destination. Es wird eine jüngere Zielgruppe angesprochen, dabei hilft auch Premierminister Justin Trudeau mit seinem Auftreten und dem jungen Image, das er vermittelt“, ist Krause-Dünow überzeugt. Die Nutzung und der Ausbau des digitalen Marketings wie beispielsweise mit Videos gehe weiter voran, gibt Peters die Richtung vor. „Wir müssen Emotionen schaffen, die dann zum Verkauf von Produkten führen.“ Triebfedern seien Natur und Outdoor, aber auch die Städte. „Dies in Kombination mit dem De-Stress machen das Land zu einer Traumdestination“, ergänzt Ackermann. Dabei hat Peters aber keine leichte Arbeit, denn die Konzentration in der Zentrale von Destination Canada liegt in diesem Jahr auf dem chinesischen Markt. CEO David Goldstein sieht hier das größte Potenzial und will dieses unbedingt ankurbeln und nutzen, für 2018 sind diverse Aktionen geplant. Immer wieder wird die Bedeutung der chinesischen Gäste wiederholt und betont. Auf der anderen Seite versichert er aber, dass diese Verstärkung des Marketings nicht auf Kosten der europäischen Quellmärkte geht. Es komme zu keinerlei Einsparungen. Canusa-Chef Krause-Dünow gibt aber auch zu bedenken, dass die Art der Chinesen zu reisen eine vollkommen andere sei und dass die Zahl von Besuchern und Einnahmen in einem völlig anderen Verhältnis stehen. Auch diverse Produktfelder wie Wohnmobile und Destinationen wie die nordischen Provinzen spielen auf dem chinesischen Markt praktisch keine Rolle.