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22.04.18, 08:00 Uhr

Ein Schiff für Alaska: die Norwegian Bliss

Die Norwegian Bliss ist fertig. Die in Miami ansässige Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) stellte

Die Norwegian Bliss ist fertig. Die in Miami ansässige Reederei Norwegian Cruise Line (NCL) stellte ihr 16. Kreuzfahrtschiff Touristikern aus Europa vor. Diese erlebten den Ozeanriesen während einer zweitägigen Einführungsfahrt von Bremerhaven nach Southampton. von Petra Hirschel Das Wetter ist wie bestellt. Sommerlich warm, und keine Wolke hängt an diesem Tag am norddeutschen Himmel. Und auch der Sonne scheint eine Aufgabe zugewiesen zu sein.  Als orangefarbener Ball versinkt sie abends langsam im Meer – als wolle sie Werbung für die Lounge mit den großen Glasfronten machen. Norwegian Cruise Line hat erstmals ein Schiff mit Areal für alle Gäste bestückt, das zum Schauen aufs Meer einladen soll. Auf dem Neubau Norwegian Bliss befindet sich auf Deck 15 im Bug eine, wie Andy Stuart sagt, „riesige Lounge“. „Wir wollen zwischen unseren Gäste und dem Meer eine Verbindung herstellen“, betont der Präsident und CEO der Reederei. Vorbei sind bei NCL ganz offensichtlich die Zeiten, in denen der Blick fast ausschließlich nach Innen gerichtet war. Auch Gäste von Ozeanriesen wie der Bliss sollen nicht vergessen, dass sie auf dem Meer unterwegs sind und sich nicht in einem Hotelresort an Land aufhalten. Alle neuen NCL-Schiffe erhielten daher bereits Restaurants mit Außenbereichen. Auch die verglaste Lounge ist in diesem Kontext zu sehen. Das Ganze ist allerdings auch dem Fahrtgebiet im Sommer geschuldet: NCL setzt die Bliss vor der Küste Alaskas ein. Die Passagiere sollen die Möglichkeit haben, die spektakuläre Landschaft des nördlichsten Bundesstaates der USA vom Schiff aus zu genießen. Erste Gäste an Bord Die Reederei stellte das Kreuzfahrtschiff jetzt ihren europäischen Partnern vor. Am 19. April übernahm NCL den Neubau von der Papenburger Meyer-Werft. Als erste Gäste gingen dann in Bremerhaven rund 2.000 Touristiker an Bord, darunter viele Reisebüromitarbeiter aus Deutschland. Sie machten sich zwei Tage lang über Kabinen, Gastronomie und Unterhaltungsangebot schlau. Bei der Bliss handelt es sich um ein weiteres Schiff der sogenannten Breakaway-Plus-Klasse. Die Baureihe folgte den zwei Breakaway-Schiffen, zu der Namensgeber Breakaway (3.963 Passagiere bei Doppelbelegung der Kabinen, Raumvolumen: 145.655 Bruttoregistertonnen) sowie die Getaway gehören, und ist etwas größer als diese. Als erstes Schiff der Klasse ging 2015 die Norwegian Escape (4.266 Passagiere, 164.600 BRT) an den Start, im vergangenen Jahr folgte die Norwegian Joy. Letztere ist baugleich zur Bliss; die Passagierzahl liegt bei 4.004, die BRT bei 167.800. Die zwei Schwestern gleichen sich allerdings nicht bis ins Detail. Die Joy wurde für den chinesischen Markt konzipiert, das Angebot daher dem asiatischen Geschmack angepasst. Die Bliss dagegen soll international vermarktet werden. Kartbahn und Laser-Tag Eines der neuen Angebote an Bord wurde allerdings aufgrund des Erfolges bei den Chinesen übernommen: die Kartbahn. Auf Deck 18 und 19, den obersten Deck, können Passagiere im Heck auf das Gaspedal treten. Die Spitzengeschwindigkeit der Elektrowagen liegt bei 50 Stundenkilometer. Auf dem Oberdeck befindet sich auch der Nachbau einer verlassenen Raumstation. In zwei Gruppen aufgeteilt bekämpfen sich dort Gäste mit Laserpistolen. Damit wird sich nicht jeder anfreunden können. Vielleicht aber mit den beiden Wasserrutschen. 100 Meter lang ist die Tandemrutsche. Und mit einem freien Fall beginnt die Rutsche Ocean Loops. Großes kulinarisches Angebot Wie auf allen NCL-Schiffen ist auch auf der Bliss das kulinarische Angebot groß. Neben den vier allgemeinen Restaurants gibt es sieben Spezialitätenrestaurants und außerdem Pubs mit Speisekarte sowie ein Gastronomieangebot für die Suitengäste. Neu ist das Spezialitätenrestaurant Los Lobos, das sich der mexikanischen Küche verschrieben hat. Erstmals lädt NCL zudem in ein „Smokehouse“, wo bei Countrymusik texanisches Barbeque serviert wird. Kabinen und Suiten Die Bliss verfügt über 1.963 Kabinen, das heißt über 1.088 Balkonkabinen, 111 Außenkabinen ohne Balkon, 308 Mini-Suiten, 374 Innenkabinen sowie 82 Innenkabinen für Alleinreisende (diese befinden sich im sogenannten Studiobereich für Singles). Hinzu kommen die Suiten im exklusiven Haven, insgesamt 80 an der Zahl. Alaska und Karibik Die Bliss fährt jetzt über den Atlantik. Am 4. Mai soll sie New York erreichen, von dort aus die US-amerikanische Ostküste gen Süden entlangschippern, um am 8. Mai in Miami anzukommen. Die nächste Reise geht durch die Karibik und den Panamakanal mit Ziel Los Angeles (25. Mai). Und am 30. Mai soll Seattle den Ozeanriesen begrüßen. Die Stadt in Washington ist für mehrere Monate Heimathafen des Bliss. Sie bricht von dort aus als größtes Schiff zu einwöchigen Alaska-Kreuzfahrten auf. Im Herbst fährt sie dann zurück in die Karibik, und im Sommer 2019 steht wieder Alaska im Fahrplan. Zur Bildergalerie geht es hier