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Quartalszahlen

LH profitiert von Reiselust – Eurowings wächst in Berlin

Während die Lufthansa Group die gestiegenen Treibstoffkosten kompensieren konnte, kämpft Eurowings stärker mit den Folgen hoher Kerosinpreise. Die Nachfrage nach Flugreisen bleibt jedoch in beiden Bereichen auf einem hohen Niveau.

Rekordumsätze, volle Flugzeuge und neue Strecken: Die Lufthansa Group und Eurowings ziehen nach den ersten neun Monaten 2026 eine überwiegend positive Bilanz.Foto: Ceri Breeze/iStock
Die Lufthansa Group hat im dritten Quartal trotz deutlich höherer Treibstoffpreise ein Rekordergebnis erzielt. Die Nachfrage nach Flugreisen blieb Konzernangaben zufolge in den Sommermonaten hoch, insbesondere auf Langstrecken nach Nordamerika und Asien sowie im Premiumsegment. Der Konzern konnte die gestiegenen Kosten nach eigenen Angaben durch höhere Erlöse und ein striktes Kostenmanagement mehr als ausgleichen.

„Das vergangene Quartal war das umsatzstärkste in der Geschichte der Lufthansa Group“, sagt Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Besonders die Investitionen in die Modernisierung der Flotte und des Bordprodukts würden sich zunehmend auszahlen.

Premium- und Fernreisen bleiben gefragt

Getragen wurde die Entwicklung vor allem von der anhaltend hohen Nachfrage nach Fernreisen sowie Premiumangeboten. Vor allem Verbindungen nach Asien und Nordamerika entwickelten sich stark. Die Netzwerk-Airlines der Gruppe, zu denen Lufthansa, Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines gehören, erzielten dadurch höhere Durchschnittserlöse.

Während Swiss, Austrian Airlines und Brussels Airlines ihre Ergebnisse verbessern konnten, arbeitet Lufthansa Airlines weiter am wirtschaftlichen Turnaround der Kernmarke. Hier belasteten neben den gestiegenen Treibstoffkosten auch die Auswirkungen der Streiks aus dem ersten Halbjahr.

Eurowings zählt mehr als 18 Millionen Passagiere

Auch Eurowings blickt laut Unternehmensangaben auf eine starke Nachfrage im touristischen Verkehr zurück. In den ersten neun Monaten des Jahres beförderte der Ferienflieger mehr als 18 Millionen Passagiere. Die Auslastung erreichte im Sommerquartal 88 Prozent, zugleich meldet die Airline eine hohe Kundenzufriedenheit.

Zum Winter baut Eurowings das Streckennetz weiter aus. Besonders deutlich wächst die Fluggesellschaft am Hauptstadtflughafen BER. Mit zusätzlichen Flugzeugen, höheren Frequenzen und neuen Strecken nach Bologna, Rom, Nizza, Kuusamo und Lissabon erweitert Eurowings das Angebot in Berlin auf insgesamt 38 Ziele.

Außerdem führt die Airline zum 1. Dezember den neuen Premium BIZ Seat auf allen Dubai-Flügen sowie auf ausgewählten Strecken nach London, Mallorca und Málaga ein.

Kerosinpreise treffen Eurowings stärker als den Gesamtkonzern

Ein wichtiger Unterschied zeigt sich allerdings bei den Ergebnissen. Während die Lufthansa Group die um mehr als eine halbe Milliarde Euro gestiegenen Treibstoffkosten konzernweit kompensieren konnte, belasten die höheren Kerosinpreise das Geschäft von Eurowings deutlich stärker.

Hinzu kommen der Eurowings-Meldung zufolge steigende Steuern und Gebühren am Luftverkehrsstandort Deutschland. Entsprechend blieb das Ergebnis von Eurowings und der Beteiligung Sun Express für die ersten neun Monate des Jahres unter Druck, obwohl die Nachfrage auf den Europa-Strecken weiterhin hoch sei.

Cargo und Technik sorgen für zusätzlichen Rückenwind

Neben der Passagierluftfahrt entwickelten sich auch die übrigen Geschäftsfelder positiv. Wie der Lufthansa-Konzern bekannt gab, profitierte Lufthansa Cargo von einer anhaltend starken Nachfrage im Luftfrachtgeschäft und steigerte den operativen Gewinn deutlich. Lufthansa Technik setzte den Wachstumskurs ebenfalls fort und meldete eine hohe Nachfrage nach Wartungs- und Reparaturleistungen.