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BB Kreuzfahrt
TDA-Marktanalyse

Kreuzfahrtgäste hängen erstmals Fernreisende im Winter ab

Kreuzfahrten werden zum Lichtblick im schwachen Wintergeschäft. Die Umsätze liegen vier Prozent über Vorjahr, die Gästezahlen sogar acht Prozent. Erstmals waren damit zum Start der Wintersaison mehr Kreuzfahrtgäste als Fernreisende gebucht. Derweil nimmt auch der Sommer 2027 Fahrt auf.

Foto: iStock/cassinga

Der Sommer 2026 hat sein Umsatzplus sicher, doch der Winter kommt weiterhin nicht in Schwung. Die neue Marktanalyse von Travel Data + Analytics (TDA) zeigt, dass sich der Buchungsrückstand im September wieder vergrößert hat. Ein Lichtblick sind die Kreuzfahrten, die bei Umsatz und Gästezahlen deutlich zulegen. Und auch die Vorausbuchungen für den Sommer 2027 ziehen an.

Der Urlaubssommer 2026 ist für die Reisebranche unterm Strich ein Erfolg. Bereits Ende September, einen Monat vor dem offiziellen Saisonende, liegen die Umsätze drei Prozent über dem Vorjahr. Zwar hat sich das Plus gegenüber August um einen Prozentpunkt verringert, doch die positive Sommerbilanz ist damit gesichert.

Anders sieht es mit Blick auf die Wintersaison 2026/2027 aus. Nachdem sich der Umsatzrückstand im August auf zwei Prozent verringert hatte, wächst das Minus im September wieder auf drei Prozent gemessen am Vorjahr. Vor allem für die frühen Wintermonate November und Dezember fehlen Buchungen. Reisen von Januar bis März verzeichnen dagegen leichte Zuwächse, allerdings auf einem noch niedrigen Niveau.

Sommer 2027 nimmt Fahrt auf

Während der Winter schwächelt, beschäftigen sich offensichtlich schon viele Urlauber mit dem nächsten Sommer. Im September entfielen 29 Prozent der neu gebuchten Umsätze auf Reisen im Sommer 2027. Damit liegen die Frühbuchungen fast gleichauf mit dem Wintergeschäft, das auf einen Umsatzanteil von 30 Prozent kommt.

Besonders erfreulich für den stationären Vertrieb: Die frühen Sommerbuchungen legen vor allem in den Reisebüros zu. Hier registriert TDA bereits ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig bleibt das kurzfristige Geschäft ein wichtiger Umsatzbringer. Insgesamt 38 Prozent der im September neu gebuchten Umsätze sind auf Abreisen im September und Oktober entfallen. Rund ein Viertel des Monatsumsatzes steuerten kurzfristig gebuchte Oktoberreisen bei. Weitere zwölf Prozent stammten aus Last-Minute-Buchungen für Abreisen im September. Drei Prozent entfallen auf Reisen nach dem Sommer 2027.

Winterflaute trifft Reisebüros und Online-Vertrieb

Die schwache Winternachfrage macht sich in beiden Vertriebskanälen bemerkbar. In den Reisebüros liegen die bislang gebuchten Umsätze für die Saison 2026/2027 drei Prozent unter Vorjahr. Im Online-Vertrieb beträgt das Minus zwei Prozent.

Vor allem die Zurückhaltung bei Reisen im November und Dezember belastet das Geschäft. Die leichten Zuwächse für Januar, Februar und März reichen bislang nicht aus, um den Rückstand auszugleichen.

Kreuzfahrten halten den Winter über Wasser

Eine Ausnahme bilden abermals das Geschäft mir Hochseereisen: Während der Winter insgesamt schwächelt, legt die Nachfrage nach Kreuzfahrten deutlich zu. Die Umsätze für die kommende Wintersaison liegen vier Prozent über dem Vorjahr. Bei den gebuchten Gästen beträgt das Plus sogar acht Prozent.

Bemerkenswert ist auch eine Verschiebung im Reisevertrieb: Zum Buchungsstand Ende September zählt TDA für die kommende Wintersaison erstmals mehr gebuchte Kreuzfahrtgäste als Fernreisende.

Wie stark die Kreuzfahrten den Gesamtmarkt stützen, zeigt eine weitere Zahl aus der TDA-Analyse: Ohne das Geschäft auf See lägen die Veranstalterreisen für den Winter 2026/2027 beim Umsatz fünf Prozent unter dem Vorjahr. Bei den gebuchten Gästen wäre der Rückstand mit neun Prozent sogar noch größer.

Neben Kreuzfahrten verzeichnen lediglich erdgebundene Reisen ein Wachstum. Alle übrigen Segmente bleiben hinter dem Vorjahr zurück.

Reisebüros können auf den nächsten Sommer hoffen

Damit zeichnet sich ein deutliches Bild ab: Während sich das Wintergeschäft trotz zwischenzeitlicher Erholung weiterhin schwertut, entwickelt sich die Nachfrage nach Sommerurlauben 2027 bereits positiv. Für Reisebüros ist vor allem das Wachstum bei den frühen Sommerbuchungen ein gutes Signal.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die stärkere Nachfrage nach Sommerreisen anhält und das Wintergeschäft seinen Rückstand noch verringern kann. Vorerst bleibt die Kreuzfahrt der wichtigste Lichtblick in einer ansonsten schwachen Wintersaison.

Die TDA-Analyse basiert auf Buchungen von Veranstalterreisen in stationären Reisebüros und über Online-Kanäle. Dazu zählen Reiseveranstalterportale und Online-Reisebüros mit Schwerpunkt auf Pauschalreisen.

Felix Hormel