Sören Hartmann tritt ab – BTW sucht neuen Präsidenten
Nach fünf Jahren an der Spitze des BTW macht Sören Hartmann im Dezember Platz. Der Präsident des Dachverbands der Tourismuswirtschaft verzichtet auf eine erneute Kandidatur und will sich künftig stärker anderen beruflichen und persönlichen Projekten widmen. Gespräche über die Nachfolge laufen bereits.

Sören Hartmann verzichtet auf eine erneute Kandidatur als Präsident des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW). Nach zwei Amtszeiten und fünf Jahren an der Verbandsspitze endet seine Präsidentschaft damit im Dezember. Das BTW-Präsidium berät bereits über die Nachfolge.
Über seine Entscheidung hat Hartmann die Mitglieder des Verbands am vergangenen Freitag informiert. Bei der Mitgliederversammlung im Dezember wird turnusgemäß das gesamte Präsidium einschließlich des Präsidentenamts neu gewählt.
Hartmann zieht Bilanz seiner Amtszeit
„Als ich das Amt übernommen habe, war mein Ziel klar: Die Tourismuswirtschaft braucht im politischen Berlin eine Stimme, die gehört wird“, sagt Hartmann. Diesen Anspruch sieht er inzwischen erfüllt. „Heute kann ich sagen: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.“
Während seiner Amtszeit habe der BTW seine Mitgliederzahl verdoppelt und sich politisch wie medial stärker positioniert. Unter dem Dach des Verbands sind inzwischen unter anderem elf Mitgliedsverbände organisiert. Damit vertritt der BTW mittelbar mehr als 65.000 Akteure der Tourismuswirtschaft. „Das ist ein enormes Pfund im politischen Berlin und stärkt die Wahrnehmung unserer Branche erheblich“, ist der Ex-Dertour-Manager überzeugt. Für ihn sei deshalb nun der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen.
Der BTW habe wieder die Kraft, „sich vollumfänglich weiter für unsere Brancheninteressen einzusetzen“, so Hartmann. Zugleich würdigt er die Arbeit der Geschäftsstelle. Ohne deren „starken Initiativen und die personelle Neuausrichtung“ wäre dem Verband „dieser Erfolg nicht gelungen“.
Bis zur Mitgliederversammlung im Dezember will Hartmann im Amt bleiben. Auch danach wolle er der Branche „eng verbunden“ bleiben.
BTW führt Gespräche über Nachfolge
„Ich bin Sören Hartmann für die enge, vertrauensvolle und immer wertschätzende Zusammenarbeit sehr dankbar“, sagt Hartmanns Generalsekretär Sven Liebert. Der Verband bedauere Hartmanns Entscheidung, habe zugleich aber Verständnis dafür.
Hartmann wolle sich künftig stärker auf seine aktuellen beruflichen Projekte konzentrieren. Zudem wolle er mehr Zeit für persönliche Interessen, Familie, Freunde und Reisen haben. „Der Grundstein für die weitere erfolgreiche Ausbauarbeit des Verbands ist gelegt“, sagt Liebert. Die Geschäftsstelle wolle daran gemeinsam mit dem künftigen Präsidium und dem neuen Präsidenten anknüpfen. Es gebe Liebert zufolge bereits „sehr gute Gespräche mit möglichen Kandidatinnen und Kandidaten“.
Seit 2022 an der Verbandsspitze
Hartmann hatte die BTW-Präsidentschaft im März 2022 von Vorgänger Michael Frenzel übernommen. Im November 2024 wurde er einstimmig für eine zweite Amtszeit gewählt.
In seine Amtszeit fallen die strukturelle Neuausrichtung des Dachverbands und der Ausbau der Mitgliederbasis. Zudem verstärkte der BTW seine politische Arbeit zu Themen wie Steuern, nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF), Reisewarnungen und Streiks im Luftverkehr.

