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Tourismus-Update
12.08.26, 16:24 Uhr

Deutschland-Tourismus erreicht neuen Halbjahresrekord

Deutschland erreicht mit 223,8 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekord für ein erstes Halbjahr. Das Wachstum fällt mit 0,3 Prozent allerdings knapp aus. Beim Incoming beträgt das Plus 0,5 Prozent. Im Juni entwickelt sich die Nachfrage aus dem Ausland deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Deutschland bleibt bei internationalen Gästen gefragt: Im ersten Halbjahr 2026 steigt die Zahl der Übernachtungen aus dem Ausland um 0,5 Prozent. Foto: iStock/frantic00

Der deutsche Incoming-Tourismus entwickelt sich im Juni gegen den Gesamtmarkt: Während die Zahl der Übernachtungen insgesamt um 2,9 Prozent sinkt, steigt sie bei Gästen aus dem Ausland um 1,6 Prozent auf 7,7 Millionen.

Im gesamten ersten Halbjahr erreicht Deutschland mit 223,8 Millionen Übernachtungen einen neuen Rekordwert für diesen Zeitraum.

Incoming wächst im Juni gegen den Trend

Insgesamt registrieren die deutschen Beherbergungsbetriebe im Juni 48,9 Millionen Übernachtungen –  2,9 Prozent weniger als im Juni 2025. Das zeigen vorläufige Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis).

Grund für den Rückgang ist die schwächere Nachfrage aus dem Inland. Die Übernachtungen deutscher Gäste gehen um 3,6 Prozent auf 41,2 Millionen zurück. Bei Gästen aus dem Ausland steigt die Zahl dagegen um 1,6 Prozent auf 7,7 Millionen.

Über das gesamte erste Halbjahr fällt die Bilanz positiv aus. Von Januar bis Juni zählen die Beherbergungsbetriebe 223,8 Millionen Übernachtungen. Das sind 0,3 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und zugleich ein neuer Rekord für ein erstes Halbjahr. Der bisherige Höchstwert aus dem Jahr 2025 lag bei 223,1 Millionen.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland steigen im ersten Halbjahr um 0,3 Prozent auf 187,4 Millionen. Bei internationalen Gästen beträgt das Plus 0,5 Prozent auf 36,4 Millionen.

Hotels besser ausgelastet

Auch bei der Auslastung der Hotels zeigt sich im ersten Halbjahr eine Verbesserung. Sie steigt nach Analysen des Hotelmarktforschers MKG International um 1,2 Prozent auf 65,5 Prozent.

Die Entwicklung des Incoming-Geschäfts erfolgt dabei trotz geringerer Flugkapazitäten und höherer Kosten infolge des Nahostkonflikts. Von Januar bis Juni lag die Flugkapazität nach Deutschland in diesem Jahr demnach um drei Prozent unter dem Vorjahresniveau.

„Die robuste Nachfrage aus dem Ausland hat im ersten Halbjahr 2026 die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts – darunter gestiegene Kerosin- und Kraftstoffpreise sowie den Rückgang der Flugkapazitäten nach Deutschland um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr – weitgehend kompensiert“, berichtet die Vorständin der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), Petra Hedorfer.

Internationale Ankünfte ebenfalls im Plus

Nicht nur die Übernachtungen internationaler Gäste nehmen zu. „Die internationalen Ankünfte bis Ende Mai lagen laut Aussagen des Statistischen Bundesamtes sogar um 1,8 Prozent über dem Vorjahresniveau“, so Hedorfer.

Indessen verändere sich das Buchungsverhalten. Gäste würden ihre Entscheidungen diesbezüglich sicherheitsorientierter und kurzfristiger sowie vermehrt zu näher gelegenen Reisezielen treffen, führt die DZT-Chefin aus. Deutschland könne, so Hedorfers Überzeugung, „mit seiner zentralen Lage, einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und seiner Wahrnehmung als sicheres Reiseziel in dieser Sommersaison“ davon profitieren. 

Reiseindustrie wird optimistischer

Für die zweite Jahreshälfte hält die DZT weiteres Wachstum für möglich. Eine vorläufige Auswertung des sogenannten DZT Travel Industry Expert Panels weist für das dritte Quartal eine noch einmal deutlich bessere Stimmung aus. 46 Prozent der Entscheider in der internationalen Reiseindustrie bewerten ihr aktuelles Deutschlandgeschäft positiv. Das sind 21 Prozent mehr als im vorherigen Quartal.

Auch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen überwiegend positiv aus. Über die Hälfte der Befragten bewerten die Entwicklung ihrer Geschäftssituation in den nächsten sechs Monaten positiv.

Eine aktuelle Befragung der European Travel Commission (ETC) zeigt ebenfalls eine steigende Reiselust. 81 Prozent der Europäer planen zwischen Juni und November eine Reise. Der Anteil liegt vier Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Die Destatis-Zahlen erfassen Beherbergungsbetriebe mit mindestens zehn Schlafgelegenheiten sowie Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen. Dazu zählen Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienunterkünfte und ähnliche Beherbergungsstätten, Campingplätze sowie weitere tourismusrelevante Unterkünfte.

Felix Hormel