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Nachhaltigkeitsstrategie
05.08.26, 12:09 Uhr

Aida treibt Energiewende voran – Bio-LNG, Landstrom und KI

Die Kussmund-Reederei baut den Einsatz digitaler Technologien und alternativer Kraftstoffe weiter aus. Neben Bio-LNG und einem KI-gestützten Energiemanagement setzt Aida auf mehr Landstrom und entwickelt gemeinsam mit Partnern Lösungen für den Einsatz künftiger E-Fuels.

Aida Cosma gehört zu den Schiffen der Flotte, die mit digitalen Energiemanagementsystemen ausgestattet und für den künftigen Einsatz weiterer Bio- und E-Fuels vorbereitet sind. Foto: Aida Cruises
Aida Cruises treibt die Weiterentwicklung des Schiffsbetriebs mit digitalem Energiemanagement, dem verstärkten Einsatz von Biokraftstoffen, dem Ausbau der Landstromnutzung und neuen Innovationsprojekten voran. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauchs und der Emissionen sowie die Vorbereitung auf alternative Kraftstoffe.

Digitales Energiemanagement

Ein zentraler Baustein ist das digitale Analysesystem EOS (Energy Optimization System), das seit 2023 schrittweise auf der gesamten Flotte eingeführt wurde. Das System unterstützt die Besatzungen nahezu in Echtzeit bei Entscheidungen zur Optimierung von Energieströmen und Fahrtrouten. Dabei fließen unter anderem Wetterdaten, Schiffs- und Maschinenmodelle sowie die Zahl der Gäste an Bord in die Berechnungen ein.

Alle Schiffe verfügen über ein integriertes Energiemanagementsystem und sind an eine konzernweite Datenplattform angeschlossen. Ergänzend nutzt Aida digitale Anwendungen, Machine Learning und Künstliche Intelligenz, um Betriebsdaten auszuwerten und weitere Einsparpotenziale zu identifizieren.

„EOS zeigt, welchen Mehrwert die Digitalisierung für den Schiffsbetrieb schaffen kann. Indem wir Daten in konkrete Handlungsempfehlungen übersetzen, befähigen wir unsere Crews zu noch effizienteren Entscheidungen“, sagt Dirk Inger, Senior Vice President Public Affairs, Communication & Sustainability bei Aida Cruises. „Das führt bereits heute zu Einsparungen in Millionenhöhe und macht unsere Flotte fit für die Zukunft.“

Bio-LNG und Forschung an E-Fuels

Aida Cruises weitet den Einsatz biobasierter Kraftstoffe aus. Für Aida Nova wurden 2025 nach Unternehmensangaben mehr als 8.500 Tonnen ISCC-EU-zertifiziertes Bio-LNG in Hamburg, Kiel und Zeebrügge bezogen. Das Bio-LNG stammt aus europäischen Biogasanlagen und wurde über die massenbilanzierte Methode für die Schifffahrt nutzbar gemacht.

Bereits im Sommer 2022 hatte Aida auf der Prima erstmals Biokraftstoff eingesetzt. Im Jahr 2024 folgte ein Pilotprojekt mit einem Rückstands-Biokraftstoff, der den CO₂-Ausstoß nach Herstellerangaben um mehr als 90 Prozent reduziert.

Parallel arbeitet die Reederei mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an der Vorbereitung künftiger E-Fuels. Im Forschungsbündnis Campfire beteiligt sich Aida an der Entwicklung neuer Energieumwandlungs- und Speichertechnologien auf Basis von erneuerbarem Ammoniak. Im Forschungsprojekt Hydropolen untersucht das Unternehmen als assoziierter Partner zudem den Einsatz von Wasserstoff als Kraftstoff für künftige Schiffsantriebe mit Verbrennungsmotoren und dessen Integration in Kreuzfahrtschiffe.

„Insgesamt bleiben aber für den Einsatz von E-Fuels einige Herausforderungen, wie die Verfügbarkeit in den Häfen, die Produktionskapazitäten auf industriellem Niveau und international einheitliche Rahmenbedingungen sowie fehlende marktfähige Preise in Deutschland und Europa“, sagt Inger.

Nach Unternehmensangaben sind die LNG-betriebenen Schiffe der Flotte bereits auf den künftigen Einsatz weiterer Bio- und E-Fuels vorbereitet, sobald diese in ausreichender Menge verfügbar sind.

Zahl der Landstromanläufe steigt weiter

Auch die Nutzung von Landstrom baut Aida Cruises weiter aus. Nach 340 Landstromanläufen im Jahr 2024 plant das Unternehmen für 2025 rund 440 Anläufe. Für 2026 sind derzeit rund 540 Anläufe vorgesehen.

Bereits 2017 bezog die Aida Sol als erstes Kreuzfahrtschiff im Hamburger Hafen Landstrom im Regelbetrieb über die Anlage in Altona. Heute können Aida-Schiffe in 17 europäischen Häfen Landstrom nutzen, sofern die Infrastruktur verfügbar ist. Dazu zählen unter anderem Hamburg, Warnemünde, Kiel, Southampton, Bergen, Oslo, Stockholm, Rotterdam, Kopenhagen und Le Havre. Das entspricht etwa der Hälfte aller Nordeuropa-Anläufe auf Reisen ab deutschen Häfen.

„Landstrom ist für uns eine wichtige Technologie, denn sie leistet einen Beitrag zur Senkung von Emissionen im Schiffsbetrieb und trägt zu einer Verbesserung der Luftqualität in den Häfen bei“, sagt Inger. „Damit wir dieses Potenzial in Europa und weltweit vollständig nutzen können, ist eine weitere Beschleunigung des Ausbaus der landseitigen Infrastruktur entscheidend.“

Mehr als 150 Ideen für den Innovation Hub

Die Bewerbungsphase für den neuen Aida Innovation Hub ist abgeschlossen. Nach Unternehmensangaben gingen mehr als 150 Ideen ein. Gesucht wurden Projekte aus den Bereichen Dekarbonisierung, Nachhaltigkeit, Künstliche Intelligenz und smarte Lösungen für die maritime Branche.

Die vielversprechendsten Konzepte werden derzeit ausgewählt und am 16. September vor einer Fachjury in Rostock präsentiert. Die Gewinner sollen ihre Ideen gemeinsam mit Aida in einer Umsetzungsstudie weiterentwickeln oder als Pilotprojekt an Bord erproben.