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Ausstellung im Airport
30.07.26, 11:54 Uhr

SFO zeigt Jim Marshalls Blick auf Musik und Zeitgeschichte

Berühmte Musiker, historische Momente und gesellschaftlicher Wandel: Die neue Ausstellung „Jim Marshall: Two Sides of the Same Coin“ am San Francisco International Airport präsentiert bis März 2027 Fotografien eines Künstlers, der die Kulturgeschichte der USA entscheidend mitgeprägt hat.

Die Beatles auf dem Weg zu ihrem letzten offiziellen Konzert mit Ticketpublikum am 29. August 1966 im Candlestick Park in San Francisco. Jim Marshall war als einziger Fotograf auch hinter den Kulissen dabei. Quelle: Jim Marshall Photograph LLC
Am San Francisco International Airport (SFO) ist ab sofort die Ausstellung „Jim Marshall: Two Sides of the Same Coin“ zu sehen. Sie vereint Fotografien des US-Fotografen Jim Marshall, die sowohl berühmte Musiker als auch gesellschaftliche Umbrüche in den USA der 1960er- und 1970er-Jahre dokumentieren. Die Ausstellung läuft bis zum 14. März 2027.

Rockgeschichte und Protestbewegung

Jim Marshall (1936–2010) zählt zu den prägenden Fotografen des 20. Jahrhunderts. Bekannt wurde er vor allem durch seine Aufnahmen von Künstlern wie Bob Dylan, Jimi Hendrix, Janis Joplin, den Rolling Stones und den Beatles. Seine Bilder prägten das öffentliche Bild vieler Musiker und gelten als Meilensteine der Rockfotografie.

Neben der Musik dokumentierte Marshall auch gesellschaftliche Entwicklungen in den USA. Seine Arbeiten zeigen unter anderem Armut in den Appalachen, die Stimmung in New York nach der Ermordung von Präsident John F. Kennedy sowie Proteste und soziale Bewegungen in der San Francisco Bay Area.

Letztes Beatles-Konzert im Fokus

Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Marshalls Aufnahmen vom letzten Live-Konzert der Beatles am 29. August 1966 im Candlestick Park in San Francisco. Als einziger Fotograf mit Zugang zum Backstage-Bereich hielt er sowohl den Auftritt als auch persönliche Momente der Band hinter den Kulissen fest.

Zu sehen sind unter anderem Aufnahmen der Musiker beim Warten, Scherzen oder gedankenverlorenen Kritzeln. Die Bilder zeigen den Kontrast zwischen der Energie auf der Bühne und der Erschöpfung des Touralltags.

Dokumente einer Zeit des Umbruchs

Ein weiterer Teil der Ausstellung widmet sich den sozialen Protestbewegungen der 1960er-Jahre. Marshall fotografierte Friedensdemonstrationen, Kundgebungen für Meinungsfreiheit, Sitzstreiks und Studentenproteste in der Bay Area. Seine Bilder dokumentieren die Dynamik dieser Ereignisse und spiegeln zugleich die Hoffnungen einer gesellschaftlichen Umbruchphase wider.

Ausstellung bis März 2027

Die Ausstellung des SFO Museum befindet sich im Sicherheitsbereich in der Verbindung zwischen den Terminals 2 und 3 des San Francisco International Airport. Sie ist bis zum 14. März 2027 für Fluggäste zugänglich. Besucher ohne Flugticket können die Ausstellung nach vorheriger Anmeldung per E-Mail an curator@flysfo.com besichtigen.

San Francisco würdigte Marshall mit Straßenumbenennung

Jim Marshall wurde 1936 in Chicago als Sohn assyrisch-katholischer Einwanderer geboren und wuchs in San Francisco auf. Seine Werke sind heute in zahlreichen Museumssammlungen vertreten. 2014 erhielt er posthum den Trustee Award der Recording Academy. Der Dokumentarfilm „Show Me The Picture: The Story of Jim Marshall“ feierte 2019 beim South by Southwest Festival Premiere.

Im Dezember 2025 benannte die Stadt San Francisco den Straßenabschnitt der 16th Street, in dem Marshall gelebt hatte, in Jim Marshall Way um.

SFO Museum zeigt Kunst und Luftfahrtgeschichte

Das SFO Museum wurde 1980 von der Airport Commission gegründet. Es ist seit 1999 von der American Alliance of Museums akkreditiert und nach eigenen Angaben das einzige akkreditierte Museum an einem Flughafen.

Heute umfasst das Museum mehr als 25 Standorte in den Terminals, darunter 14 Galerien mit wechselnden Ausstellungen zu Kunst, Geschichte, Wissenschaft und Kultur. Zum Museum gehören außerdem die San Francisco Airport Commission Aviation Library sowie das Louis A. Turpen Aviation Museum mit einer Dauerausstellung von mehr als 160.000 Objekten zur Geschichte der kommerziellen Luftfahrt.