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TDA-Marktanalyse
29.06.26, 12:22 Uhr

Reisebüros profitieren kaum vom Last-Minute-Geschäft

Kurzfristige Buchungen stützen zwar den Veranstaltermarkt, laufen aber spürbar an den Reisebüros vorbei. Das Geschäft geht – wenn auch nicht bärenstark – in die Direktkanäle der Veranstalter und in die OTAs. Im stationären Vertrieb fällt der Sommer bereits ins Minus.

Das Last-Minute-Geschäft hält den Veranstaltermarkt zwar stabil, im stationären Vertrieb kommt davon jedoch wenig an, so die Beobachtung von TDA. Bild: KI-generiert

Trotz anziehender kurzfristiger Urlaubsbuchungen bleibt der deutsche Veranstaltermarkt im Mai unter Druck. Die Sommersaison liegt bei den Umsatzeingängen sieben Prozent unter Vorjahr, die kumulierte Bilanz rutscht mit einem dünnen Prozent gerade so noch ins Plus.

Für die Wintersaison 2026/2027 fällt das Bild deutlich schwächer aus: Nach einem Minus von 19 Prozent im Mai steht die Saison bereits übers Jahr betrachtet bei minus sieben Prozent.

Kurzfristgeschäft stützt den Mai

Im Buchungsmonat Mai gewinnt das Last-Minute-Geschäft klar an Gewicht. Reisen mit Buchung und Abreise im selben Monat stehen für 29 Prozent des Monatsumsatzes und damit vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.

Indessen bleibt allerdings der Blick auf die kommenden Reisemonate verhalten: Die Sommerferien im Juli und August liegen sieben Prozent unter Vorjahr, für die Herbstferien im Oktober wurde sogar ein Viertel weniger Umsatz eingebucht.

Damit wird sichtbar: Die Verbraucher bleiben reisebereit, steuern im Markt aber zunehmend „auf Sicht“, entweder über kurzfristiges und abwartendes Buchungsverhalten. Das stabilisiert den laufenden Sommer, reicht aber nicht aus, um die breiteren Rückgänge im Vorausgeschäft zu kompensieren.

Reisebüros verlieren Anschluss

Getragen wird das knappe Sommerplus vom Direktvertrieb der Veranstalter und den OTAs. Im stationären Vertrieb ist die Sommerbilanz bereits auf minus sechs Prozent gefallen. Besonders deutlich schlägt dort der Rückgang bei Fernreisen zu Buche, die im Reisebürogeschäft um 16 Prozent unter Vorjahr liegen.

Der Markt driftet damit weiter auseinander: Kurzfristige, flexible Buchungen funktionieren, längere Vorläufe und höherpreisige Fernreiseprodukte geraten dagegen zunehmend unter Druck. Für die Vertriebswege wird das zum entscheidenden Unterschied.

Winter startet schwach

Noch schwerer wiegt die Entwicklung für die Wintersaison 2026/2027. Nach einem zunächst stabilen Frühbucherauftakt hat der Mai die Bilanz deutlich verschlechtert. Kumuliert liegt der neue Winter inzwischen sieben Prozent unter Vorjahr.

Besonders schwach entwickeln sich die Fernreisen mit minus 13 Prozent. Auch die östliche Mittelstrecke verliert acht Prozent, das Zugpferd Kreuzfahrten liegt sieben Prozent hinten. Stabiler präsentiert sich nur die Mittelstrecke West mit minus zwei Prozent, während erdgebundene Reisen mit plus 31 Prozent Umsatz und plus 18 Prozent Pax deutlich zulegen.

Die zentrale Botschaft lautet damit: Kurzfristbuchungen federn den Sommer ab, ändern aber nichts daran, dass der Markt bei Fernreisen und Wintervorausbuchungen klar an Schwung verliert.

Felix Hormel