Nationaler Notstand25.06.26, 10:13 Uhr
Update: Venezuela zählt inzwischen über 1.400 Erdbebenopfer
Die Lage nach den schweren Erdbeben in Venezuela bleibt dramatisch. Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist auf 1.430 gestiegen, Zehntausende Menschen gelten weiterhin als vermisst. Der Ausnahmezustand bleibt bestehen, der Flughafen Caracas fertigt hauptsächlich humanitäre Flüge ab.

Zwei Erdbeben mit den Magnituden 7,2 und 7,5 haben in Venezuela schwere Schäden angerichtet. Foto: iStock
*** Update vom Sonntag, 28.06.2026 ***
Nach den schweren Erdbeben in Venezuela dauern die Rettungs- und Bergungsarbeiten an. Die Zahl der bestätigten Todesopfer ist inzwischen auf 1.430 gestiegen. Im gesamten Katastrophengebiet suchen Einsatzkräfte weiterhin nach Verschütteten.
Bereits am Samstag, 27.06., hatten die Behörden von rund 920 Todesopfern und 3.360 Verletzten berichtet. Mehr als 50.000 Menschen galten zu diesem Zeitpunkt noch als vermisst, Hunderte weitere wurden unter den Trümmern vermutet. In La Guaira gelten weiterhin Verkehrsbeschränkungen, um die Rettungseinsätze zu erleichtern.
Ausnahmezustand bleibt bestehen
Im Land gilt weiterhin der nationale Ausnahmezustand. Der internationale Flughafen Simón Bolívar (CCS) in La Guaira nahe der Hauptstadt Caracas wurde inzwischen teilweise wieder geöffnet. Der Flugbetrieb beschränkt sich derzeit auf Maschinen mit humanitärer Hilfe.
Die Fluggesellschaft Copa hat ihre Flüge nach Caracas wegen der beschädigten Infrastruktur am Flughafen mindestens bis zum 2. Juli ausgesetzt. Avianca hat dagegen die Verbindung zwischen Bogotá und Valencia wieder aufgenommen.
Auch ausländische Staatsangehörige unter den Opfern
Unter den Todesopfern befinden sich auch zahlreiche Ausländer. Bestätigt wurden unter anderem Dutzende portugiesische Staatsangehörige sowie mehrere chinesische, spanische und brasilianische Staatsangehörige. Zudem kam ein chilenischer Staatsangehöriger ums Leben.
Bereits zuvor hatte das spanische Außenministerium den Tod mehrerer spanischer Staatsangehöriger bestätigt. Darüber hinaus werden weiterhin Dutzende Spanier vermisst. Auch mehrere honduranische Medizinstudenten waren von den Erdbeben betroffen und mussten aus beschädigten Wohngebieten evakuiert werden. Mindestens ein italienisch-venezolanischer Doppelstaatsbürger starb beim Einsturz eines Gebäudes in La Guaira.
Schäden in mehreren Bundesstaaten
Neben La Guaira wurden auch die Bundesstaaten Yaracuy und Aragua schwer getroffen. Dort stürzten zahlreiche Gebäude ein. Die Such- und Rettungsarbeiten dauern an. Die Behörden rechnen weiterhin mit einem Anstieg der Opferzahlen.
*** Erstmeldung vom Donnerstag, 25.06.2026 ***
Zwei schwere Erdbeben haben am Mittwochabend weite Teile Venezuelas getroffen. Die Beben der Stärken 7,2 und 7,5 lösten erhebliche Zerstörungen aus. Das teilt der Krisenmonitoring-Anbieter A3M mit.
Der Notstand wurde ausgerufen. Internationale Experten befürchten, dass tausende Menschen ums Leben gekommen sein könnten. Die Regierung bestätigte bislang Dutzende Tote und Hunderte Verletzte.
Schwerste Schäden in La Guaira
Das erste Beben ereignete sich um 18.04 Uhr Ortszeit. Das Epizentrum lag 21 Kilometer westlich der Stadt Morón und rund 160 Kilometer westlich von Caracas.
Besonders schwer betroffen ist nach ersten Erkenntnissen die Küstenregion La Guaira. Dort werden die größten Schäden erwartet. In den bislang bestätigten Opferzahlen sind die Betroffenen aus La Guaira noch nicht berücksichtigt.
Auch die Bundesstaaten Carabobo, Miranda und Trujillo wurden schwer getroffen. Schäden wurden zudem aus Caracas sowie aus Bolívar, Aragua, Falcón, Anzoátegui, Lara, Táchira, Sucre, Delta Amacuro, Monagas, Guárico, Barinas und Portuguesa gemeldet.
Flughafen Caracas geschlossen
Der Flughafen Caracas (CCS) musste wegen Schäden geschlossen werden.
In mehreren Landesteilen wurde die Gasversorgung vorsorglich eingestellt. Zudem kommt es zu Störungen der Telekommunikation. Der Zugverkehr ist in vielen Regionen unterbrochen.
Weitere Nachbeben
Nach den beiden Hauptbeben wurden bereits zahlreiche Nachbeben registriert. Die Lage bleibt angespannt. Experten rechnen mit weiteren Erschütterungen.

