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Wirtschaftsgipfel in Ankara
19.06.26, 11:52 Uhr

DRV sieht Türkei als Schlüsselziel für deutsche Urlauber

DRV-Präsident Albin Loidl nutzte den deutsch-türkischen Wirtschaftsdialog in Ankara, um die Bedeutung der Türkei für den deutschen Reisemarkt zu unterstreichen. Gleichzeitig warnte er vor überzogenen Preissteigerungen und warb für den Ausbau weiterer touristischer Regionen.

DRV-Präsident Albin Loidl hat die deutsche Wirtschaftsdelegation zum deutsch-türkischen JETCO-Wirtschaftsdialog in Ankara begleitet. Foto: DRV
Beim deutsch-türkischen Wirtschaftsdialog JETCO (Joint Economic and Trade Commission) in Ankara haben Vertreter beider Länder über die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Industrie, Tourismus und Kooperationen in Drittstaaten beraten.

An dem Treffen unter Leitung von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und dem türkischen Handelsminister Ömer Bolat nahmen auch DRV-Präsident Albin Loidl und Dertour-CEO Christoph Debus teil.

Tourismus und Luftverkehr im Mittelpunkt

In der Arbeitsgruppe Tourismus standen die Diversifizierung des touristischen Angebots, die Stärkung regionaler Destinationen, nachhaltige Tourismusentwicklung sowie der Ausbau der Luftverkehrsverbindungen zwischen Deutschland und der Türkei im Mittelpunkt.

„Die Türkei ist für die Deutschen ein zentrales Urlaubsziel“, weiß DRV-Präsident Albin Loidl. Besonders für Familien sei das Land wegen seines Preis-Leistungs-Verhältnisses und des breiten All-inclusive-Angebots attraktiv. Gleichzeitig mahnte er mit Blick auf die Entwicklung der Reisepreise: „Die jüngsten Preissteigerungen müssen jedoch aufmerksam beobachtet werden – die Preisschraube darf nicht überdreht werden. Urlaub muss gerade für Familien bezahlbar bleiben.“

Zum bisherigen Saisonverlauf erklärt Loidl: „Nach einem sehr vielversprechenden Buchungsstart im ersten Quartal mit einem Zuwachs von 18,4 Prozent hat der Nahost-Konflikt die Entwicklung ein wenig gedämpft.“

Mehr Aufmerksamkeit für weitere Regionen

Der Badeurlaub an der Türkischen Riviera bleibt insbesondere bei Familien gefragt und bildet weiterhin das Rückgrat des deutsch-türkischen Reiseverkehrs. Um das Wachstum langfristig abzusichern, sollen jedoch weitere Regionen stärker in den Fokus rücken.

Dazu zählen vor allem die Ägäisküste und die Schwarzmeerregion. Sie bieten zusätzliche touristische Kapazitäten und könnten zugleich dazu beitragen, die Nachfrage stärker zu verteilen. Zudem gelten sie als weniger stark von steigenden Sommertemperaturen betroffen.

Darüber hinaus sehen die Partner Potenzial bei Städtereisen, insbesondere nach Istanbul, sowie bei Kultur- und Gruppenreisen.

Erfolgsmodell für beide Länder

„Die deutsch-türkische Tourismuspartnerschaft ist ein Erfolgsmodell“, betont Loidl. Sie stärke nicht nur die Wirtschaft beider Länder, sondern bringe auch Menschen zusammen und fördere das gegenseitige Verständnis.

JETCO wurde vor 13 Jahren vom Bundeswirtschaftsministerium und dem türkischen Wirtschaftsministerium gegründet. Das Forum dient dem Austausch zwischen Regierungs- und Wirtschaftsvertretern und soll die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, industrielle Kooperation, Tourismus und Infrastruktur weiterentwickeln.