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Incoming-Tourismus
15.06.26, 13:50 Uhr

DZT sieht Deutschland auf Kurs für einen starken Sommer

Trotz geopolitischer Krisen und Unsicherheiten bleibt die Nachfrage nach Deutschland-Reisen stabil. Die DZT verweist auf steigende Reiseabsichten innerhalb Europas, positives Feedback internationaler Veranstalter und Wachstumspotenziale in den wichtigsten Quellmärkten.

Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), sieht Deutschland trotz geopolitischer Unsicherheiten gut im internationalen Reisemarkt positioniert. Foto: DZT/Farideh Diehl
Deutschland behauptet sich trotz des Krieges im Nahen Osten und wirtschaftlicher Unsicherheiten in wichtigen Quellmärkten als internationales Reiseziel. Die Zahl der Übernachtungen ausländischer Gäste lag im April 2026 nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,6 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Inlandstourismus entwickelte sich im gleichen Zeitraum rückläufig.

Positive Signale für die Sommersaison

Mehrere aktuelle Marktanalysen deuten auf eine stabile bis positive Entwicklung des Incoming-Tourismus in den kommenden Monaten hin. Die European Travel Commission registrierte in einer Umfrage nach Ausbruch des Iran-Krieges einen Anstieg der Reiseabsichten innerhalb Europas um acht Prozent.

Zudem zeigt eine Studie von Appinio im Auftrag der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT), dass das Interesse an Reisen nach Deutschland in den wichtigen Nachbarländern Niederlande und Belgien wächst.

Reiseveranstalter erwarten stabile bis steigende Nachfrage

Auch internationale Reiseveranstalter blicken überwiegend optimistisch auf das Deutschland-Geschäft. Im Travel Industry Expert Panel der DZT für das zweite Quartal 2026 rechnen 53 Prozent der befragten Key Accounts mit einer leicht oder deutlich steigenden Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten. Weitere 41 Prozent erwarten ein stabiles Geschäftsvolumen.

DZT sieht Chancen für Deutschland

„Der Ausbruch des Krieges im Nahen Osten und die damit verbundenen Störungen des Weltluftverkehrs haben die Fragilität, aber auch die hohe Resilienz unseres globalen Systems deutlich gemacht“, sagt Petra Hedorfer, Vorsitzende des Vorstandes der DZT.

Sie beobachtet verändertes Buchungsverhalten bei Reisenden: „Unser Expert Panel zeigt, dass die Menschen reisen wollen, aber sie buchen sicherheitsorientierter, kurzfristiger und stärker auf nahegelegene Destinationen ausgerichtet.“ Deutschland könne von dieser Entwicklung profitieren. „Entsprechend sehen wir in unserer Positionierung als sicheres, serviceorientiertes Qualitätsreiseziel im Herzen Europas und unserem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis Chancen für den deutschen Incoming-Tourismus.“

Auch die Prognosen von Tourism Economics fallen positiv aus. „Das bestätigen auch die aktuellen Prognosen von Tourism Economics, die in einem Baseline-Szenario für 2026 ein Wachstumspotenzial von 1,9 Prozent aus unseren europäischen Quellmärkten und 4,5 Prozent aus den Überseemärkten zeigen“, so Hedorfer.