Tourismusgipfel | BTW-Studie04.06.26, 08:00 Uhr
Deutsche wollen reisen – doch die wirtschaftliche Unsicherheit bremst
Die Reiselust der Deutschen ist ungebrochen. Doch steigende Kosten, Zukunftssorgen und geopolitische Krisen beeinflussen zunehmend die Urlaubsplanung. Das zeigt eine aktuelle YouGov-Studie im Auftrag des BTW. Für die Branche wird damit vor allem eines zur Schlüsselwährung: Vertrauen.

Urlaub bleibt für die Mehrheit der Deutschen ein wichtiger Bestandteil der Lebensqualität. Gleichzeitig führen wirtschaftliche Sorgen und geopolitische Krisen zu mehr Zurückhaltung bei Reiseentscheidungen.
Die Deutschen haben ihre Lust am Reisen nicht verloren. Im Gegenteil: Urlaub bleibt für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil von Lebensqualität und persönlicher Erholung. Gleichzeitig wächst jedoch die Verunsicherung. Wirtschaftliche Sorgen, geopolitische Krisen und steigende Kosten führen dazu, dass viele Reisende ihre Urlaubspläne überdenken oder anpassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW).
Demnach betrachten 64 Prozent der Befragten Reisen als notwendige Auszeit vom belastenden Alltag. Jeder Zweite bezeichnet Urlaub sogar als wichtigen Bestandteil seiner Lebensqualität. Dennoch blickt eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent negativ oder sehr negativ auf die aktuelle weltweite Lage – mit direkten Auswirkungen auf das Reiseverhalten.
Die Reiselust bleibt, die Sicherheit schwindet
Für BTW-Präsident Sören Hartmann liegt darin die zentrale Erkenntnis der Untersuchung. „Die Menschen haben nicht die Lust am Reisen verloren, sondern ihre Sicherheit“, sagt er. Nicht allein geopolitische Krisen seien ausschlaggebend für Reiseentscheidungen, sondern zunehmend auch die Sorge um die eigene wirtschaftliche Zukunft.
Tatsächlich plant rund jeder vierte Deutsche, im Jahr 2026 bei Reisen zu sparen. Besonders ausgeprägt ist diese Zurückhaltung bei älteren Menschen und Haushalten mit niedrigerem Einkommen. Während steigende Reisekosten weiterhin als wichtigster Einflussfaktor genannt werden, gewinnt die persönliche wirtschaftliche Unsicherheit deutlich an Bedeutung.
„Tourismus ist ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Stimmung“, betont Hartmann. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz oder sein Einkommen habe, verzichte früher oder später auch auf Reisen und Freizeitkonsum.
Europa profitiert von der Verunsicherung
Die Studie zeigt zugleich, wie stark geopolitische Krisen die Wahl der Reiseziele beeinflussen. Mehr als ein Drittel der Befragten entscheidet sich inzwischen häufiger für Ziele innerhalb Europas. 22 Prozent bevorzugen bekannte oder bereits bereiste Destinationen. Rund jeder vierte Befragte gibt an, zumindest teilweise auf Reisen zu verzichten.
Für Reisebüros und Veranstalter ist dies ein wichtiges Signal. Sicherheit, Verlässlichkeit und Bekanntheit gewinnen als Entscheidungskriterien weiter an Bedeutung. Besonders europäische Destinationen könnten von dieser Entwicklung profitieren.
Flexibilität wird zum Verkaufsargument
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage dürfte vor allem für den Vertrieb relevant sein: Flexible Buchungs- und Stornierungsbedingungen stehen ganz oben auf der Liste der Faktoren, die Reisenden Sicherheit geben. Ebenfalls wichtig sind verlässliche Informationen zur Situation vor Ort sowie Reiseangebote mit integrierten Absicherungen.
Familien achten dabei besonders auf transparente Rahmenbedingungen, während jüngere Zielgruppen zusätzlich großen Wert auf persönliche Ansprechpartner legen.
„Vertrauen ist eine zentrale Währung der Tourismuswirtschaft“, sagt Hartmann. Gerade in unsicheren Zeiten zeige sich, wie wichtig glaubwürdige Informationen und verlässliche Beratung für Reiseentscheidungen seien.
BTW fordert wirtschaftspolitische Impulse
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse fordert der Verband bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Aus Sicht des BTW darf Reisen nicht zu einer sozialen Frage werden. Der Verband spricht sich unter anderem für Maßnahmen gegen steigende Mobilitätskosten, Entlastungen im Luftverkehr sowie eine klare politische Kommunikation in Krisensituationen aus.
Hartmann warnt davor, die wirtschaftliche Bedeutung der Branche zu unterschätzen. Der Tourismus trage rund vier Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei und sichere die Existenz von rund 2,7 Millionen Beschäftigten.
Demnach betrachten 64 Prozent der Befragten Reisen als notwendige Auszeit vom belastenden Alltag. Jeder Zweite bezeichnet Urlaub sogar als wichtigen Bestandteil seiner Lebensqualität. Dennoch blickt eine deutliche Mehrheit von 67 Prozent negativ oder sehr negativ auf die aktuelle weltweite Lage – mit direkten Auswirkungen auf das Reiseverhalten.
Die Reiselust bleibt, die Sicherheit schwindet
Für BTW-Präsident Sören Hartmann liegt darin die zentrale Erkenntnis der Untersuchung. „Die Menschen haben nicht die Lust am Reisen verloren, sondern ihre Sicherheit“, sagt er. Nicht allein geopolitische Krisen seien ausschlaggebend für Reiseentscheidungen, sondern zunehmend auch die Sorge um die eigene wirtschaftliche Zukunft.
Tatsächlich plant rund jeder vierte Deutsche, im Jahr 2026 bei Reisen zu sparen. Besonders ausgeprägt ist diese Zurückhaltung bei älteren Menschen und Haushalten mit niedrigerem Einkommen. Während steigende Reisekosten weiterhin als wichtigster Einflussfaktor genannt werden, gewinnt die persönliche wirtschaftliche Unsicherheit deutlich an Bedeutung.
„Tourismus ist ein Spiegel der gesamtwirtschaftlichen Stimmung“, betont Hartmann. Wer Angst um seinen Arbeitsplatz oder sein Einkommen habe, verzichte früher oder später auch auf Reisen und Freizeitkonsum.
Europa profitiert von der Verunsicherung
Die Studie zeigt zugleich, wie stark geopolitische Krisen die Wahl der Reiseziele beeinflussen. Mehr als ein Drittel der Befragten entscheidet sich inzwischen häufiger für Ziele innerhalb Europas. 22 Prozent bevorzugen bekannte oder bereits bereiste Destinationen. Rund jeder vierte Befragte gibt an, zumindest teilweise auf Reisen zu verzichten.
Für Reisebüros und Veranstalter ist dies ein wichtiges Signal. Sicherheit, Verlässlichkeit und Bekanntheit gewinnen als Entscheidungskriterien weiter an Bedeutung. Besonders europäische Destinationen könnten von dieser Entwicklung profitieren.
Flexibilität wird zum Verkaufsargument
Ein weiteres Ergebnis der Umfrage dürfte vor allem für den Vertrieb relevant sein: Flexible Buchungs- und Stornierungsbedingungen stehen ganz oben auf der Liste der Faktoren, die Reisenden Sicherheit geben. Ebenfalls wichtig sind verlässliche Informationen zur Situation vor Ort sowie Reiseangebote mit integrierten Absicherungen.
Familien achten dabei besonders auf transparente Rahmenbedingungen, während jüngere Zielgruppen zusätzlich großen Wert auf persönliche Ansprechpartner legen.
„Vertrauen ist eine zentrale Währung der Tourismuswirtschaft“, sagt Hartmann. Gerade in unsicheren Zeiten zeige sich, wie wichtig glaubwürdige Informationen und verlässliche Beratung für Reiseentscheidungen seien.
BTW fordert wirtschaftspolitische Impulse
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse fordert der Verband bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen. Aus Sicht des BTW darf Reisen nicht zu einer sozialen Frage werden. Der Verband spricht sich unter anderem für Maßnahmen gegen steigende Mobilitätskosten, Entlastungen im Luftverkehr sowie eine klare politische Kommunikation in Krisensituationen aus.
Hartmann warnt davor, die wirtschaftliche Bedeutung der Branche zu unterschätzen. Der Tourismus trage rund vier Prozent zum deutschen Bruttoinlandsprodukt bei und sichere die Existenz von rund 2,7 Millionen Beschäftigten.

