England eröffnet längsten Küstenwanderweg der Welt
Der England Coast Path führt über 4.300 Kilometer entlang der Küste und gilt als weltweit längster verwalteter Küstenwanderweg. Rund 80 Prozent sind bereits zugänglich, die Fertigstellung ist für Sommer 2026 geplant. Die Route verbindet Natur, Kultur und ikonische Touristenziele.

An den Kreidefelsen der Seven Sisters im britischen Sussex hat König Charles III. den symbolischen Schlusspunkt eines Großprojekts gesetzt und im März den England Coast Path eröffnet. Der nach dem Monarchen benannte Fernwanderweg führt über rund 4.300 Kilometer entlang der gesamten englischen Küste und gilt als längster verwalteter Küstenwanderweg der Welt.
Mehr als 1.600 Kilometer wurden neu angelegt, weitere rund 2.700 Kilometer bestehender Wege wurden ausgebaut. Rund 80 Prozent der Strecke sind bereits zugänglich. Die vollständige Fertigstellung ist für den Sommer 2026 vorgesehen, wenn der Großteil der Infrastrukturarbeiten abgeschlossen sein soll.
Nach Angaben der britischen Regierung generieren die Besucher von Küstenwegen bereits heute jährlich rund 400 Millionen Euro an Ausgaben in den Küstenregionen und sichern etwa 6.000 Arbeitsplätze.
Vielfalt der Küstenlandschaften
Die Route verbindet sehr unterschiedliche Küstenräume: Salzmarschen, Sandstrände, Dünen und Steilküsten ebenso wie historische Orte. Für die Reisebranche eröffnet der Coast Path vielfältige Ansatzpunkte. Die Strecke lässt sich in touristisch prominente Abschnitte wie die Jurassic Coast, die Norfolk Broads oder Northumberland gliedern und eignet sich sowohl für geführte Gruppenreisen als auch für individuelle Etappenwanderungen.
Neue Brücken, Boardwalks und ein verbessertes Wegemanagement erleichtern den Zugang zudem auch für mobilitätseingeschränkte Gäste.
Der England Coast Path schließt an den rund 1.400 Kilometer langen Wales Coast Path an. Damit wird eine nahezu durchgehende Küstenwanderung rund um das britische Festland möglich.
Sightseeing-Highlights entlang der Route
Den Auftakt macht die Südküste Sussex’: Die Seven Sisters gehören zu den ikonischsten Naturkulissen Englands und gehen nahtlos in die Kulturstadt Brighton über. Weiter westlich erstreckt sich die Jurassic Coast über 150 Kilometer entlang der Küsten von Dorset und East Devon: Als Unesco-Weltnaturerbe macht sie 185 Millionen Jahre Erdgeschichte unmittelbar erfahrbar – von Fossiliensuche am Strand bis zu Coasteering-Touren im offenen Atlantik.
Im Südosten liegt Kent. Die White Cliffs of Dover mit dem Dover Castle zählen zu den bekanntesten Naturpanoramen Englands. Ebenfalls in Kent liegt die Hoo Peninsula, deren Sumpflandschaft Charles Dickens als Kulisse für Great Expectations diente und die heute Vogelbeobachter wie Literaturliebhaber gleichermaßen anzieht.
Im Südwesten lohnt ein Abstecher zur Burgh Island vor der Küste South Devons: Die bei Flut nur per Seeschlepper erreichbare Gezeiteninsel beherbergt ein legendäres Art-Déco-Hotel und war Inspirationsquelle für Agatha Christie. Das wohl berühmteste Motiv Cornwalls, St. Michael's Mount, empfängt Wanderer kurz vor dem südwestlichen Wendepunkt des Weges – eine mittelalterliche Gezeitenburg auf einer kleinen Felseninsel, die bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist.
Im Norden Englands sind es vor allem zwei Orte, die sich als touristische Ankerpunkte eignen: Das malerische Fischerdorf Robin Hood's Bay in North Yorkshire, mit seinen engen Gassen, fossilienreichen Stränden und einer lebhaften lokalen Gastronomie, ist ein natürlicher Rastpunkt auf dem langen Nordostabschnitt.
Den krönenden Abschluss im Nordosten bildet Bamburgh Castle in Northumberland – eine imposante mittelalterliche Königsresidenz hoch über dem Meer, die als Drehort der Netflix-Serie „The Last Kingdom“ internationale Bekanntheit erlangt hat.
Im Nordwesten schließlich bietet Muncaster Castle in Cumbria ein privat geführtes Schlosserlebnis auf weitläufigem Parkgelände. Der Wegabschnitt verläuft hier parallel zur Cumbrian Coastal Railway und bietet freie Sicht auf den Lake District.


