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Jazz-Metropole
02.04.26, 12:23 Uhr

New Orleans feiert 125 Jahre Louis Armstrong

New Orleans nutzt den 125. Geburtstag von Louis Armstrong, um seine musikalische Tradition hervorzuheben. Ausstellungen, Festivals und historische Schauplätze geben Einblicke in Leben und Wirken des Jazzmusikers und stärken das kulturelle Profil der Stadt.

Straßenmusik im French Quarter: In New Orleans ist der Jazz bis heute fester Teil des Alltags. Foto: iStock/Photoservice
Am 4. August 2026 jährt sich der Geburtstag von Louis Armstrong zum 125. Mal. Der Jazzmusiker mit dem Spitznamen „Satchmo“ gilt als eine der zentralen Figuren der Musikgeschichte und ist eng mit der US-Südstaatenmetropole New Orleans, seinem Geburtsort, verbunden.

Sein Erbe prägt die Stadt bis heute. Orte wie der Louis Armstrong Park, das New Orleans Jazz Museum und das Satchmo Summer Fest erinnern an sein Leben und seine Musik. Das Jubiläum rückt die Stadt nun auch touristisch in den Fokus: Das Fremdenverkehrsbüro nutzt den Anlass, um über geplante Aktivitäten rund um Armstrongs Geburtstag zu informieren.

Frühe Jahre in Jane Alley

Louis Armstrong wächst in Jane Alley auf, einem armen Viertel nahe der South Rampart Street. Ein Vorfall in der Silvesternacht 1912/1913 verändert seinen Lebensweg: Armstrong schießt mit einer Pistole in die Luft und kommt daraufhin in das Colored Waif’s Home, eine Einrichtung für Jugendliche. Dort spielt er erstmals, so will es die Legende, ein Blasinstrument, das Kornett.

Nach seiner Entlassung findet er Anschluss an die Musikszene von New Orleans. In den Clubs von „Black Storyville“, dem segregierten Teil des später historischen Rotlichtviertels Storyville, sammelt er erste Bühnenerfahrungen. Armstrong spielt in Brass Bands, Blechkapellen, und arbeitet mit Musikern wie Joe „King“ Oliver, Bunk Johnson und Kid Ory. Als Oliver nach Chicago geht, übernimmt Armstrong 1919 dessen Platz in der Band von Kid Ory.

Internationale Karriere

Aus den Anfängen in New Orleans entwickelt sich eine weltweite Karriere. Armstrong nimmt für große Labels auf, spielt in Hollywood-Filmen und tritt international auf. Er reist als musikalischer Sondergesandter des US-Außenministeriums um die Welt und repräsentiert dabei auch seine Heimatstadt.

In New Orleans erinnern zahlreiche Orte an Armstrong. Eine Gedenktafel markiert sein Geburtshaus nahe der Kreuzung von Tulane Avenue und Broad Avenue. Der Louis Armstrong Park liegt unweit des French Quarter.

Zum 100. Geburtstag im Jahr 2001 benennt die Stadt ihren internationalen Flughafen in Louis Armstrong New Orleans International Airport um.

Ausstellung zu Leben und Einflüssen

Das New Orleans Jazz Museum zeigt eine Dauerausstellung zu Armstrong. „It All Started in Jane Alley: Louis Armstrong in New Orleans“ eröffnet am 1. August 2024 und widmet sich seinen frühen Jahren.

Im Mittelpunkt stehen auch prägende Personen aus seinem Umfeld, darunter seine Mutter Mayann, die Familie Karnofsky, sein Musiklehrer Peter Davis und sein Mentor Joe „King“ Oliver. Fotografien, Objekte und persönliche Geschichten geben Einblick in seine Kindheit und zeigen die Bedeutung von New Orleans für seinen Werdegang.

Jazz als Teil des Alltags

New Orleans gilt als Epizentrum des US-amerikanischen Jazz. Die Musik entsteht aus verschiedenen kulturellen Einflüssen. Neben Armstrong stammen auch Musiker wie Jelly Roll Morton, Pete Fountain, Wynton und Ellis Marsalis, Harry Connick Jr., Danny Barker, Kermit Ruffins, Trombone Shorty und Jeremy Davenport aus der Stadt.

Jazz gehört bis heute zum Alltag. In vielen Clubs gibt es täglich Live-Musik, etwa in der Preservation Hall im French Quarter sowie in den Clubs von Jeremy Davenport und Kermit Ruffins.

Festivals im Zeichen der Musik

Die musikalische Tradition zeigt sich besonders bei den Festivals der Stadt. Das New Orleans Jazz & Heritage Festival findet 2026 an zwei Wochenenden statt, vom 23. bis 26. April und vom 30. April bis 3. Mai. Auf mehreren Bühnen präsentiert es unterschiedliche amerikanische Musikstile.

Dem Leben und Werk Armstrongs widmet sich das Satchmo SummerFest. Es entsteht 2001 zu seinem 100. Geburtstag und findet seitdem jedes Jahr am ersten Augustwochenende auf dem Gelände der historischen New Orleans Mint im French Quarter statt. Neben Konzerten stehen Vorträge und Gesprächsrunden auf dem Programm.

2026 läuft das Festival am 1. und 2. August, der Eintritt ist frei.