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Wiederaufbau bedrohter Riffe
22.03.26, 12:29 Uhr

MSC Foundation baut Korallenprojekt auf Bahamas aus

Mehr Korallen für Ocean Cay – die MSC Foundation und Perry Institute erweitern ihre Aufzuchtstation und stärken bedrohte Arten. Die Projekte sollen die Widerstandsfähigkeit der Riffe erhöhen und langfristig zum Wiederaufbau mariner Ökosysteme beitragen.

MSC und PIMS stocken die Korallenaufzucht auf Ocean Cay auf: Neue Fragmente sollen die genetische Vielfalt erhöhen und bedrohte Arten stabilisieren. Foto: Simone Piccoli
Die MSC Foundation und das Perry Institute for Marine Science (PIMS) bauen ihre Zusammenarbeit zur Wiederherstellung bedrohter Korallenriffe auf den Bahamas aus und erweitern die Aufzuchtstation auf der MSC-Privatinsel Ocean Cay deutlich.

Im Februar bringen Wissenschaftler des neue Korallenfragmente dorthin. Ziel ist es, die Artenvielfalt und genetische Widerstandsfähigkeit der Aufzuchtstation zu erhöhen. Mit behördlicher Genehmigung transportiert PIMS 100 Fragmente der Geweihkoralle (Acropora cervicornis) und 150 Fragmente der Verwachsenen Geweihkoralle (Acropora prolifera) in temperaturkontrollierten Behältern auf die Insel. Die Fragmente werden an Korallenbäumen befestigt. Damit wächst die Aufzuchtstation auf insgesamt 637 Korallenfragmente.

Fokus auf bedrohte Arten

Zusätzlich integriert PIMS Fragmente der Elchgeweihkoralle (Acropora palmata) in eigene Aufzuchtstationen des Reef Rescue Network. Das Programm vernetzt Unternehmen, Tauchschulen und Organisationen, um Korallenriffe in der Karibik wiederherzustellen.

Die Elchgeweihkoralle gilt als stark gefährdet und steht auf der Roten Liste der IUCN. Auf den Bahamas existieren nur noch wenige Bestände. Die Anlage auf Ocean Cay zählt zu den wenigen Standorten im Land, an denen diese Art aktiv gezüchtet wird.

Die Maßnahmen sollen auch die Bahamas Coral Gene Bank stärken. Dabei handelt es sich um eine Kooperation mit der Regierung zur Sicherung der genetischen Vielfalt von Korallen.

Bedeutung genetischer Vielfalt

Korallen werden zunächst als kleine Fragmente aus gesunden Beständen entnommen und in Unterwasser-Aufzuchtstationen kultiviert. Dort wachsen sie unter kontrollierten Bedingungen schneller als in geschädigten Riffen.

Sobald sie groß genug sind, setzen Forscher sie wieder in natürliche Riffe ein. Dort tragen sie zum Wiederaufbau der dreidimensionalen Riffstruktur bei, die Lebensraum für zahlreiche Meeresarten bietet.

Arten wie die Geweih- und Elchgeweihkoralle wachsen besonders schnell und bilden die Grundlage vieler Riffe. Krankheiten, Korallenbleiche, Stürme und Umweltbelastungen haben ihre Bestände in einigen Regionen jedoch um mehr als 80 Prozent reduziert.

Eine hohe genetische Vielfalt gilt als entscheidend, damit Korallen widerstandsfähiger gegenüber steigenden Wassertemperaturen, Krankheiten und extremen Wetterereignissen werden.

Zusammenarbeit seit 2019

PIMS begleitet die Korallenprojekte der MSC Foundation seit Beginn. Bereits 2019 führen Wissenschaftler erste Riffanalysen durch. Sie unterstützen die Standortwahl, den Aufbau der Aufzuchtstationen und die Entwicklung von Monitoring-Verfahren. Die Erweiterung im Februar gilt als weiterer Schritt, um die Restaurierungsmaßnahmen auszuweiten.

Korallenriffe schützen Küsten vor Erosion, sichern Fischbestände und bieten Lebensraum für zahlreiche Arten. Sie sind auch eine wichtige Grundlage für den Tourismus.