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Denkfabrik Zukunft der Gastwelt
12.03.26, 13:57 Uhr

Energiepreise setzen Hotels und Freizeitbetriebe unter Druck

Hotels mit Wellness- und Spa-Angeboten könnten besonders unter steigenden Energiepreisen leiden. Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt warnt vor einem möglichen „Déjà-vu der Energiekrise von 2022“ und fordert politische Entlastungen sowie mehr Planungssicherheit für energieintensive, touristische Betriebe.

Marcel Klinge, Vorstand der Denkfabrik Zukunft der Gastwelt, warnt vor einem neuen Energiepreisschock für Hotels und andere energieintensive Betriebe im Tourismus. Foto: DZG
Die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Belastungen für energieintensive Betriebe im Tourismus wie Hotels infolge der stark gestiegenen Energiepreise. Hintergrund ist die militärische Eskalation im Nahen Osten. Für viele Betriebe drohe damit bereits der zweite große Energiepreisschock innerhalb weniger Jahre.

Nach Angaben der Denkfabrik sind die europäischen Gaspreise seit Ende Februar deutlich gestiegen und haben zeitweise rund 56 Euro pro Megawattstunde erreicht. Auch die Strompreise an den Börsen seien wegen der engen Kopplung an den Gasmarkt auf neue Rekordwerte gestiegen. Der Ölpreis habe sich zeitweise von etwa 65 auf über 100 US-Dollar pro Barrel erhöht.

Besonders betroffen seien Hotels mit Wellness-, Spa- oder Poolanlagen, da sie große Mengen an Energie für Heizung, Warmwasser und technische Anlagen benötigten. Auch Thermen, Schwimmbäder und andere Freizeitbetriebe stünden unter Druck.

„Déjà-vu der Energiekrise von 2022“

„Viele Betriebe erleben gerade ein Déjà-vu der Energiekrise von 2022. Energieintensive Hotels oder Freizeitbetriebe können ihre Kosten kaum kalkulieren, während gleichzeitig die Konsumlaune der Gäste ohnehin schon unter der allgemeinen Situation leidet“, sagt DZG-Vorstand Marcel Klinge.

„Unsere Gastwelt-Unternehmen brauchen Schutz vor extremen Energiepreisschwankungen. Preisstabilität ist eine zentrale Voraussetzung für Investitionen und für den Bestand der Unternehmen, die gerade in der Krise auch eine wichtige soziale Rolle haben.“

Denkfabrik fordert Entlastungen

Die Denkfabrik fordert deshalb kurzfristige Entlastungen, darunter eine dauerhafte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestniveau sowie mehr Planungssicherheit bei Energieabgaben und Netzentgelten.

Zugleich verweist die DZG auf Analysen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), wonach sich Energiepreise nach geopolitischen Krisen häufig auf einem höheren Niveau stabilisieren. Selbst bei einem schnellen Kriegsende könnten beschädigte Infrastruktur oder Risiken für wichtige Transportwege wie die Straße von Hormus die Lieferketten noch Monate beeinträchtigen.

„Gemeinsame Energiesicherheit ist ein wirtschaftspolitisches Projekt“, sagt Klinge. Energieintensive Betriebe der Gastwelt müssten gezielt unterstützt werden, ihre Abhängigkeit von Energiepreisschwankungen zu reduzieren und in effizientere Lösungen zu investieren.