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TDA-Marktanalyse
26.02.26, 13:37 Uhr

Januar-Buchungen unter Vorjahr – Sommer-Plus schmilzt

Immer mehr Kunden buchen ihre Reisen früher und nehmen dem Januar den Wind aus den Segeln. Nach Zahlen von Travel Data + Analytics (TDA) sinken die Monatsumsätze um vier Prozent, wodurch sich das Wachstum im Sommergeschäft deutlich abschwächt. Insgesamt bleibt die Nachfrage jedoch stabil.

Die Türkei gehört laut TDA zu den wichtigsten Wachstumstreibern im Sommergeschäft 2026 und ist derzeit das meistgebuchte Veranstalterziel der Deutschen. Foto. iStock/isil terzioglu
Der traditionell buchungsstarke Januar hat 2026 im deutschen Reisevertrieb an Dynamik verloren. Die im ersten Monat des Jahres generierten Umsätze lagen mit vier Prozent insgesamt leicht unter dem Vorjahreswert, wodurch sich das zuvor deutliche Saisonplus spürbar abschwächte, während das kumulierte Wachstum für Sommerreisen auf sieben Prozent zurückgeht. Das zeigt die Marktbeobachtung von Travel Data + Analytics (TDA).

Winter bleibt trotz Januar-Minus im Plus

Die Buchungseingänge für Winterreisen 2025/2026 liegen im Januar acht Prozent unter dem Vorjahresmonat. Kumuliert steht die Saison per Buchungsstand Ende Januar dennoch bei einem Umsatzplus von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits 90 Prozent der Gesamtumsätze der Wintersaison 2024/2025 sind demnach erreicht, nach einem Füllstand von 79 Prozent im Vormonat.

Die Zahl der bislang gebuchten Winterurlauber liegt zwei Prozent über dem Vorjahresniveau, sodass drei Buchungsmonate vor Saisonende weiterhin ein positives Gesamtergebnis erwartet werden kann.

Sommer 2026: Wachstum halbiert, Plus aber stabil

Im Sommergeschäft macht sich der schwächere Januar besonders bemerkbar, da hier der größte Teil des Volumens gebündelt ist. Die gebuchten Reiseumsätze für Sommerurlaube 2026 lagen im Januar um fünf Prozent unter dem Vorjahresmonat.

In der Folge halbierte sich die kumulierte Wachstumsrate der Sommersaison nahezu: Das zuvor zweistellige Plus sank um sieben Prozentpunkte und liegt aktuell bei noch sieben Prozent Umsatzplus gegenüber Sommer 2025. Im Januar entfielen gut zwei Drittel des gesamten Monatsumsatzes – rund 3,2 Milliarden Euro wurden insgesamt für Urlaubsreisen ausgegeben – auf die Sommersaison, knapp ein Viertel auf die aktuelle Wintersaison.

Frühbucher verschieben den klassischen Januar-Peak

Die Analysten von TDA sehen die geringeren Januar-Zuwächse vor allem als Folge eines veränderten Buchungsverhaltens. Immer mehr Kunden buchten ihre Reisen früher und sicherten sich bereits jetzt Urlaube für die Wintersaison 2026/2027 oder sogar für Reisen im Jahr 2027.

Dadurch verschiebt sich ein wachsender Teil des Volumens aus dem Januar in die Vormonate, und der traditionelle Peak verliert an Schubkraft. Die saisonalen Zuwachsraten pendeln sich damit zunehmend auf ein moderates, einstelliges Wachstum ein – bei gleichzeitig hoher und stabiler Nachfrage.

Starke Zuwächse auf der östlichen Mittelstrecke

Im Sommergeschäft treiben besonders die Zielgebiete auf der östlichen Mittelstrecke das Wachstum. Die Türkei verzeichnet zum aktuellen Buchungsstand ein Umsatzplus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist im klassischen Veranstaltersegment derzeit sowohl beim Umsatz als auch bei den Gästezahlen das wichtigste Sommerreiseziel der Deutschen.

Ägypten legt um 18 Prozent zu, Tunesien sogar um 19 Prozent, wenn auch von deutlich niedrigerem Ausgangsniveau.

Auf der Rangliste der beliebtesten Sommerziele folgt auf die Türkei weiterhin Spanien, dicht gefolgt von Griechenland. Für Reisebüros und Veranstalter deutet sich damit eine anhaltend starke Nachfrage nach preislich attraktiven Pauschalangeboten im östlichen Mittelmeer an.

Kreuzfahrten als zweiter Wachstumstreiber

Daneben erweist sich das Geschäft mit Hochseereisen als starker Wachstumstreiber. Das Segment erzielt zum aktuellen Buchungsstand ein Umsatzplus von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gleichzeitig zeigt der Blick auf den Füllstand insgesamt, dass mehr als die Hälfte der zu erwartenden Sommerumsätze noch nicht eingebucht ist: Legt man die Saison 2025 zugrunde, sind derzeit 43 Prozent der erwartbaren Umsätze erreicht, nach 30 Prozent im Vormonat. Damit bleibt der weitere Verlauf der Sommersaison 2026 offen – bietet der Branche aber auch noch erhebliches Potenzial.