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Neue kulinarische Hotspots
20.02.26, 15:10 Uhr

Irland ist um zwei Michelin-Sterne reicher

Seit den 1970er-Jahren wächst Irlands Bedeutung im Guide Michelin. Zwei neue Sterne und insgesamt 20 Ein-Stern-Restaurants unterstreichen die Dynamik der irischen Gastronomie. Auch neue Bib-Gourmand-Adressen erweitern die kulinarische Landkarte.

Robbie McCauley, Küchenchef des Michelin-Sterne-Restaurants Homestead Cottage in Doolin an der irischen Westküste. Foto: Visit Ireland
Erstmals hat der Genussführer Guide Michelin seine Sterne für Großbritannien und Irland auf der irischen Insel. Dabei haben gleich zwei Restaurants in der Republik Irland jeweils einen neuen Stern erhalten.

Einen Stern bekommt das Restaurant The Pullman im Hotel Glenlo Abbey bei Galway. Gäste tafeln dort in zwei ehemaligen Original-Speisewagen des kultigen Orient-Express. Der zweite neue Stern geht an das Restaurant Forest Avenue in Dublin mit moderner Fine-Dining-Küche.

Damit zählt die irische Insel nun 20 Restaurants mit einem Michelin-Stern. Fünf Häuser verteidigen ihren zweiten Stern, drei in und um Dublin sowie zwei in der Grafschaft Cork. In Nordirland tragen The Muddlers Green und Ox in Belfast jeweils einen Stern.

Neue Bib-Gourmand-Restaurants

Neben den Sternehäusern empfiehlt der Guide Michelin zahlreiche weitere Adressen. In der aktuellen Auswahl kommen vier neue Bib-Gourmand-Restaurants in der Republik Irland und eines in Nordirland hinzu. Insgesamt tragen nun 19 Restaurants in der Republik und sieben in Nordirland diese Auszeichnung. 

Zu den im vergangenen Jahr neu eröffneten und empfohlenen Restaurants zählen in Dublin das brasilianische Amai by Viktor sowie das Restaurant Beau im Cathedral Quarter von Belfast. Beau wird als neues Bib-Gourmand-Restaurant geführt. Ebenfalls empfohlen werden der Priory Market mit Street-Food-Konzept in Tallaght bei Dublin sowie Bakeology In im Stadtzentrum Dublins mit Schwerpunkt auf süßem Gebäck und argentinischem Brunch.

Sterneküche außerhalb Dublins

Ein Schwerpunkt der ausgezeichneten Gastronomie liegt in Dublin. Der Guide nennt jedoch auch außerhalb der Hauptstadt mehrere etablierte Sternerestaurants. Dazu zählen das Bastion in Kinsale in der Grafschaft Cork, das Aniar in Galway sowie das Lady Helen bei Thomastown in der Grafschaft Kilkenny.

Wer außerhalb Dublins zu vergleichsweise moderaten Preisen auserlesen essen möchte, findet mehrere Bib-Gourmand- oder Empfehlungshäuser. Genannt werden unter anderem das Thyme in Athlone, das Farmgate in Lismore in der Grafschaft Waterford, der Gastropub The Oarsman in Carrick-on-Shannon in der Grafschaft Leitrim sowie das japanische Ichigo Ichie Bistro in Cork und das indische Chakra by Jaipur in Greystones in der Grafschaft Wicklow.

Das Homestead Cottage in Doolin an der Westküste Irlands steht für Sterneküche in traditionellem Ambiente.

Historische Entwicklung

Irland erhält seit den 1970er-Jahren zunehmend Aufmerksamkeit im Guide Michelin. Vor allem Dublin und Cork entwickeln sich zu gastronomischen Zentren. Über die Jahrzehnte entsteht eine breite Spitzengastronomie, von klassischer Haute Cuisine in Country Houses bis zu modernen, produktorientierten Küchen im ganzen Land.

Der Guide führt die Entwicklung auch auf Köchinnen und Köche zurück, die nach Stationen im Ausland auf die Insel zurückkehren, internationale Impulse einbringen und ihr Know-how nun in ihrer Heimat anwenden. Zugleich arbeiten viele Restaurants mit regionalen Produzenten zusammen. Kurze Lieferketten sichern frische Zutaten aus lokaler Landwirtschaft und Fischerei.

Nordirland startet später in diese Entwicklung und erhält 1991 erstmals einen Michelin-Stern. In den folgenden Jahren entwickelt sich auch dort eine dynamische Gastronomieszene.