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Kulinarik als Reisemotiv
03.02.26, 08:59 Uhr

Dänemark prüft Anerkennung von Gastronomie als Kunstform

Gourmetküche als kulturelles Aushängeschild: Dänemark prüft, ob Gastronomie künftig als Kunstform anerkannt wird. Für den Tourismus eröffnet das neue Perspektiven – denn Kulinarik ist längst ein wichtiges Motiv für Städtereisen, Erlebnisurlaub und internationale Gäste.

Dänemark verbindet Kulturpolitik mit kulinarischem Tourismus: Spitzenküche soll zur Kunst erklärt werden. Foto: Visit Denmark
Dänemarks Kulturministerium prüft, die Gastronomie des Landes künftig offiziell als Kunstform anzuerkennen. Das gab der zuständige Minister Jakob Engel-Schmidt beim internationalen Gastronomiesymposium Convergence in Kopenhagen bekannt. Vor rund 1.200 Gästen und 60 Spitzenköchen aus dem In- und Ausland erklärte er: „Wenn wir Gastronomie auf höchstem Niveau erleben, ist sie weit mehr als nur Essen. Sie ist Kunst.“

Engel-Schmidt betonte, Dänemark verfüge über zahlreiche Spitzenrestaurants und eine lebendige kulinarische Szene. „Deshalb ist es sinnvoll zu prüfen, ob wir Gastronomie als das anerkennen können, was sie ist: eine Kunstform.“

Kulturelle Bedeutung von Küche

Die Ankündigung wird als Ausdruck des wachsenden kulturpolitischen Interesses an der Rolle der Gastronomie gewertet. Dänemark gilt international seit Jahren als Impulsgeber für kulinarische Innovationen.

Das „New Nordic Kitchen Manifesto“ setzte Maßstäbe in der Spitzengastronomie, heute zählt das Land die meisten Michelin-Restaurants im Norden Europas.

Impulse aus der Szene

Zu den Vordenkern der dänischen Gastronomie zählt Rasmus Munk, Küchenchef des Restaurants Alchemist in Kopenhagen und Initiator der Convergence. Dort brachte er Köche, Künstler und Wissenschaftler zusammen, um über die gesellschaftliche Rolle von Kulinarik zu diskutieren.

Munk sagte: „In den vergangenen fünf Jahren habe ich gezielt an der Entwicklung einer neuen kulinarischen Sprache gearbeitet, mit dem Ziel, dass Gastronomie eines Tages als eigenständige Kunstform anerkannt wird. Ich freue mich sehr über die heutige Nachricht und bin zutiefst dankbar dafür; sie ist ein wichtiger Meilenstein für mich.“

Gastronomie zwischen Handwerk und Kunst

Die Debatte um eine künstlerische Anerkennung hat auch eine strukturelle Komponente. „Eine der größten Herausforderungen für Köche, die heute die Grenzen der Gastronomie erweitern, besteht darin, dass Gastronomie – unabhängig von Niveau oder Ambition – als Handwerk gilt und somit kommerziellen Rahmenbedingungen unterliegt“, erklärte Munk. Dies erschwere langfristige Forschung und kreative Entwicklung.

„Würde Gastronomie als Kunstform anerkannt und gefördert, könnten kreative Köche auf einem anderen Niveau arbeiten, und gleichzeitig wären die Ergebnisse für die Öffentlichkeit viel zugänglicher“, so Munk weiter. Er versteht Kulinarik nicht als exklusive Disziplin, sondern als kulturellen Impulsgeber: „Ich glaube, dass Essen durch Intention, Transformation, Kommunikation und Kontext zu Kunst werden kann.“