Zwischen Gedenken und Gänsehaut18.01.26, 11:40 Uhr
Dark Tourism führt zu Geistern, Ruinen und Ritualen
Statt Sightseeing erwartet Reisende hier ein Nachspüren: In Hiroshima, auf Angolas Geisterinsel oder in den Tempeln Taiwans steht nicht das Schöne, sondern das Bedeutende im Fokus. Dark Tourism lädt ein zu einer Reise durch Erinnerung, Schicksal und die tieferen Schichten kultureller Identität.

Verlassene Häuser im Wüstensand: Die Geisterinsel Ilha dos Tigres vor der angolanischen Küste erzählt von einer aufgegebenen Fischersiedlung und der unaufhaltsamen Kraft der Natur. Foto: Mintur
Wo der Wind durch verlassene Gemäuer pfeift, Laternen für die Toten auf dem Meer treiben und Sand vergessene Dörfer schluckt, beginnt eine Reise zu stillen Zeugen der Vergangenheit – dorthin, wo Dark Tourism seinen eindringlichsten Ausdruck findet. Bei der Reiseform stehen Orte im Fokus, an denen Geschichte, Erinnerung und Spiritualität spürbar werden.
Ob Geisterinseln, verlassene Industrieanlagen, historische Gefängnisse oder kulturelle Rituale – die Destinationen erzählen von menschlichen Schicksalen, gesellschaftlichen Umbrüchen und der Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Anders als klassische Sehenswürdigkeiten vermitteln sie oft ein intensiveres Gefühl für Geschichte und Erinnerung. Hier sind vier Beispiele von der Frankfurter Agentur Kleber Group.
Setouchi: Orte des Gedenkens abseits von Hiroshima
Hiroshima gehört zu den bekanntesten Orten des Dark Tourism. Neben der Gedenkstätte bietet die Region Setouchi weitere historische Orte: Gebäude mit Spuren des Atombombenabwurfs, der beschädigte Schrein Sanno-jinja mit halb erhaltenem Torii und die wiederaufgebaute Burg Hiroshima.
Auch die Insel Okunoshima, einst geheimes Zentrum der Giftgasproduktion im Zweiten Weltkrieg, zählt dazu. Heute erinnert ein Museum an die Vergangenheit, während die Ruinen von Natur überwachsen sind. Auf der Insel leben zahlreiche freilaufende Kaninchen – ein stiller Kontrast zur Geschichte des Ortes.
Ilha dos Tigres: Angolas verlassene Insel in der Wüste
Vor der Küste Angolas liegt Ilha dos Tigres, eine durch Erosion vom Festland abgeschnittene Insel. Die ehemalige Fischersiedlung São Martinho dos Tigres wurde nach und nach aufgegeben. Heute sind viele Häuser vom Wüstensand bedeckt, rostende Gebäude und leere Straßen prägen das Bild. Der Besuch ist nur mit Geländefahrzeugen und Booten möglich. Die Insel ist unbewohnt und ohne Infrastruktur – Reisende erleben hier eine Begegnung mit der Vergangenheit inmitten der Natur.
Taiwan: Rituale für die Geisterwelt
In Taiwan spielt der Ghost Month eine zentrale Rolle. Vom 12. August bis 9. September 2026 finden Rituale statt, um ruhelose Seelen zu besänftigen. Besonders lebendig wird die Tradition in Keelung, etwa bei der Dipper Lantern Parade zum Qing’an-Tempel oder beim Laternenritual im Hafen von Badouzi. Tempel wie der Lukang Longshan oder der Beigang Chaotian zeigen in diesen Wochen intensive religiöse Praktiken – mit Weihrauch, Gebeten und Opfergaben. Taiwan verbindet Dark Tourism mit gelebtem spirituellem Brauchtum.
Ungarn: Spuren der Geschichte abseits der Touristenpfade
Ungarn bietet Orte des Dark Tourism jenseits der bekannten Routen. Dazu zählen Burgruinen wie Füzér oder Boldogkőváralja, abgelegene Schluchten wie Rám-szakadék oder die Rákóczi-Höhle. Der See Öreg-tó bei Tata war einst ein Kriegsgefangenenlager, der jüdische Friedhof von Kerekesdomb erinnert an Verfolgung. Verlassene Industrieanlagen wie das Kraftwerk Inota oder militärische Relikte in Szentkirályszabadja zeigen den Wandel von Geschichte und Gesellschaft.
Ob Geisterinseln, verlassene Industrieanlagen, historische Gefängnisse oder kulturelle Rituale – die Destinationen erzählen von menschlichen Schicksalen, gesellschaftlichen Umbrüchen und der Grenze zwischen Diesseits und Jenseits. Anders als klassische Sehenswürdigkeiten vermitteln sie oft ein intensiveres Gefühl für Geschichte und Erinnerung. Hier sind vier Beispiele von der Frankfurter Agentur Kleber Group.
Setouchi: Orte des Gedenkens abseits von Hiroshima
Hiroshima gehört zu den bekanntesten Orten des Dark Tourism. Neben der Gedenkstätte bietet die Region Setouchi weitere historische Orte: Gebäude mit Spuren des Atombombenabwurfs, der beschädigte Schrein Sanno-jinja mit halb erhaltenem Torii und die wiederaufgebaute Burg Hiroshima.
Auch die Insel Okunoshima, einst geheimes Zentrum der Giftgasproduktion im Zweiten Weltkrieg, zählt dazu. Heute erinnert ein Museum an die Vergangenheit, während die Ruinen von Natur überwachsen sind. Auf der Insel leben zahlreiche freilaufende Kaninchen – ein stiller Kontrast zur Geschichte des Ortes.
Ilha dos Tigres: Angolas verlassene Insel in der Wüste
Vor der Küste Angolas liegt Ilha dos Tigres, eine durch Erosion vom Festland abgeschnittene Insel. Die ehemalige Fischersiedlung São Martinho dos Tigres wurde nach und nach aufgegeben. Heute sind viele Häuser vom Wüstensand bedeckt, rostende Gebäude und leere Straßen prägen das Bild. Der Besuch ist nur mit Geländefahrzeugen und Booten möglich. Die Insel ist unbewohnt und ohne Infrastruktur – Reisende erleben hier eine Begegnung mit der Vergangenheit inmitten der Natur.
Taiwan: Rituale für die Geisterwelt
In Taiwan spielt der Ghost Month eine zentrale Rolle. Vom 12. August bis 9. September 2026 finden Rituale statt, um ruhelose Seelen zu besänftigen. Besonders lebendig wird die Tradition in Keelung, etwa bei der Dipper Lantern Parade zum Qing’an-Tempel oder beim Laternenritual im Hafen von Badouzi. Tempel wie der Lukang Longshan oder der Beigang Chaotian zeigen in diesen Wochen intensive religiöse Praktiken – mit Weihrauch, Gebeten und Opfergaben. Taiwan verbindet Dark Tourism mit gelebtem spirituellem Brauchtum.
Ungarn: Spuren der Geschichte abseits der Touristenpfade
Ungarn bietet Orte des Dark Tourism jenseits der bekannten Routen. Dazu zählen Burgruinen wie Füzér oder Boldogkőváralja, abgelegene Schluchten wie Rám-szakadék oder die Rákóczi-Höhle. Der See Öreg-tó bei Tata war einst ein Kriegsgefangenenlager, der jüdische Friedhof von Kerekesdomb erinnert an Verfolgung. Verlassene Industrieanlagen wie das Kraftwerk Inota oder militärische Relikte in Szentkirályszabadja zeigen den Wandel von Geschichte und Gesellschaft.

