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Vier Leitlinien
12.01.26, 09:57 Uhr

DRV fordert klare Regeln für den KI-Einsatz

KI verändert Prozesse, Kundenverhalten und Vertriebswege. Der DRV will den Wandel aktiv begleiten – mit einem Positionspapier, das Mensch und Maschine unter einen Hut bringt, Standards fordert und die Zusammenarbeit zwischen Branche, Politik und Anbietern in den Fokus rückt.

Mensch und Maschine im Zusammenspiel: Der DRV will Künstliche Intelligenz in der Reisebranche gezielt einsetzen – als Unterstützung, nicht als Ersatz. Foto: iStock/KamiPhotos
Der Deutsche Reiseverband (DRV) hat ein Positionspapier zur Rolle Künstlicher Intelligenz (KI) in der Reisebranche veröffentlicht. Ziel ist es, den digitalen Wandel aktiv mitzugestalten und dabei Chancen wie Effizienzsteigerung und bessere Kundenberatung zu nutzen.

Mensch im Mittelpunkt

Der DRV betont, dass KI kein Ersatz für Menschen ist. Oliver Rengelshausen, Chef des IT-Spezialisten Amadeus und Vorsitzender des DRV-Ausschusses Digitalisierung, erklärt: „KI kann die Stärken unserer Dienstleistungsbranche sinnvoll ergänzen, aber sie ersetzt nicht den Menschen.“ Entscheidend sei ein verantwortungsvoller Umgang mit der Technologie.

Prozesse und Vertriebswege

Nach Einschätzung des DRV wirkt KI entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette. Sie automatisiere interne Abläufe, ermögliche intelligente Kundenberatung und könne durch autonome Agenten Aufgaben eigenständig ausführen. Auch das Informationsverhalten der Reisenden und die Vertriebswege würden sich dadurch verändern.

Im Leisure- wie im Business-Bereich sieht der Verband Vorteile: KI könne Fachkräfte entlasten, Prozesse beschleunigen und das Kundenerlebnis verbessern. Voraussetzung sei ein bewusster und transparenter Einsatz.

Vier Leitlinien des DRV

Damit Künstliche Intelligenz ihr Potenzial voll entfalten kann, formuliert der DRV in seinem Positionspapier vier grundlegende Voraussetzungen:

Erstens brauche es eine konsistente Datenstrategie, um verlässliche Grundlagen für KI-Anwendungen zu schaffen. Zweitens müsse geistiges Eigentum geschützt und fair genutzt werden. Drittens seien klare gesetzliche Rahmenbedingungen erforderlich, die Orientierung geben und den verantwortungsvollen Einsatz fördern. Und viertens müssten neue Kompetenzen in Unternehmen aufgebaut und gezielt gefördert werden, um mit dem technologischen Wandel Schritt zu halten.

Gemeinsamer Wandel mit klaren Regeln

Der DRV ruft Politik, Technologieanbieter und touristische Unternehmen auf, den technologischen Wandel gemeinsam zu gestalten. Ziel sei es, Innovationen in marktfähige Anwendungen zu überführen. Dazu müsse auch das Bildungssystem KI-Kompetenzen frühzeitig vermitteln. Der Verband unterstützt entsprechend Wissenstransfer, Pilotprojekte und die Entwicklung gemeinsamer Standards.