Lohnstruktur in der Reisebranche17.12.25, 14:05 Uhr
Tarifabschluss bringt Gehalts-Plus für rund 3.000 Touristiker
Ab März 2026 gilt in der Touristik wieder ein Flächentarifvertrag. Rund 3.000 Beschäftigte in Reisebüros und Veranstaltern profitieren von deutlichen Lohnsteigerungen – vor allem in unteren Gehaltsgruppen. Der bundesweite Streik im Sommer war laut Verdi entscheidend für den Durchbruch.

Nach Zustimmung der Verdi-Mitglieder tritt ab März 2026 ein neuer Tarifvertrag für die Reisebranche in Kraft. Foto: iStock/photoschmidt
Rund 3.000 Beschäftigte in Reisebüros und bei Reiseveranstaltern erhalten ab März 2026 wieder tariflich geregelte Gehälter. Die Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi hat dem zuvor ausgehandelten Flächentarifvertrag mit der Tarifgemeinschaft des Deutschen Reiseverbands (DRV-T) zugestimmt. Grundlage war eine Mitgliederbefragung, bei der sich fast 90 Prozent für die Annahme ausgesprochen hatten.
Gehaltssteigerungen – vor allem für untere Gruppen
Die Gehälter steigen ab dem 1. März 2026 – je nach Eingruppierung – zwischen 4,6 Prozent und bis zu 37,8 Prozent. Hintergrund für die hohen Steigerungen ist eine Mindesterhöhung auf 2.381 Euro, die vor allem untere Gehaltsgruppen betrifft. Diese lagen zuvor teils unter dem gesetzlichen Mindestlohn.
Bezogen auf die letzte Tarifrunde 2018 ergeben sich Gehaltszuwächse von 12,1 bis 42,8 Prozent. Die in den vergangenen Jahren nur freiwillig gewährten Erhöhungen durch Arbeitgeber werden nun tariflich festgeschrieben. Auch die bislang flexible Entgeltstufe 5 wird dauerhaft in die Gehaltstabelle übernommen.
Neue Umsatz-Zulage – Einmalzahlung bei TUI 4 U
Im Reisebürobereich wird eine neue Zulage eingeführt, die sich am jeweiligen Umsatz orientiert. Bei dem Consolidator TUI 4 U, wo die Gehälter bereits oberhalb der neuen Tabelle liegen, erhalten Beschäftigte eine Einmalzahlung von 400 Euro – anteilig bei Teilzeit.
Der Tarifvertrag tritt am 1. März 2026 in Kraft und läuft bis zum 31. Dezember 2026.
Verdi: Abschluss bleibt hinter Inflation zurück
Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle äußerte sich zurückhaltend optimistisch: „Wir müssen hinnehmen, dass die Gehaltsentwicklung in den meisten Fällen deutlich hinter der Inflation zurückbleibt.“ Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung des Abschlusses für die Branche: Dieser sei dennoch „ein wichtiger Schritt, um den Weg zu spürbar besseren Arbeitsbedingungen in der Touristik zu ebnen. Die Beschäftigten haben eine Anerkennung verdient, die auch beim Gehalt ihren Ausdruck findet.“
Bundesweiter Streik brachte Bewegung
Austermühle hebt hervor, dass der bundesweite Reisestreik im Sommer eine zentrale Rolle für den Durchbruch gespielt habe: „Das hat der Arbeitgeberseite deutlich gemacht, dass sie noch einmal deutlich aufbessern müssen: Arbeitskampf wirkt“, so Austermühle. Mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde sagt sie: „Die kommende Runde wird herausfordernd. Um hier nachhaltig erfolgreich zu sein, werden wir noch mehr Rückhalt und Engagement der Kolleginnen und Kollegen brauchen.“
Gehaltssteigerungen – vor allem für untere Gruppen
Die Gehälter steigen ab dem 1. März 2026 – je nach Eingruppierung – zwischen 4,6 Prozent und bis zu 37,8 Prozent. Hintergrund für die hohen Steigerungen ist eine Mindesterhöhung auf 2.381 Euro, die vor allem untere Gehaltsgruppen betrifft. Diese lagen zuvor teils unter dem gesetzlichen Mindestlohn.
Bezogen auf die letzte Tarifrunde 2018 ergeben sich Gehaltszuwächse von 12,1 bis 42,8 Prozent. Die in den vergangenen Jahren nur freiwillig gewährten Erhöhungen durch Arbeitgeber werden nun tariflich festgeschrieben. Auch die bislang flexible Entgeltstufe 5 wird dauerhaft in die Gehaltstabelle übernommen.
Neue Umsatz-Zulage – Einmalzahlung bei TUI 4 U
Im Reisebürobereich wird eine neue Zulage eingeführt, die sich am jeweiligen Umsatz orientiert. Bei dem Consolidator TUI 4 U, wo die Gehälter bereits oberhalb der neuen Tabelle liegen, erhalten Beschäftigte eine Einmalzahlung von 400 Euro – anteilig bei Teilzeit.
Der Tarifvertrag tritt am 1. März 2026 in Kraft und läuft bis zum 31. Dezember 2026.
Verdi: Abschluss bleibt hinter Inflation zurück
Verdi-Verhandlungsführerin Sonja Austermühle äußerte sich zurückhaltend optimistisch: „Wir müssen hinnehmen, dass die Gehaltsentwicklung in den meisten Fällen deutlich hinter der Inflation zurückbleibt.“ Gleichzeitig betonte sie die Bedeutung des Abschlusses für die Branche: Dieser sei dennoch „ein wichtiger Schritt, um den Weg zu spürbar besseren Arbeitsbedingungen in der Touristik zu ebnen. Die Beschäftigten haben eine Anerkennung verdient, die auch beim Gehalt ihren Ausdruck findet.“
Bundesweiter Streik brachte Bewegung
Austermühle hebt hervor, dass der bundesweite Reisestreik im Sommer eine zentrale Rolle für den Durchbruch gespielt habe: „Das hat der Arbeitgeberseite deutlich gemacht, dass sie noch einmal deutlich aufbessern müssen: Arbeitskampf wirkt“, so Austermühle. Mit Blick auf die nächste Verhandlungsrunde sagt sie: „Die kommende Runde wird herausfordernd. Um hier nachhaltig erfolgreich zu sein, werden wir noch mehr Rückhalt und Engagement der Kolleginnen und Kollegen brauchen.“

