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Erster Auftrag bei der Meyer Werft
15.12.25, 13:57 Uhr

MSC Cruises bestellt bis zu sechs neue Schiffe in Papenburg

Mit einem Multimilliardenauftrag – erstmals – an die Meyer Werft startet MSC den Bau einer neuen Schiffsklasse. Die „New Frontier“-Reihe soll Kreuzfahrten neu definieren und emissionsärmer gestalten. Für die Werft in Papenburg bedeutet die Vereinbarung volle Auslastung bis mindestens 2035 und neue, dringend nötige Planungssicherheit.

v.l.: Ralf Schmitz (Meyer Werft), Olaf Lies (Ministerpräsident Niedersachsen); Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin), Pierfrancesco Vago (Executive Chairman MSC Cruises) – Foto: Photothek/Dominik Butzmann
MSC Cruises hat vier neue Kreuzfahrtschiffe bei der Meyer Werft in Papenburg bestellt und sich Optionen auf zwei weitere Einheiten gesichert. Die Neubauten gehören zu einer neuen Schiffsklasse mit dem Arbeitstitel „New Frontier“ und sollen ab 2030 jährlich ausgeliefert werden. Es ist das erste Mal, dass die Reederei einen Auftrag bei dem deutschen Schiffsbauer platziert.

Die Vereinbarung wurde im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin bekannt gegeben – unter anderem durch Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, MSC-Aufsichtsratschef Pierfrancesco Vago und Meyer-Werft-Chef Bernd Eikens.

„Kreuzfahrterlebnis neu definieren“

„Die Erfolgsbilanz, das Know-how und die stolze Geschichte der Meyer Werft machen das Unternehmen zu einem echten Leuchtturm des europäischen Schiffbaus“, sagte Vago. Gemeinsam wolle man Schiffe bauen, „die das Kreuzfahrterlebnis neu definieren und gleichzeitig die Handwerkskunst bewahren, die Deutschland an der Spitze der maritimen Ingenieurskunst hält.“

Die neue Baureihe „New Frontier“ ermögliche neue Reiserouten und soll mit moderner Umwelttechnik ausgestattet werden. Ziel sei es, das Netto-Null-Emissionsziel bis 2050 zu erreichen.

Meyer Werft mit langfristiger Perspektive

Für die Meyer Werft bedeutet der Auftrag die volle Auslastung bis mindestens 2035. „Dieser neue Auftrag ist ein bedeutender Meilenstein in der 230-jährigen Geschichte der MEYER WERFT“, sagte Geschäftsführer Bernd Eikens. MSC Cruises werde als neuer strategischer Partner begrüßt. Die Vereinbarung sichere „nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplatzsicherheit für viele Jahre“.

Die Schiffe der neuen Klasse sollen jeweils rund 5.400 Passagieren Platz bieten und eine Bruttoraumzahl von etwa 180.000 aufweisen.

Tausende Arbeitsplätze betroffen

Nach Angaben des Unternehmens sind bei der Meyer Werft derzeit rund 3.200 Menschen beschäftigt. In der Region hängen mehr als 20.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Werft. Papenburg bleibt damit ein bedeutender Standort des europäischen Kreuzfahrtschiffbaus.

„Ein starkes Signal an die Region“

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche sprach von einem „entscheidenden Durchbruch für die Meyer Werft“: „In wirtschaftlich herausfordernden Zeiten braucht es Führung, Ergebnis- und Entscheidungsorientierung. Genau das haben die beteiligten Partner bewiesen.“

Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies betonte die Bedeutung des Auftrags für die Zukunft der Werft und der Region: „Der Sanierungspfad greift – die Wettbewerbsfähigkeit ist zurück.“ Die Vereinbarung mit MSC sei „ein starkes Signal an die Menschen in der gesamten Region um Papenburg und an die über 1.800 Zulieferer“.

Die MSC-Flotte umfasst derzeit 23 Schiffe. Die Meyer Werft wurde 1795 gegründet und gehört heute mehrheitlich Bund und Land Niedersachsen sowie zu einem Teil der Inhaberfamilie Meyer.