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Milliarden-Investition
03.12.25, 13:26 Uhr

Marokko treibt nachhaltige Mobilität und Ökotourismus voran

Mit Hochgeschwindigkeitszügen auf Ökostrom, grünen Riads und nachhaltigen Freizeitangeboten will sich Marokko als umweltfreundliches Reiseziel positionieren. Milliarden fließen in neue Bahnstrecken und klimafreundliche Infrastruktur.

Der Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq verbindet seit 2018 die marokkanischen Städte Tanger, Kenitra, Rabat und Casablanca. Foto: ONMT
Marokko investiert massiv in nachhaltige Mobilität und will sich stärker als umweltfreundliches Reiseziel positionieren. Zentrale Bausteine sind der Ausbau des Hochgeschwindigkeitszugs Al Boraq, eine neue Schnellfahrstrecke nach Marrakesch sowie zertifizierte Öko-Unterkünfte.

Schnell mit dem Zug durch das Land

Seit knapp zwei Jahren fahren rund 90 Prozent der elektrischen Züge der marokkanischen Bahngesellschaft ONCF mit erneuerbaren Energien. Dazu gehört auch der Hochgeschwindigkeitszug Al Boraq, der bereits seit 2018 Städte wie Tanger, Kenitra, Rabat und Casablanca verbindet. Die Züge erreichen bis zu 320 Kilometer pro Stunde. Die Strecke von Tanger nach Casablanca dauert nur noch gut zwei Stunden, das einfache Ticket kostet ab etwa 13 Euro.

In den Zügen sorgen komfortable Sitze, Klimaanlagen, Steckdosen und großzügige Gepäckablagen für ein angenehmes Reiseerlebnis. Die Bahnhöfe liegen in den Innenstädten und sind gut erreichbar.

Milliarden-Investitionen in neue Strecken

Derzeit entstehen neue Schnellfahrstrecken, unter anderem zwischen Kenitra und Marrakesch. Die geplante Verbindung ist Teil eines umfassenden Bahnprogramms im Volumen von 9,5 Milliarden US-Dollar. Dieses sieht neben dem Streckenausbau auch die Anschaffung von 168 neuen Zügen sowie Investitionen in den Nahverkehr in Casablanca, Rabat und Marrakesch vor.

Allein der Abschnitt Kenitra–Marrakesch soll über fünf Milliarden US-Dollar kosten und Fahrten mit bis zu 350 Kilometern pro Stunde ermöglichen. Nach Inbetriebnahme wird Marrakesch in etwas über zweieinhalb Stunden mit Tanger verbunden sein. Die Fahrtzeit von Rabat zum Flughafen Casablanca soll auf etwa 35 Minuten sinken.

Nachhaltige Riads und Lodges

Im Bereich der Unterkünfte gibt es ebenfalls klimafreundliche Fortschritte: Immer mehr Riads, also traditionelle Stadthäuser mit Innenhöfen, werden nachhaltig renoviert. Sie erhalten unter anderem Solaranlagen oder wassersparende Technik, ohne ihren architektonischen Charakter zu verlieren. Das Umweltsiegel „Grüner Schlüssel“ kennzeichnet Unterkünfte, die ökologische Maßnahmen mit lokaler Wertschöpfung verbinden.

Öko-Lodges bieten Übernachtungen in abgelegenen Regionen. Sie setzen auf einfache Bauweisen aus regionalen Materialien und auf lokale Küche. Kulturprogramme wie Kochkurse oder Ausflüge werden gemeinsam mit der Bevölkerung organisiert.

In ländlichen Regionen und der Sahara sind auch Übernachtungen bei Familien oder in Zelten von Amazigh-Gemeinschaften möglich. Gäste erhalten dabei Einblicke in Alltag und Traditionen.

Reiseerlebnisse mit sozialem Nutzen

Nachhaltige Freizeitangebote ergänzen das Konzept. Laut marokkanischem Tourismusministerium unterstützen Führungen mit lokalen Guides, Workshops in Arganöl-Kooperativen oder der Kauf von traditionellem Kunsthandwerk nicht nur die Bevölkerung, sondern auch den Erhalt von Wissen und Handwerk.