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Drohender Vertrauensverlust
02.12.25, 09:34 Uhr

Schmetterling fordert fixe Preisbindung im Frühbuchergeschäft

Eine Umfrage von Schmetterling ergibt: 99 Prozent der Veranstalter halten Frühbuchungen für unverzichtbar. Doch Preisschwankungen gefährden dieses Geschäft. Schmetterling-Chef Karaca fordert verlässliche Konditionen und ein Ende der Preislotterie.

Ömer Karaca, CEO der Schmetterling-Kooperation, warnt vor Vertrauensverlust durch unstete Frühbucherpreise und fordert verbindliche Preisstabilität. Foto: Schmetterling
Frühbucherrabatte geraten zunehmend in die öffentliche Kritik. Berichte wie „Lohnt sich das Frühbuchen?“ (NDR) sorgen laut der Reisebüro-Kooperation Schmetterling für Verunsicherung bei vielen Kunden. CEO Ömer Karaca mahnt: „Wir brauchen eine Rückkehr zur Verlässlichkeit.“

Bereits vor Kurzem hatte Karaca in einem Fernseh-Interview dafür plädiert, Frühbucherrabatte nicht durch Kalkulationsstrategien von Hotels und Airlines entwerten zu lassen.

Frühbucher entscheidend für Strategie und Auslastung

Eine neue Umfrage von Schmetterling unter Reiseveranstaltern zeigt, wie wichtig das Frühbuchergeschäft für die Branche ist. 99 Prozent der Befragten stufen es als „wichtig“ (44 %) oder „sehr wichtig“ (55 %) ein. Niemand hält es für unwichtig.

Auch wirtschaftlich spiele der Frühbucherzeitraum eine große Rolle: 55 Prozent der Veranstalter gaben an, dass Frühbucherangebote rentabler seien als spätere Buchungen. Zudem sichern sie Planung: Bei vielen Veranstaltern entfällt bis zu ein Viertel der Gesamtauslastung auf Frühbuchungen. 44 Prozent betonen, dass diese Phase stark zur Planungssicherheit beiträgt.

„Urlaubsbuchung darf nicht zur Lotterie werden“

Trotz der hohen Relevanz sieht Karaca eine Schieflage in der Preisentwicklung. „Verbraucher möchten früher buchen, um Planungssicherheit zu haben. Doch aktuell erleben wir oft das Gegenteil: Die Urlaubsbuchung darf nicht zur Lotterie werden“, erklärt er.

„Wenn Preise willkürlich springen, verlieren die Verbraucher das Vertrauen in unsere Branche. Unsere Umfrage zeigt, wie wichtig diese Phase für uns alle ist – wir dürfen sie nicht durch ein ‚Casino-Gefühl‘ beim Kunden beschädigen.“

Veranstalter sollen Preisstabilität vertraglich absichern

Karaca fordert, Veranstalter müssten im Einkauf umdenken und mit Hotels sowie Zielgebietsagenturen Preisstabilität vereinbaren. Nur so könne das Vertrauen der Kunden wieder gestärkt werden.

Ein häufig genanntes Argument für flexible Preise ist der Wettbewerb mit dynamischen Paketierern und Onlineplattformen. Die Umfrageergebnisse relativieren diesen Punkt: 44 Prozent der Veranstalter sagen, der Wettbewerb beeinflusse ihre Frühbucherstrategie „gar nicht“. Nur elf Prozent fühlen sich „sehr stark“ durch Wettbewerber getrieben.

„Das zeigt uns: Wir haben es selbst in der Hand und müssen uns nicht von Algorithmen treiben lassen“, schlussfolgert Karaca.

Forderung: Preisbindung bis Ende Februar

Auf Basis der Umfrage plädiert Schmetterling für stabile Preise über einen längeren Zeitraum. Karaca schlägt eine Frist bis zum 28. Februar vor. Das schaffe Sicherheit für Kunden und Vertrieb.

„Individuelle Reiseangebote werden immer wichtiger. Was eine Reise wert ist, entscheidet jeder Kunde für sich selbst – aber wir müssen ihm dafür ein verlässliches Preisschild geben, keine Lotterie-Losnummer – und wer früh bucht, muss einen klaren Vorteil haben“, so Karaca.