Anzeige
Biokraftstoff im Einsatz
11.11.25, 13:13 Uhr

Mit Altöl in die Zukunft – Hurtigruten testet grüne Postschifffahrt

Mit der Richard With ist erstmals ein Hurtigruten-Schiff mit Bioantrieb entlang der norwegischen Küste unterwegs gewesen. Die Reise wurde komplett mit Kraftstoff aus Abfällen durchgeführt – ein Schritt in Richtung emissionsfreier Küstenflotte, den die Reederei bis 2030 vollziehen will.

Hurtigruten-CEO Hedda Felin und CCO Gerry Larsson-Fedde bei der Biokraftstoff-Premierenreise entlang der norwegischen Küste. Foto: Hurtigruten
Die Reederei Hurtigruten erprobt erstmals den Einsatz von 100 Prozent Biokraftstoff auf der traditionsreichen Postschiffroute entlang der norwegischen Küste. In dieser Mission war vor Kurzem die Richard With zwischen Bergen und Kirkenes unterwegs – klimaneutral und mit Biokraftstoff aus Abfällen. Die rund 5.000 Kilometer lange Rundreise markiert somit einen wichtigen Schritt in Richtung emissionsfreier Schifffahrt.

Reduktion der Emissionen um bis zu 90 Prozent

Der Biokraftstoff (HVO100) wird vom Energieunternehmen St1 geliefert und aus Abfällen wie gebrauchtem Speiseöl und Fettresten gewonnen. „Lebenszyklusanalysen zeigen, dass dieser Kraftstoff die Treibhausgasemissionen um bis zu 90 Prozent im Vergleich zu fossilen Alternativen senken kann“, erklärt St1-Chefin Lea Rankinen. „Hurtigruten beweist mit dieser Reise, dass Kreislauflösungen bereits heute messbare Emissionsreduktionen ermöglichen.“

Entlang der Strecke hat Hurtigruten bereits mehr als 100 Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Partnerorganisationen empfangen – unter anderem in Bergen, Ålesund, Trondheim, Honningsvåg und Kirkenes. Diskutiert wurden vor allem die Zukunft der Postschiffroute und der Einsatz nachhaltiger Technologien im maritimen Verkehr.

„Dies ist ein historischer Moment in unserer über 130-jährigen Geschichte entlang der norwegischen Küste“, sagt Hurtigruten-CEO Hedda Felin. Die Fahrt zeige, dass Emissionsreduktionen „schon heute möglich sind – durch die Nutzung nachhaltiger Biokraftstoffe, ohne Milliarden in neue Schiffe oder Infrastruktur investieren zu müssen.“

Moderne Technik an Bord

Die Richard With gehört zu den modernisierten Schiffen der Hurtigruten-Flotte. Sie wurde mit Hybridtechnik, neuen Motoren sowie Abwasser- und Reinigungssystemen ausgestattet. Dadurch sinken die Stickstoff-Emissionen um über 80 Prozent. Alle Schiffe verfügen zudem über Landstromanschlüsse.

Hurtigruten kündigt an, an der vollständigen Dekarbonisierung seiner Küstenflotte festzuhalten. Bis 2030 will die Reederei die weltweit erste emissionsfreie Linienflotte betreiben.