„Tee ist ein Thema, das Menschen weltweit verbindet“
Mit dem neuen Themenjahr 2026 rückt Gebeco ein ebenso überraschendes wie naheliegendes Reise-Motiv in den Mittelpunkt: Tee. Im Interview erklärt Marketing-Direktorin Anne Zinser, warum der Tee weit mehr ist als ein Getränk, wie daraus eine komplette Reiseproduktlinie entsteht – und weshalb Nachhaltigkeit dabei eine entscheidende Rolle spielt.

Frau Zinser, wie entsteht überhaupt so eine Themenidee wie jetzt Tee?
Wir entwickeln jedes Jahr ein Thema, das wir weltweit abbilden können und das Länder miteinander verbindet. Wir hatten schon „Frauen, die die Welt bewegen“, „Technische Meisterleistungen“ oder „Legendäre Handelswege“. Tee passt da wunderbar hinein: Er hat eine rund 5.000-jährige Geschichte, die in China beginnt, aber überall auf der Welt kulturelle Spuren hinterlassen hat – von Asien über Europa bis nach Afrika und Amerika. Außerdem liegt Tee gesellschaftlich gerade im Trend. Das ist ein Thema, mit dem sich viele Menschen identifizieren können.
Wie wird aus einer Idee wie Tee dann ein konkretes Reiseprodukt?
Wir starten mit einer internen Arbeitsgruppe, die aus verschiedenen Unternehmensbereichen besteht. Jeder kann Ideen einbringen. Dann beginnt die Recherche: Welche Destinationen eignen sich, welche Erlebnisse sind authentisch möglich? Tee soll nicht nur probiert, sondern erlebt werden – in den Plantagen, bei Zeremonien, im Gespräch mit den Menschen vor Ort. Daraus entsteht schließlich ein ganzes Portfolio an Reisen.
Für das Themenjahr „Tee“ umfasst das Programm unter anderem Reisen nach China, wo der Ursprung der Teekultur liegt, Sri Lanka und Indien, wo koloniale Geschichte und Genuss im starken Gegensatz stehen, sowie auf die Azoren, wo eine der wenigen europäischen Plantagen existiert. Hinzu kommen Touren nach Südafrika mit Fokus auf Rooibos, nach Amerika mit dem gesellschaftlichen Phänomen des Mate-Tees und sogar nach Ostfriesland, wo Teekultur eine lange Tradition hat.
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Foto: iStock/luckyraccoon
Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem Tee-Themenjahr erreichen?
Grundsätzlich sprechen wir unsere klassischen Studienreisekunden an. Aber Tee ist auch ein Genuss- und Trendthema. Wir zielen damit auf kulturinteressierte und kulinarisch neugierige Reisende. Und natürlich spielt auch der Vertrieb eine große Rolle: Neben Reisebüros wollen wir auch über Teehandelskontore oder Kooperationspartner neue Zielgruppen erreichen.
„Reisebüros erhalten einen speziell für Gebeco hergestellten Bio-Tee“
Wie unterstützen Sie die Reisebüros konkret?
Neben dem Katalog gibt es umfangreiches Verkaufsmaterial – von Social-Media-Vorlagen über Poster bis hin zu Teeaktionen. Reisebüros erhalten einen speziell für Gebeco hergestellten Bio-Tee, mit dem sie Kunden zu einer Tasse Tee ins Büro einladen können. Das schafft eine persönliche Atmosphäre und ist ein wunderbarer Gesprächseinstieg.
Teeplantagen haben oft auch ökologische und soziale Schattenseiten. Wie gehen Sie mit diesem Aspekt um?
Nachhaltigkeit ist fest in unserer Unternehmensphilosophie verankert. Wir arbeiten nur mit Partnern zusammen, die zertifiziert sind und Wert auf ökologische und soziale Standards legen. Auf unseren Reisen besuchen wir Plantagen, die faire Arbeitsbedingungen schaffen und nachhaltigen Anbau praktizieren. Und wir thematisieren auch kritisch koloniale Geschichte, Monokulturen oder Pestizideinsatz. Unsere Reisen sollen Bewusstsein schaffen – nicht nur schöne Landschaften zeigen.
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Foto: Shutterstock
Welche Länder stehen im Mittelpunkt des Tee-Themenjahrs?
China ist als Ursprungsland des Tees ein Muss. Ebenso Sri Lanka und Indien. In Europa stehen die Azoren im Fokus, wo eine traditionsreiche Plantage existiert. Auch Südafrika mit Rooibos-Tee und Südamerika mit Mate sind dabei. Außerdem gibt es Reisen nach Ostfriesland – denn auch dort hat Tee eine lange Kulturgeschichte.
„Das Schöne an Tee ist: Jeder hat eine persönliche Beziehung dazu.“
Welche Rolle spielen diese Themenjahre für Gebeco?
Sie sind unser Aushängeschild. Auch wenn die Buchungszahlen nicht in die Zehntausende gehen, haben sie einen enormen Imagewert und sind Türöffner im Vertrieb. Viele dieser Reisen gehen später in unser reguläres Portfolio über.
Wenn Sie selbst reisen könnten – welche Tee-Reise würden Sie machen?
Ich finde die China-Reise nach Yunnan faszinierend, weil man dort die Ursprünge des Tees erlebt. Außerdem liebe ich die Azoren – klein, nachhaltig, handwerklich geprägt. Und natürlich Ostfriesland: eine Reise, die wunderbar mit dem Zug erreichbar ist und gleichzeitig einen kulturellen Brückenschlag nach Asien bietet.
Ihre persönliche Tee-Vorliebe?
Schwarzer Tee, Ostfriesentee oder Earl Grey – klassisch, ohne Fruchtzusätze.
Und eine Lebensweisheit mit Tee?
„Abwarten und Tee trinken.“ – das passt eigentlich immer.

