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DRV
03.02.23, 12:55 Uhr

Politik soll Erfordernisse der Branche berücksichtigen

Der DRV hat sich heute zum ersten Mal mit dem neuen Tourismuskoordinator der Bundesregierung getroffen.

v.l. Norbert Fiebig, Dieter Janececk, Dirk Inger - Foto: DRV
Der DRV hat sich heute zum ersten Mal mit dem neuen Tourismuskoordinator der Bundesregierung, dem Grünen-Politiker Dieter Janecek, getroffen. Bei den Treffen im Wirtschaftsministerium haben DRV-Präsident Norbert Fiebig und Hauptgeschäftsführer Dirk Inger unter anderem die aktuelle wirtschaftliche Situation der Branche und die Bedeutung von Klimaschutz und Nachhaltigkeit thematisiert. Über die anstehende Revision der Pauschalreiserichtlinie und der Passagierrechte auf EU-Ebene wurde ebenfalls gesprochen. „Wichtig ist, dass das Wirtschaftsministerium in Richtung EU schon jetzt auf die spezifischen Erfordernisse der stark mittelständisch geprägten Unternehmenslandschaft der Reisewirtschaft aufmerksam macht, um Probleme bei der Übertragung ins deutsche Recht zu vermeiden“, betonte Inger. Die Politik müsse die Belange von Reisebüros und Reiseveranstaltern bei der Überarbeitung im Blick haben.

Beim Thema Nachhaltigkeit adressierte der DRV die Herausforderungen auf dem Weg zur Klimaneutralität. „Die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Reduktion klimaschädlicher Emissionen entlang der kompletten Reisekette zu treffen, müssen wir nicht diskutieren - die ist da“, so Fiebig. „Daran arbeitet die Reisewirtschaft sehr intensiv.“ Wichtig sei darüber hinaus, die Reisenden im Vorfeld der Buchung transparent und einheitlich über den CO2-Fußabdruck ihrer Reise zu informieren. „Nur so können wir die Reisenden noch stärker sensibilisieren, und sie können den gesamten Emissions-Ausstoß bei der Wahl ihrer Reise mit einbeziehen. Ich bin überzeugt, dass dies zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor bei Reisen werden wird.“Der DRV hat dafür zusammen mit der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris die Gründung des Vereins KlimaLink vorangetrieben. Ziel ist es, einen brancheneinheitlichen Standard zur Berechnung von CO2-Emissionen digital bereitzustellen. Eine entsprechende Plattform soll im kommenden Jahr zur Verfügung stehen.

Dass Reisen wichtig sei und was weltweit passiere, wenn nicht mehr gereist werde, sei während der Corona-Krise mehr als deutlich geworden, erläuterte Inger. Vor Corona sicherten beispielsweise allein deutsche Reisende 200.000 Arbeitsplätze in Nordafrika. „Der Tourismus ist einer der besten Entwicklungshelfer“, so Inger. „Die wirtschaftliche Wirkung des Tourismus übertrifft die gesamte staatliche Entwicklungshilfe aller Geberländer um ein Vielfaches.“ Daher müsse die Politik auch weiterhin und vielleicht noch stärker dafür Sorge tragen, dass die Zusammenarbeit mit der Reisewirtschaft auch in diesem Sinne intensiviert werde. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig und sinnvoll, die Nationale Tourismusstrategie unter Einbeziehung des Outbound-Bereichs fortzusetzen.