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A3M-Analyse
21.12.22, 10:04 Uhr

Diese Krisen beeinträchtigten das Reisen

Krisenexperte A3M hat herausgearbeitet, welche Ereignisse und Trends sich 2022 negativ auf das Reisen ausgewirkt haben.

Foto: iStock
Neben den großen Krisen wie der Corona-Pandemie und dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine mit all seinen Folgen gab es in diesem Jahr auch wieder andere Ereignisse, die das Reisen beeinträchtigt haben. Der Tübinger Krisenexperte A3M hat sich das Jahr genauer angeschaut und die Trends herausgearbeitet.

Sozialer Frieden: Auffällig ist zum Beispiel die Zunahme von Gewalt im täglichen Zusammenleben der Menschen, insbesondere zu beobachten in den USA, wo es in Folge der Politisierung der jüngsten Jahre immer öfter zu Auseinandersetzungen etwa im Straßenverkehr oder in anderen Alltagssituationen kommt. In einigen Regionen der Erde beobachtet A3M zudem ein großes Maß an Kriminalität. Anhaltend hoch war die Anzahl von Verbrechen zum Beispiel auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, die jährlich Millionen von Touristen anzieht.

Demonstrationen: Auch das Ausmaß von Demonstrationen war in diesem Jahr hoch. Während durch Corona verursachten Lockdown-Phasen 2020 und 2021 waren Ereignisse in dem Bereich stark zurückgegangen. In diesem Jahr machte sich der Unmut von Bürgern jedoch verstärkt wieder Luft. So gingen Menschen häufig in Zusammenhang mit Wahlen oder im Hinblick auf die lokale Politik auf die Straße. Noch stärker als Europa waren Länder in Südamerika betroffen, darunter Peru, Bolivien und Ecuador. Angeheizt werden und wurden Demonstrationen dort vielfach von der wirtschaftlichen Lage, da die Nationen dieser Region oftmals besonders unter Inflation und hohen Energiepreisen leiden.

Flughäfen: Durch Personalengpässe und Streiks waren viele Flughäfen dem sprunghaften Ansturm auf Flugreisen nicht gewachsen. Unter anderem kam es in Europa zu massiven Verspätungen, Ausfällen und Gepäckverlusten, nicht zuletzt auch, weil Krankheitswellen das Problem verstärkten. Massiv in den Schlagzeilen war zum Beispiel Amsterdam. Mit einer ähnlichen Problematik hatte die Branche in Nordamerika und auch in Australien zu kämpfen. Weniger betroffen waren Länder, in denen Personalkosten traditionell günstiger sind, darunter Südostasien.

Streiks: Auffällig ist laut A3M, dass es vielfach zu sehr langen Streiks im Verkehrssektor kam. Zum Beispiel bei Bahngesellschaften in Großbritannien und bei Airlines in Spanien, wo das Personal teils über Wochen und Monate für bessere Gehälter kämpfte. Die Proteste flammten entsprechend über längere Zeiträume immer wieder auf. In London war zeitweise über mehrere Tage der gesamte öffentliche Nahverkehr lahmgelegt.

Naturereignisse: Insgesamt zählte A3M in diesem Jahr 52 Hurrikans, Taifune und Zyklone und damit rund ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Besonders Taifun Noru in Südostasien sowie Hurrikan Ian in Florida sorgten für massive Schäden und eine große Anzahl von Todesfällen. Darüber hinaus war die Waldbrandsaison stark ausgeprägt. Es gab in diesem Jahr verglichen mit 2021 sehr viele Feuer in Südeuropa. Ganz große und lange Brände wie etwa im Sommer 2021 in Griechenland und in der Türkei waren nicht zu verzeichnen. Viele Feuer flammten wiederholt etwa in Portugal auf. Einheimische und Touristen konnten aber in aller Regel rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Nichtsdestotrotz vernichteten die Brände große Flächen von Land.