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Konzernergebnis
14.12.22, 10:11 Uhr

Der Sommer beschert TUI schwarze Zahlen

Die TUI Group hat nach einem starken Sommer für das Gesamtjahr ein „signifikant positives operatives Ergebnis“ erreicht.

Foto: iStock
Die TUI Group hat nach einem starken Sommer das vierte Quartal gut abgeschlossen und für das Gesamtjahr ein „signifikant positives operatives Ergebnis“ erreicht. 7,6 Millionen Gäste sind in den Monaten Juli bis September mit TUI gereist. Der Umsatz wurde mit 7,61 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr (3,37 Milliarden Euro) mehr als verdoppelt. Das bereinigte operative Ergebnis hat im vierten Quartal 1,04 Milliarden Euro erreicht, wobei es durch Kosten für zusätzliche Flugunterbrechungen in Höhe von 58 Millionen Euro belastet wird.

Treiber der guten Entwicklung war insbesondere der Bereich Hotels & Resorts, der bereits das fünfte positive Quartalergebnis in Folge verzeichnet hat. Der Bereich Kreuzfahrten mit TUI Cruises, Hapag-Lloyd Cruises und Marella Cruises hat ebenfalls einen starken Anstieg des bereinigten operativen Ergebnisses auf 103 Millionen Euro verzeichnet, nach einem Verlust im Vorjahr (-43 Millionen Euro). TUI Cruises hat beim Ergebnis nach Steuern (66 Millionen Euro) das zweite positive Quartal erzielt. Das Segment Markets & Airlines mit den TUI-Veranstaltern in den Regionen Nord, Zentral und West hat im vierten Quartal eine Verbesserung des bereinigten EBIT auf 612 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr (-138 Millionen Euro) verbucht. Erstmals seit der Pandemie trugen wieder alle Regionen zum positiven Ergebnis bei.

Den Umsatz fast vervierfacht

Das Gesamtjahr 2022 schließt der TUI-Konzern mit einem Umsatz von 16,55 Milliarden Euro ab. Gegenüber dem Vorjahr ist das fast eine Vervierfachung. Das bereinigte operative Ergebnis fällt mit 409 Millionen Euro wie angekündigt „signifikant positiv“ aus. Im Vorjahr lag es noch mit 2,08 Milliarden Euro im Minus. Unterm Strich verbucht TUI einen Verlust von 277 Millionen Euro, ein Bruchteil des Vorjahreswertes von 2,47 Milliarden Euro. „Alle fundamentalen Daten deuten darauf hin, die langfristigen Megatrends, von denen unsere Branche besonders profitiert, sind weiter intakt. Wir erwarten auch ein solides und gutes Jahr 2023, sind uns der externen Marktfaktoren aber sehr bewusst“, kommentiert Vorstandsvorsitzender Sebastian Ebel das Ergebnis.

Um die Verschuldung weiter zu senken und die Zinsbelastung zu reduzieren, hat die TUI mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) einen Weg zur vollständigen Rückzahlung der Corona-Hilfen vereinbart. Bis Ende 2023 sollen die Stille Einlage I über nominal 420 Millionen Euro und der noch verbliebene wandelbare Anteil der vollständig vom WSF gezeichneten Optionsanleihe in Höhe von nominal 59 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Darüber hinaus will der Konzern auch die KfW-Kreditlinien (aktuell 2,1 Milliarden Euro) deutlich reduzieren.

TUI Tours wird in Deutschland eingeführt

In Zukunft will TUI vor allem durch dynamisch paketierte Pauschalreisen zusätzliche Kunden gewinnen. Kurzfristig verfügbare Hotelkontingente und Flüge sollen je nach individuellem Wunsch kombiniert werden können. Darüber hinaus werden künftig konzernweit Reisekomponenten wie Hotel-Übernachtungen, Flüge, Mietwagen oder Ausflüge separat und einzeln angeboten. Außerdem soll das Hotel- und Hotelmarken-Angebot weiter ausgebaut werden. Der schnell wachsende Bereich TUI Musement soll das Angebot an Produkten und Services ebenfalls deutlich verbreitern. Kürzlich wurde in Belgien die neue Plattform „TUI Tours“ für das individuelle Zusammenstellen von Rundreisen gestartet. Ab 2023 soll sie auch in anderen Märkten, darunter Deutschland, angeboten werden. „Unsere Formel, um die Basis für künftiges profitables Wachstum im Konzern zu schaffen, lautet vereinfacht: neue Produkte, zusätzliche Kunden, mehr Marktanteile“, so Ebel.

Für das aktuelle Geschäftsjahr 2023 rechnet der Konzern mit einem starken Anstieg des Umsatzes und einer deutlichen Erhöhung des bereinigten operativen Ergebnisses. Aktuell liegen 2,7 Millionen Buchungen für die Wintersaison 2022/23 vor, und 52 Prozent des Programms sind verkauft. Kumuliert liegen die Buchungen bei 134 Prozent der vorherigen Wintersaison 2021/22 und bei 84 Prozent der Wintersaison 2018/19. Die Durchschnittspreise liegen 28 Prozent über dem Winter 2018/19 und sieben Prozent höher als im Winter 2021/22.