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Incoming-Tourismus
08.11.22, 10:31 Uhr

Verbände kritisieren Bundesfinanzministerium

Das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt kritisiert die Pläne des Finanzministeriums, Reiseleistungen für Unternehmen aus einem Drittland zu besteuern.

Foto: BMF/Hendel
Als ein „fatales Signal an die Branche und den Tourismus-Standort Deutschland“ kritisiert das Aktionsbündnis Tourismusvielfalt (ATV) die Pläne des Bundesfinanzministeriums, Reiseleistungen im Touristik- und MICE-Bereich für Unternehmen mit Sitz in einem Drittland ab 1. Januar zu besteuern. Konkret resultiere die neue Regelung in einer Doppelbesteuerung der Margen von Reiseveranstaltern und MICE-Agenturen mit Sitz außerhalb der Europäischen Union. Die 28 im ATV organisierten Branchenverbände befürchten, dass sich Nicht-EU-Reiseveranstalter auf die neue Situation einstellen werden, indem sie ihr Tourismusgeschäft in Deutschland reduzieren.

Besonders problematisch sei der nationale Alleingang Deutschlands, da die Europäische Kommission gegenwärtig bereits einen Vorschlag zum weiteren Umgang mit der Margenbesteuerung erarbeite, so das Aktionsbündnis. Mithin bestehe für die Pläne des Finanzministeriums keine regulatorische Notwendigkeit. Der Vorschlag der EU-Kommission für den weiteren Umgang mit der Margenbesteuerung sei wie geplant bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2023 zu erwarten. Vor diesem Hintergrund sei es angesichts der ohnehin starken Belastung der Tourismusbranche durch die letzten Jahre unverständlich, dass die Bundesregierung die Entwicklung auf europäischer Ebene nicht abwarte.