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03.08.22, 08:00 Uhr

Oman: Geheimtipp Musandam

Spektakuläre Fjordlandschaften auf der omanischen Halbinsel versprechen Abenteuer am Berg und zu Wasser.

Foto: Oman Convention
Ganz im Norden der Arabischen Halbinsel, wo die zerklüfteten Felsen des Hajar-Gebirges in die blauen Gewässer des Persischen Golfs stürzen, liegt die Region Musandam. Die omanische Exklave spielt durch ihre strategisch günstige Lage an der Straße von Hormus, einer der verkehrsreichsten Schifffahrtsstraßen weltweit, eine wichtige wirtschaftliche Rolle. Die Geologie hat hier reizvolle Fjordlandschaften hervorgebracht. Trubel, Hektik oder gar Touristenmassen sucht man vergeblich – stattdessen entspannen Reisende bei Ausflügen in die Bergwelt und auf dem Wasser.

Eine Fahrt im Geländewagen hinauf auf den 2.087 Meter hohen Jebel Harim garantiert Adrenalin pur. Die Halbinsel Musandam ist mit ihren 1.800 Quadratkilometern knapp halb so groß wie Mallorca – um von Meeresspiegelhöhe in die Bergwelt zu gelangen, müssen Besucher steile Pisten mit etlichen Haarnadelkurven hinauf und entlang tiefer Schluchten, bizarren Felswänden und verborgenen Tälern fahren. Jebel Harim wird im Volksmund auch der „Berg der Frauen“ genannt – denn diese suchten in den Höhlen des Massivs einst Schutz vor Piraten, während ihre Männer auf Fischfang waren oder Handel betrieben. Wer aus eigener Muskelkraft Höhenmeter machen möchte, kann das einmalige Bergpanorama auch per Mountainbike erkunden.


Der etwas andere Segeltörn: Im klassischen arabischen Dhau genießen Urlauber diese einmalige Fjordlandschaft.

Auf Meereshöhe zeigt sich die Landschaft von einer ganz anderen Seite: Tief eingeschnittene Buchten wecken Erinnerungen an nordische Fjordlandschaften. Das beliebteste Fortbewegungsmittel ist eine Dhau, ein traditionelles Holzboot. Unterm Sonnensegel auf üppige Kissen gebettet, überqueren Urlauber die spiegelglatten Gewässer, vorbei an abgeschiedenen Fischerdörfern und einsamen Stränden, während der Skipper Obst, Datteln und süßen Tee zur Stärkung reicht. Bei einem Badestopp offenbart sich die faszinierende Unterwasserwelt: Schnorchler entdecken eine bunte Fischvielfalt und mit etwas Glück tauchen Schildkröten und Rochen im glasklaren Wasser auf. Häufig begleiten Delfine die Boote bei ihren Fahrten durch die Fjorde. Besucher können zwischen mehrstündigen Ausflügen, Ganztagestrips und Touren mit Übernachtungen wählen.

Neben der spektakulären Natur beeindrucken die Begegenungen mit den Einheimischen. Rund 30.000 Menschen leben in Musandam – hauptsächlich von Fischfang, Landwirtschaft, Handel und Handwerk. In der Hafenstadt Khasab wird es zum Beispiel besonders lebhaft, wenn die Fischer am Nachmittag nach ihrer Rückkehr an Land lautstark den fangfrischen Fisch anpreisen. Landwirtschaft wird auf winzigen, ummauerten Terrassenfeldern betrieben, kühn auf Bergrücken angelegt. Zudem wird nur auf Musandam die Jirz hergestellt – eine Axt mit aufwendigen Schnitzereien und Gravuren, deren Ursprung in der Bronzezeit liegt. Sie gilt als Pendant zum traditionellen Krummdolch Khanjar, der das Wappen des Oman ziert.

Infos: www.experienceoman.om