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Politik-Initiative
22.08.22, 12:17 Uhr

Airline-Vorkasse gerät wieder ins Visier

Durch die Flugausfälle und Verspätungen der Airlines gerät die Vorkasse wieder ins Visier der Verbraucherschützer und der Politik.

Foto: iStock
Durch die zahlreichen Flugausfälle und Verspätungen der Airlines gerät wieder einmal die Vorkasse ins Visier der Verbraucherschützer und der Politik. Und diesmal könnte es mehr sein als nur ein Sommerlochthema. Laut Medienberichten will die Regierung von Niedersachsen morgen eine Initiative zur Abschaffung der Airline-Vorkasse beschließen und am 16. September in den Bundesrat einbringen. Nach den Vorstellungen der Politiker sollen die Tickets künftig frühestens beim Check-in bezahlt werden.

Bei den Verbraucherschützern stößt die Initiative erwartungsgemäß auf positive Resonanz. „Passagiere sind es leid, den Airlines zinslose Kredite zu geben, bei abgesagten Flügen auf den Kosten sitzen zu bleiben oder im schlimmsten Fall das Risiko einer Insolvenz tragen zu müssen“, wird Marion Jungbluth, Mobilitätsexpertin des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV), vom Handelsblatt zitiert.

In der Branche gehen die Meinungen über die Airline-Vorkasse auseinander. Erst im Juli hatte der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) die Fluggesellschaften aufgefordert, freiwillig auf die Vorkasse zu verzichten. Zumindest so lange das Flug-Chaos andauert. Verbandschefin Marija Linnhoff hatte zudem von der Bundesregierung eine zügige und vorbehaltlose Prüfung der Vorkasse-Praxis im Hinblick auf den Verbraucherschutz gefordert.

Eine andere Position nimmt zum Beispiel Sebastian Reyer, Geschäftsführer des Lufthansa City Center Reisebüros Bissendorf, ein. Er sieht in der Initiative der niedersächsischen Regierung nur einen „verzweifelten Versuch“, in der Gunst der Wähler zu steigen.„Das Problem an den Flughäfen sind nicht die hiesigen Fluggesellschaften alleine. Es sind auch die Flughäfen, die Handling-Partner und die Bundespolizei, die die Sicherheitskontrollen aus Kostengründen an private Unternehmen abgegeben hat“, schreibt er in einem Brief an den niedersächsischen Wirtschafts- und Verkehrsminister Bernd Althusmann. Reyer zweifelt zudem an der Umsetzbarkeit des Vorhabens und befürchtet steigende Ticketpreise.