RTK Dialogtage01.05.22, 16:19 Uhr
»Die See ist noch rau!«
Viel zu reden gab es beim ersten Nach-Pandemie-Treffen der RTK in Antalya. Kooperations-Chef Thomas Bösl nutzte die Gelegenheit, das baldige Ende der Krise zu verkünden.

Fotos: Michael Wagner (www.focusonwagner.de)
Thomas Bösl findet wie wenige in der Branche die feine Balance zwischen Kritik und konstruktivem Dialog. Und zu den aktuellen »Dialogtagen« läuft der rtk-Chef und QTA-Sprecher zur Hochform auf. An diesem Wochenende hatte die Kooperation nach Antalya eingeladen, das erste Mal nach fast drei Jahren. »Nutzen Sie diese Chance, sich wieder persönlich in echt, sozusagen ohne virtuellen Hintergrund auszutauschen«, ermunterte Bösl die 350 angereisten Reisebüro-Vertreter und Veranstalterpartner im geräumigen Kongress-Zentrum des Nirvana Hotels.
Wir haben es überstanden!
In seiner Eröffnungsrede kam Bösl nach den obligatorischen Danksagungen schnell auf die wichtigen Branchenthemen und legte dabei eine optimistischen Grundton vor: »Corona ist wahrscheinlich das Mutterschiff aller Krisen unserer Branche«, sagte er, »aber wir haben es überstanden.« Gegenüber den Reisebüro-Mitarbeitern sparte er nicht mit Lob: »Was Sie über 24 Monaten geleistet haben, ist sensationell! Wir sind fast durch, und wir können das Ende schon sehen. Wir sind wieder da!«, freute er sich. Dass es bergauf geht, spüren inzwischen fast alle. Selbst eine drohende Hyper-Inflation, hält die Deutschen nicht davon ab, reisen zu wollen. »Ihr habt einen guten Job gemacht«, lobte Bösl die Reisevermittler an diesem Tag, den Veranstaltern gibt er aber kein gutes Zeugnis. »Die Erreichbarkeit vieler Veranstalter war in den letzten zwei Jahren nicht optimal. Und so ist es noch heute. Da kann ich nur mit Nachdruck bitten: arbeitet daran! Es ist nicht akzeptabel, dass wir im Reisebüro teilweise stundenlang in der Warteschleife hängen!«

Natürlich sind das keine neue Themen und allen hinlänglich bekannt, doch Bösl kann mit dieser Forderung bei seinem Publikum punkten, bevor er weitere, wichtige Themen anspricht, etwa die Digitalisierung. »Die Digitalisierung ist Mittel zum Zweck, um am Kunden dran zu bleiben. Und die Digitalisierung ist auch der Freund der Reisebüros«, beschwört er. »Niemand kann die Mischung aus digital und stationär, aus persönlich und online, besser als Reisebüros. Wir müssen dort sein, wo der Kunde ist“, sagt er und fordert die Reisebüros auf, für bessere Kundendaten zu sorgen. Das sei nicht nur Selbstzweck, sondern auch wichtig, weil es zu wenige Mitarbeiter und zu wenige Fachkräfte gibt. Helfen sollen hierbei auch neue Software-Tools und vor allem eine KI-Lösung namens Toni. Der digitale Helfer soll die Reisebüros neben der Neukunden-Gewinnung auch bei der Beratung und Betreuung von Bestandskunden während der gesamten Customer Journey unterstützen.
Als letzten Punkt ging Bösl auf das wichtige Thema Nachhaltigkeit ein. »Nachhaltigkeit wird zum zentralen Punkt unserer Branche«, sagte er. »Entweder wir gehen hier in die Offensive und unternehmen selbst etwas oder wir erhalten Vorgaben aus Berlin und Brüssel. Das wird uns nicht schmecken«, warnt er. Und darum will ich hier motivieren: Lasst uns dieses Thema noch besser angehen!«
Bösl wäre nicht Bösl, wenn er nicht auch das Thema Reisevertrieb und Veranstalter ansprechen würde. »Wir verdienen alle zu wenig Geld«, so der rtk-Chef. »Die Marge ist zu klein,wir müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. »In der Vergangenheit war es leider oft so, dass Reiseveranstalter als Handelsherren ihren Handelsvertretern einfach etwas vorgesetzt haben, wie etwa die großen Staffelprovisionen. Das ist Retro. Das können wir vergessen“, wettert er. »Wir haben ja mit dem Kollektivvertrag einen Ansatz dazu schon umgesetzt. Es ist natürlich nur eine mögliche Lösung und bedeutet nicht, dass alle Kollektivverträge machen müssen. Was wir aber insgesamt brauchen, sind neue Logiken“, forderte er.
Zum Ende seiner Eröffnungsrede gab Bösl sich zuversichtlich: »Die See ist noch rau, aber ich bin optimistisch, dass wir diesen letzten Abschnitt gemeinsam gut meistern werden!“
Eine Bilder-Galerie zu den Dialogtagen gibt es hier >>>
Wir haben es überstanden!
In seiner Eröffnungsrede kam Bösl nach den obligatorischen Danksagungen schnell auf die wichtigen Branchenthemen und legte dabei eine optimistischen Grundton vor: »Corona ist wahrscheinlich das Mutterschiff aller Krisen unserer Branche«, sagte er, »aber wir haben es überstanden.« Gegenüber den Reisebüro-Mitarbeitern sparte er nicht mit Lob: »Was Sie über 24 Monaten geleistet haben, ist sensationell! Wir sind fast durch, und wir können das Ende schon sehen. Wir sind wieder da!«, freute er sich. Dass es bergauf geht, spüren inzwischen fast alle. Selbst eine drohende Hyper-Inflation, hält die Deutschen nicht davon ab, reisen zu wollen. »Ihr habt einen guten Job gemacht«, lobte Bösl die Reisevermittler an diesem Tag, den Veranstaltern gibt er aber kein gutes Zeugnis. »Die Erreichbarkeit vieler Veranstalter war in den letzten zwei Jahren nicht optimal. Und so ist es noch heute. Da kann ich nur mit Nachdruck bitten: arbeitet daran! Es ist nicht akzeptabel, dass wir im Reisebüro teilweise stundenlang in der Warteschleife hängen!«

Natürlich sind das keine neue Themen und allen hinlänglich bekannt, doch Bösl kann mit dieser Forderung bei seinem Publikum punkten, bevor er weitere, wichtige Themen anspricht, etwa die Digitalisierung. »Die Digitalisierung ist Mittel zum Zweck, um am Kunden dran zu bleiben. Und die Digitalisierung ist auch der Freund der Reisebüros«, beschwört er. »Niemand kann die Mischung aus digital und stationär, aus persönlich und online, besser als Reisebüros. Wir müssen dort sein, wo der Kunde ist“, sagt er und fordert die Reisebüros auf, für bessere Kundendaten zu sorgen. Das sei nicht nur Selbstzweck, sondern auch wichtig, weil es zu wenige Mitarbeiter und zu wenige Fachkräfte gibt. Helfen sollen hierbei auch neue Software-Tools und vor allem eine KI-Lösung namens Toni. Der digitale Helfer soll die Reisebüros neben der Neukunden-Gewinnung auch bei der Beratung und Betreuung von Bestandskunden während der gesamten Customer Journey unterstützen.
Als letzten Punkt ging Bösl auf das wichtige Thema Nachhaltigkeit ein. »Nachhaltigkeit wird zum zentralen Punkt unserer Branche«, sagte er. »Entweder wir gehen hier in die Offensive und unternehmen selbst etwas oder wir erhalten Vorgaben aus Berlin und Brüssel. Das wird uns nicht schmecken«, warnt er. Und darum will ich hier motivieren: Lasst uns dieses Thema noch besser angehen!«
Bösl wäre nicht Bösl, wenn er nicht auch das Thema Reisevertrieb und Veranstalter ansprechen würde. »Wir verdienen alle zu wenig Geld«, so der rtk-Chef. »Die Marge ist zu klein,wir müssen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. »In der Vergangenheit war es leider oft so, dass Reiseveranstalter als Handelsherren ihren Handelsvertretern einfach etwas vorgesetzt haben, wie etwa die großen Staffelprovisionen. Das ist Retro. Das können wir vergessen“, wettert er. »Wir haben ja mit dem Kollektivvertrag einen Ansatz dazu schon umgesetzt. Es ist natürlich nur eine mögliche Lösung und bedeutet nicht, dass alle Kollektivverträge machen müssen. Was wir aber insgesamt brauchen, sind neue Logiken“, forderte er.
Zum Ende seiner Eröffnungsrede gab Bösl sich zuversichtlich: »Die See ist noch rau, aber ich bin optimistisch, dass wir diesen letzten Abschnitt gemeinsam gut meistern werden!“
Eine Bilder-Galerie zu den Dialogtagen gibt es hier >>>

