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DRV-Tagung
29.10.21, 07:50 Uhr

„So können wir nicht weitermachen“

DRV-Präsident Norbert Fiebig plädiert für mehr Klimaschutz in der Branche. Billigflügen für 30 Euro erteilt er eine klare Absage.

Foto: DRV/Marcel Kautz
DRV-Präsident Norbert Fiebig plädiert für mehr Klimaschutz in der Branche. „Das Ziel heißt: CO2-neutrale Mobilität“, so Fiebig heute in seiner Eröffnungsrede zur Jahrestagung in Griechenland. Der übergroße Anteil der schädlichen Emissionen beim Reisen entstehe durch die Mobilität, derzeit vor allem durch Flüge. „Das ist unsere Achillesferse, hier liegt aber auch der größte Hebel zur Reduzierung des ökologischen Fußabdrucks.“ Wichtig seien in diesem Zusammenhang die weitere Modernisierung der Flugzeugflotten, optimale Flugrouten sowie vor allem der Einsatz von synthetischen Kraftstoffen aus nachhaltigem Strom.



„Die Politik muss durch eine klare Weichenstellung entschlossen dafür sorgen, dass die Entwicklungen in diesem Bereich schneller vorangetrieben werden“, fordert der DRV-Präsident. Auch die Reisewirtschaft könne und müsse deutlich mehr tun. Auch wenn schon heute immer mehr nachhaltige, klimaschonende Angebote in den Markt gestellt würden. „Wir als Reisewirtschaft sind Teil des Problems, aber wir sind auch Teil der Lösung. Wir werden Transparenz schaffen und wir werden Reisen mit einem nachvollziehbaren CO2-Abdruck versehen.“

"Flüge für 30 Euro gehen gar nicht"

Klartext spricht Fiebig beim Thema Billigflüge. „Flüge für 10, 20 oder 30 Euro, wie sie immer wieder grell angepriesen werden, das geht gar nicht! Sie bereiten nur Probleme.“ Reisen sei ein wertvolles Gut und das müsse sich auch in einem angemessenen Preis widerspiegeln. „Mindestens sollten wir in einem ersten Schritt in Europa sicherstellen, dass Flüge nicht unter dem Preis von Steuern, Abgaben und Gebühren angeboten werden dürfen.“

Auch auf die Reisebüros sieht Fiebig neue Aufgaben zukommen. „Der Vertrieb wird eine zentrale Rolle spielen. Er sollte die Reisenden beraten, wie der Ausstoß von Klimagasen möglichst gering ausfällt.“ Zur Beratung gehöre künftig auch, dass Reisende konsequent über Kompensationsinstrumente informiert werden. Deshalb müsse darüber diskutiert werden, wie „wir den CO2-Fußabdruck der Reisen in die Systeme, in die Kataloge und in den Vertrieb“ bekommen. Das müsse in den nächsten Monaten mit dem Vertrieb, den Veranstaltern und den vielen Dienstleistern, aber auch mit anderen Verbänden und Organisationen wie Futouris besprochen werden. Fiebig: „Das kann nur gemeinsam gelingen. Ich rufe alle zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf.“

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